Ave, lieber Websitebesucher. Schon immer übt das alte Rom sowie die damalige Römische Republik einen besonderen Reiz auf mich aus. Krimis und Romane über diese Epoche sind ein schöner Zeitvertreib aber umso besser, wenn man es mit dem Hobby verbinden kann.
Im alten Rom wurden mit Münzen Kriege entschieden. Ohne Sold, keine Soldaten. Heute sind antike Münzen archäologische Schätze aus einer früheren Zeit. So wird die Faszination über die Antike präsent und greifbar, zumindest für uns Numismatiker.
Selbst in der Antike bietet die Numismatik unglaublich viele Sammelgebiete. Ich habe mein Sammelgebiet auf Julius Caesar beschränkt, da mich die Zeit der späten Römischen Republik ("Römische Bürgerkriege") besonders fasziniert.
Dazu zähle ich die Münzen die Julius Caesar selbst prägen hat lassen aber auch Münzen aus den Provinzen. Darüber hinaus finden auch posthume Prägungen die den Bezug auf Julius Caesar haben (z.B. von Augustus "Octavian") sowie Medaillen und Paduaner den Weg in meine Sammlung.
Wohlwissend, dass diese Sammlung wohl nie komplett werden wird, da es Münzen über/von Julius Caesar gibt die außerhalb meines Budgets liegen. Im Sommer 2022 wurde eine goldene EID MAR Münze für 2,2 Mio. CHF versteigert. Außerdem liegen viele Aurei (goldene Münzen) im 6-stelligen Bereich, was mir dann doch etwas zu teuer ist... :)
Außerdem sind viele Stücke mit nur einem bekannten Exemplar in Museen archiviert.
Dennoch beherbergt meine Sammlung mittlerweile äußerst seltene Stücke und bei einer Prägung sogar die einzig bekannte Münze in privater Hand.
Diese Sammlung verfolgt NICHT das Ziel die Münzen in der besten Erhaltung zu haben. Ich brauche also definitiv nicht "das beste Portrait"! Mir gefallen antike Münzen besser, wenn man ihnen das Alter ansieht ;)
Es ist daher eine Motivsammlung, bei der es darum geht möglichst viele unterschiedliche Ausgaben zu sammeln.
Die € Werte sind meine Einkaufspreise und dienen zur preislichen Orientierung.
Wo war gleich nochmal die antike Stadt...?
Wo hat Julius Caesar bedeutende Schlachten geschlagen?
Welche Routen hatten die Feldzüge Caesars (grob)?
Wo gab es bedeutende Lebensereignisse von Julius Caesar?
Welche bedeutende Gebäude hat Julius Caesar errichtet?
Detaillierte Feldzüge im Rahmen des Gallischen Krieges sowie des anschließenden Bürgerkrieges
Welche Ausdehnung hatte das Römische Reich während der Zeit von Julius Caesar?
Welche Königreiche gab es zu dieser Zeit neben dem Römischen Reich?
All das vereint in einer interaktiven Karte, die Freude bereitet die antike Welt zu erkunden.
Die ursprüngliche Karte hat der Betreiber dieser Website erstellt. Mit freundlicher Genehmigung, durfte ich die Karte als Basis für meine Zwecke nutzen. Ich habe diese Karte mit vielen Informationen sowie Routen ergänzt. In die Karte floss zwar sehr viel Zeit und ich habe nach bestem Gewissen recherchiert, aber ich möchte eventuelle Fehler nicht ausschließen.
In der Römischen Republik wurden viele verschiedene Münzen geprägt, darunter die Nominale:
Assarion (As) - eine kupferne oder bronzene Münze. Vergleichbar mit dem Pfennig... sorry, Cent :)
Dupondius - "Doppelter". Eine kupferne oder bronzene Münze, die doppelt so viel wert war wie der As.
Sestertius - eine bronzene Münze, die ursprünglich zwei Dupondien bzw. 2 1/2 Asse oder 1/4 Denar wert war.
Quinar - eine silberne Münze, die ursprünglich 5 Asse bzw. halb so viel Wert war wie ein Denar.
Denar - etwa so viel wert wie 10 Asse "ein zehnfaches". Der Denar war die Hauptmünze des Römischen Reiches. Er war etwa so groß wie eine moderne 10-Cent-Münze und wurde normalerweise aus Silber geprägt. Der Wert des Denars entsprach in etwa dem Tageslohn eines durchschnittlichen römischen Soldaten. Heutzutage wären das vermutlich 15-25 € gewesen.
Goldquinar - "Halbaureus" - wie der Name schon sagt, halb so viel Wert wie ein Aureus bzw. 12 1/2 Denarii. Extrem selten.
Aureus - eine goldene Münze, die den höchsten Wert hatte und etwa so viel wert war wie 25 Denarii.
Bildquelle: RomanHistory / reddit
Schätzungen zur Folge, benötigte das Römische Reich ein Militärbudget über 2-3 % dessen Bruttoinlandsprodukts. Dies entspricht 150 Millionen Denari für 160.000 Legionäre aufgeteilt in 30 Legionen.
Für antike Münzen wird oft der Zusatz "selten" verwendet, um auf die begrenzte Anzahl an Münzen hinzuweisen.
Das wird mit einem R gekennzeichnet für "rare" auf Englisch.
Die Steigerung davon ist RR, RRR und RRRR. Manch einem sind das zu viele R's aber wenn man sich an einem System orientiert wie z.B. verfügbare und bekannte Exemplare dann ist das durchaus hilfreich. Ich halte mich daher an folgendes System:
R = 50-80 Exemplare
RR = 26-49 Exemplare
RRR = 10-25 Exemplare
RRRR = <10 Exemplare
Unikat = Nur ein bekanntes Exemplar
"Paduaner" nach Giovanni da Cavino.
Elefantenquadriga - 32mm - dem Sesterz nachempfunden. 200 €
Liberia 25 Dollars Gold 2000 Republik seit 1847. Polierte Platte. Nicht antik ;)
60 €
Bronzemedaille im klassischen Stil ca. 1530 - CALPHVRNIA L PISONIS F C CAES DICT PER Calpurnia, Ehefrau von Julius Caesar (verheiratet 59 v. Chr.). Rückseite. C CAESAR DICT PERPETVO
100 €
Auf den Münzen, die damals auch als Kommunikationsmittel dienten, lässt sich die historische Entwicklung von Caesars Laufbahn rekonstruieren.
CAESAR - RRC 443 (49-48 v. Chr.), 452/1-5 (48-47 v. Chr.), 458 (47-46 v. Chr.), 468/1-2 (46-45 v. Chr.)
CAESAR DICT ITER (Diktator zum zweiten Mal) - RRC 456 (47 v. Chr.)
CAESAR IMP COS ITER (Imperator Konsul zum zweiten Mal) - RRC 457 (47 v. Chr.)
CAESAR COS TER (Konsul zum dritten Mal) - RRC 466 (46 v. Chr.)
CAESAR COS TER DICT ITER AVGVR PONT MAX (zum dritten Mal Konsul, zum zweiten Mal Diktator, Augur Pontifex Maximus) - RRC 467 (46 v. Chr.)
C CAES DICT TER (Diktator zum dritten Mal) - RRC 475/1-2 (45 v. Chr.)
CAESAR DICT QVART (Diktator zum vierten Mal) - RRC 480/2 (44 v. Chr.)
CAESAR DICT QVART COS QVINC (Diktator zum vierten Mal, Konsul zum fünften Mal) - RRC 481 (44 v. Chr.)
CAESAR IMP (Imperator) - RRC 480/3-5 (44 v. Chr.), 482 (44 v. Chr.)
CAESAR DICT PERPETVO (Diktator auf Lebenszeit) - RRC 480/6-14 (44 v. Chr.)
CAESAR DICT IN PERPETVO (Diktator auf Lebenszeit) - RRC 480/15-16 (44 v. Chr.)
CAESAR IMPER (Imperator) - RRC 480/17-18 (44 v. Chr.)
CAESAR PARENS PATRIAE (Vater des Vaterlandes) - RRC 480/19-20 (44 v. Chr.)
CLEMENTIAE CAESARIS (Caesars Gnade) - RRC 480/21 (44 v. Chr.)
DIVVS IVLIVS CAESAR ("Divus" - der Göttliche. Verschiedene posthume Prägungen)
Caesars Münzen sind kein Beiwerk, sondern das klarste Zeugnis seines Weges von der Republik zur Alleinherrschaft – und der Grund, warum er sterben musste.
Julius Caesar war ein römischer Staatsmann, General und Autor, der im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Während seiner Herrschaft als römischer Diktator hat er auch das Münzwesen reformiert und genutzt.
Zu dieser Zeit wurden in Rom Münzen aus Kupfer, Silber und Gold geprägt. Caesar nutzte Münzen, um seinen Einfluss in der römischen Gesellschaft zu verstärken. Er ließ Münzen prägen, die sein Portrait trugen und häufig auch militärische Ereignisse oder Siege darstellten. Diese Münzen wurden dann im gesamten Römischen Reich verbreitet und dienten als eine Art Propagandamaßnahme für seine Politik und seine militärischen Erfolge.
Insgesamt war das Münzwesen für Julius Caesar ein wichtiges Instrument, um seine Macht zu festigen und seine politischen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.
Vier von Caesars Emissionen aus den Jahren 49 bis 45 v. Chr. tragen ausschließlich den Namen CAESAR (RRC 443; 452/1–5; 458; 468/1–2). Dabei handelt es sich um einige seiner frühesten und zugleich umfangreichsten Prägungen.
Erst 47 v. Chr. beginnt Caesar, seine Ämter in den Münzlegenden auszuweisen und verweist auf der ersten Goldmünze auf seine zweite Diktatur (RRC 456). Gerade in der frühen Phase des Bürgerkriegs – als seine Legitimität im Amt besonders umstritten war – unterstreicht die alleinige Verwendung seines Namens, dass er bei diesen Ausgaben primär seine persönliche Autorität betont und weniger die des Staates.
Julius Caesar Zeichnung. Markant ist das Doppelkinn und der Lorberkranz auf dem Kopf ist natürlich Pflicht :)
Die Abbildung politischer und militärischer Ämter auf Münzen ist zudem hilfreich für Datierung und Chronologie. Erst bei den Prägungen der Quattuorviri des Jahres 44 v. Chr. entstehen Datierungsprobleme, vor allem weil innerhalb kurzer Zeit sehr viele Ausgaben entstanden. Die Serie der IIIIviri beginnt mit RRC 480/2, die das erste Portrait Caesars in Silber zeigt; die Vorderseitenlegende lautet DICT QVART. Die Fasti (römische Liste der Gerichtstage) belegen, dass Caesar von 45 v. Chr. bis mindestens 26. Januar 44 v. Chr. zum vierten Mal Diktator war; daher lässt sich diese Münze dem Januar 44 v. Chr. zuordnen.
Crawford setzt die CAESAR IMP-Münzen als nächste Stufe der Serie an (RRC 480/3–5), unmittelbar nach Caesars Ablehnung der Krone bei den Lupercalien. Kraay hingegen ging davon aus, dass CAESAR IMP und DICT QVART parallel geprägt wurden: Die eine als „zivile“ Ausgabe zur Bewerbung der Diktatur, die andere als „militärische“ Ausgabe im Hinblick auf den geplanten Partherkrieg, erkennbar am Titel Imperator.
Alföldi bot eine alternative Deutung: Er meinte, IMP erscheine auf RRC 457 und 482, weil Caesar bei deren Prägung nicht Diktator gewesen sei; demnach würde DICT den Titel IMP ersetzen, sobald Caesar die Diktatur innehabe. Das passt jedoch nicht zu RRC 482, denn diese Prägung gehört in das Jahr 44 v. Chr., als Caesar eindeutig Diktator war; zudem war ihm die Diktatur Ende 45 v. Chr. für zehn Jahre übertragen worden. Insgesamt stützen die Belege weder Kraays noch Alföldis Modell überzeugend. Plausibler ist, dass IMP bewusst verwendet wurde, um verschiedene Machtaspekte Caesars zu zeigen. Im selben Jahr erscheint Caesar numismatisch als Diktator, Imperator, Pontifex Maximus und Konsul – jedes Amt galt als bedeutsam genug, um auf Münzen sichtbar zu sein.
Als Caesar zwischen Mitte Februar und Anfang März 44 v. Chr. die Diktatur auf Lebenszeit erhielt, wandelte sich seine Titulatur zu DICT PERPETVO bzw. DICT IN PERPETVO. Auch Caesars Ermordung beeinflusste die Legenden: Die Ausgaben PARENS PATRIAE (RRC 480/19–20) und CLEMENTIAE CAESARIS (RRC 480/21) gelten wahrscheinlich als posthum und werden üblicherweise nach der Abschaffung der Diktatur durch Antonius datiert.
Zwar war die Nennung des Amtes des ausgebenden Magistrats auf römischen Münzen nicht neu, doch Caesars häufig wechselnde Titulatur hatte kaum Vorbilder. Seine Prägungen wurden in den Folgejahren zum Modell für die Triumvirn und prägten die kaiserliche Vorderseitentradition, auf der neben dem Portrait zunehmend auch die Titulatur dokumentiert wurde.
Venus, 1. Jahrhundert v. Chr. (Quelle)
Während seiner gesamten Laufbahn berief sich Caesar auf den besonderen Schutz und die Unterstützung der Göttin Venus. Die Verbindung der Julier zu Venus war bereits seit langer Zeit etabliert; frühere Familienmitglieder hatten Münzen prägen lassen, auf denen die Göttin dargestellt war (z.B. RRC 258/1, 320/1). Bei der Beisetzung seiner Tante im Jahr 69 v. Chr. erklärte Caesar öffentlich seine Bindung an Venus sowie seine Abstammung von Aeneas.
Diese besondere Verehrung der Göttin blieb bei Caesar lebenslang bestehen. So beanspruchte er Venus’ Schutz auch in der Schlacht gegen Pompeius bei Pharsalus (48 v. Chr.) und gelobte für den Fall eines Sieges den Bau eines Tempels für Venus (Appian 2.10.68). Caesar ließ später im Forum Iulium (dem Julianischen Forum) einen Tempel für Venus Genetrix („Venus, die Mutter“) errichten. Ob dieser Tempel ausdrücklich als Erinnerung an den Sieg bei Pharsalus gedacht war, ist jedoch nicht eindeutig.
Im Bürgerkrieg konkurrierten Pompeius und Caesar beide um die Unterstützung der Göttin. Besonders deutlich wird dieser Wettstreit um göttliche Hilfe möglicherweise in der Schlacht bei Pharsalus: Beide versprachen dem Tempel der Venus Victrix Opfergaben für den Fall des Erfolgs. Plutarch hebt dabei Pompeius’ Sorge hervor, Caesar könne aufgrund seiner angeblich auf Venus zurückgehenden Abstammung besonderen Ruhm und Glanz gewinnen.
Obwohl Caesar seine Verbindung zu Venus bereits 69 v. Chr. öffentlich betonte, wurde sie erst 47/46 v. Chr. – also ein Jahr nach Pompeius’ Tod – auf Münzen ausdrücklich propagiert. In diesem Jahr gab Caesar (der in Afrika prägen ließ) die zweitgrößte Münzemission seiner Karriere heraus (RRC 458/1): Auf der Vorderseite erscheint der Kopf der Venus, auf der Rückseite Aeneas, der in der rechten Hand das Palladium hält und seinen Vater Anchises auf den Schultern trägt. Diese Darstellung verweist eindrücklich auf Caesars Anspruch, von Venus und Aeneas abzustammen, sowie auf die Unterstützung, die er von Venus im Kampf gegen Pompeius erhalten habe.
Nach 47/46 v. Chr. griffen auch weitere Münzmeister in Rom Venusmotive auf (z.B. RRC 463/*, 468/1-2). Ein Beispiel sind die Prägungen des Mn. Cordius Rufus, der 46 v. Chr. in Rom Münzen herausgab. Ein erheblicher Teil dieser Emissionen konzentriert sich auf Venus, insbesondere auf Venus Victrix (RRC 463/5-6) und auf Venus Genetrix. Eine bestimmte Ausgabe (RRC 463/1) zeigt Venus mit Cupido auf ihrer Schulter. Dieses Bild könnte auf eine Statue zurückgehen, die im Tempel der Venus Genetrix aufgestellt war. Der Tempel wurde im Jahr 46 v. Chr. vollendet – also in jenem Jahr, in dem auch die Münze ausgegeben wurde. Den Beinamen Genetrix („Mutter“) erhielt Venus erst unter Caesar.
Römische Münzen verwendeten häufig religiöse Geräte als Zeichen religiöser Ämter. Krug und Lituus standen für zentrale Funktionen der beiden bedeutendsten Priesterkollegien, der Pontifices und der Auguren. Die Pontifices und ihr Leiter, der Pontifex Maximus, hatten u. a. die Aufgabe, den heiligen Wein für Trankopfer vorzubereiten und bei öffentlichen Gelübden und Opfern anwesend zu sein, um die korrekte Durchführung nach traditionellem Ritus zu sichern. Die Auguren führten die Auspizien durch, um den göttlichen Beistand zu bestimmen. In ihrer Gesamtheit stützten diese Funktionen die Legitimität politischer Handlungen und dienten der Sicherheit des römischen Staates (Stewart 1997).
Julius Caesar bekleidete eine Reihe besonders einflussreicher Priesterämter. Er wurde 87 oder 86 v. Chr. zum Flamen Dialis ernannt, 73 v. Chr. zum Pontifex gewählt, 63 v. Chr. zum Pontifex Maximus und 47 v. Chr. zum Augur. Die römische Münzprägung verfügte jedoch über keine traditionellen Symbole, um das höchste religiöse Amt – das des Pontifex Maximus – eindeutig zu kennzeichnen.
Revers des Denars RRC 467/1b
Revers des Denars RRC 443
Caesar entwickelte deshalb einen neuen Münztyp, der sich ausschließlich auf die Insignien dieser Ämter konzentrierte, ohne die sonst üblichen Begleitbilder. Auf RRC 443 (49–48 v. Chr.) (erscheinen Culullus (Ritualbecher), Aspergillum (Sprenggerät), Axt und Apex (rituelle Kopfbedeckung der Flamines); auf RRC 467 (46 v. Chr.) werden Culullus und Aspergillum zusätzlich von Krug und Lituus (Stab) flankiert. Durch die Häufung dieser religiösen Zeichen entstand ein neues Konzept, das Caesars höchste Autorität sichtbar machen sollte.
Caesar ließ Münzen mit diesen religiösen Darstellungen prägen, also mitten im Bürgerkrieg. Er hatte seine Armee rechtswidrig nach Rom geführt und sich die Rollen des Diktators und Konsuls angeeignet. Seine politischen Ämter hatte er unter Rechtsbruch und großem Blutvergießen erlangt. Die meisten seiner religiösen Ämter hingegen hatte er innerhalb des traditionellen Rahmens erworben.
Indem er diesen neuen Münztyp nutzte, stellte er zunächst seine religiöse Autorität als Pontifex Maximus heraus und später zusätzlich als Augur – ein Amt, das traditionell eng mit politischer Legitimität und dem Recht eines Feldherrn, eine Armee zu führen, verbunden war. Zur weiteren Untermauerung seiner Stellung kombinierte er die religiösen Motive mit Zeichen militärischer und politischer Macht: Die Vorderseite von RRC 443 zeigt einen Elefanten, der einen Drachen niedertritt – ein traditionelles Machtsymbol. RRC 467 betont die Ballung politischer und religiöser Ämter: Auf der Vorderseite steht die Göttin Ceres mit der Inschrift COS TER DICT ITER (zum dritten Mal Konsul, zum zweiten Mal Diktator), während die Rückseite Culullus, Aspergillum, Krug und Lituus mit der Inschrift AVGVR PONT MAX (Augur, Pontifex Maximus) zeigt.
Nach Caesars Tod griffen zahlreiche Militärführer Caesars Münztyp mit religiösen Insignien auf, um ihre legitime Autorität zu demonstrieren und zugleich ihre Nähe zu Caesar zu betonen. So zeigt RRC 488/1 ein Doppelporträt: Marcus Antonius mit einem Lituus sowie Caesar mit einem Krug. Doch nicht nur Caesars Erben nutzten diesen Münztyp zur Legitimation im Bürgerkrieg: Auch M. Brutus und Lentulus Spinther prägten gemeinsam RRC 500/7. Auf der Vorderseite stehen die Inschrift BRVTVS sowie Axt, Culullus und Messer; die Rückseite trägt LENTVLVS SPINT sowie Krug und Lituus.
Zum Verständnis sowie zur Struktur, werde ich chronologisch anhand der zeitlichen Ausgabe der Münzen vorgehen. Dazu nutze ich viele Münzen aus meiner persönlichen Sammlung, um den Werdegang von Julius Caesar zu rekonstruieren. Ich beginne im 40. Lebensjahr von Caesar mit den Feldzügen gegen die Gallier.
Ein römischer Centurio
Julius Caesar erklomm die religiöse, militärische sowie politische Leiter Roms. 61-60 v. Chr. kämpfte Caesar als Legat unter dem römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus (Pompey) gegen die aufständischen Lusitanier in Hispania (dem heutigen Spanien und Portugal). Anschließend wurde Caesar 60 v. Chr. Mitglied des beispiellosen Bündnisses, das als Erstes Triumvirat mit zwei mächtigen Römern bekannt wurde: Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus.
Diese drei mächtigen Männer der Römischen Republik schlossen sich zusammen, um ihre politischen Interessen und ihre Macht in Rom zu stärken.
Zu dieser Zeit befand sich Rom in einer politischen Krise, und Caesar, Pompey und Crassus erkannten, dass sie durch eine Zusammenarbeit ihre politischen Ziele besser erreichen konnten. Alle drei hatten bereits bedeutende militärische Erfolge erzielt und waren darüber hinaus politisch sehr einflussreich, aufgrund ihrer mächtigen Adelsfamilien.
Caesar wurde 59 v. Chr. zum Konsul ernannt und mit Hilfe seiner politischen Verbündeten war es Caesar gelungen, sich zum Statthalter des cisalpinen Galliens und Illyricums zu machen. Später kam das transalpine Gallien hinzu, was ihm das Kommando über vier Legionen einbrachte.
Die Dauer dieser Statthalterschaft und damit seine Immunität vor Strafverfolgung wurde auf außerordentliche fünf statt der üblichen ein Jahres Periode festgelegt. Der hoch verschuldete Caesar nutzte die instabile Lage in Gallien, um sein Territorium durch Eroberungen zu vergrößern und seine Besitztümer durch Plünderungen zu vermehren.
Was schließlich als Caesars "Gallischer Krieg" bekannt wurde, war zunächst eine stückweise Angelegenheit, aber innerhalb von sechs Jahren hatte er die römische Herrschaft auf ganz Gallien, bis hin zum Ärmelkanal, ausgedehnt. In den Jahren 55 und 54 v. Chr. unternahm Caesar zwei Feldzüge nach Britannien, dabei kam es aber nicht zu dauerhaften Eroberungen für das Römische Reich.
In der interaktiven Karte sind die Schlachten detailliert dargestellt sowie auch die grobe Route der Legionen.
Nach Jahren relativer Erfolge, die er vor allem der Tatsache verdankte, dass er die einzelnen Stämme (Gallier und Germanen) getrennt voneinander bekämpfen konnte, sah er sich dem Häuptling der Arverner, Vercingetorix, gegenüber, der zu spät eine Konföderation gegründet hatte, um sich gegen Caesar zu behaupten.
Im Jahr 52 v. Chr. besiegte Caesar Vercingetorix schließlich trotz heftigen Widerstands in der Schlacht (oder Belagerung) von Alesia. Dieser "illegale Krieg" (ohne staatliche Legitimation), der nach Caesars eigenen Angaben eine Million Tote gefordert hatte, trug maßgeblich dazu bei, dass er unter den Staatsmännern der späten Republik zu höchster Macht gelangte, durch Kriegsbeute unglaublich reich wurde und sich auch bei den Plebejer ("Plebs": allgemein für das Volk im antiken Rom) einer gefährlichen Beliebtheit erfreute.
Das Erste Triumvirat war eine informelle Vereinbarung, die nicht auf offizielle Weise anerkannt wurde, und es gab immer Spannungen und Konflikte zwischen den Mitgliedern aber auch gegenüber dem Senat. Crassus starb 53 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Parther, was das Bündnis weiter schwächte.
Statue von Vercingetorix
Auch wenn die gallischen Kriege nahezu keine numismatische Relevanz hat, musste ich für die Erstellung der interaktiven Karte viele unterschiedliche Quellen zur Recherche heranziehen. Ein Mix aus alten Quellen sowie historischen Forschungen und neuen Erkenntnissen. Zur Übersicht habe ich die einzelnen Jahre zusammengefasst.
Sämtliche Angaben sind nach bestem Wissen & Gewissen entstanden.
Gaius Iulius Caesar übernimmt Anfang 58 v. Chr. das Kommando als Prokonsul und reagiert prompt auf die drohende Völkerwanderung der Helvetier. Im Frühjahr 58 brechen die Helvetier aus ihrer Heimat in Richtung Südwestgallien auf und Caesar eilt in nur acht Tagen von Rom nach Genf, um mit einer kleinen Truppe die Römerprovinz zu schützen. Nach gescheiterten Verhandlungen errichtet Caesar Eilsperren am Rhôneufer und zwingt die Helvetier, nördlich auszuweichen.
Ende Juni 58 stellt Caesar die Helvetier nahe Bibracte und besiegt sie in einer entscheidenden Schlacht trotz hoher eigener Verluste. Kurz darauf rufen gallische Stammesführer Caesar gegen den germanischen König Ariovist zu Hilfe, der sich im Elsass festgesetzt hat. Caesar marschiert in einem schnellen Sommerfeldzug nach Osten und stellt Ariovist zur Schlacht. Mitte September 58 kommt es zur Entscheidung: Caesar schlägt Ariovist in einer Schlacht im Oberelsass vernichtend und vertreibt dessen germanische Krieger über den Rhein. Anschließend legt Caesar seine Truppen in Winterlager bei den Sequanern in Gallien, während er selbst in die Provinz Gallia Cisalpina zurückkehrt.
Im Frühjahr 57 v. Chr. formiert sich im Norden eine große Koalition der belgisischen Stämme gegen die römische Präsenz. Caesar reagiert rasch und zieht mit seinen Legionen aus dem Winterlager bei Vesontio (Besançon) nach Norden.
Im Sommer 57 stößt er ins Belgerland vor, sichert das Bündnis mit dem Stamm der Remer und trifft am Fluss Axona (Aisne) auf das Heer der Belger. In der Schlacht an der Axona (Juli 57) besiegen Caesars Legionen die vereinigten Belgervölker und schlagen sie in die Flucht. Caesar nutzt den Erfolg und unterwirft in kurzer Folge mehrere Städte der Belger (Suessiones, Bellovaci, Ambiani) durch Kapitulation.
Der härteste Widerstand kommt vom Stamm der Nervier: Diese fallen Caesars Heer bei einem Flussübergang am Sabis (Somme) überraschend an. Nach heftigen Kämpfen wendet Caesar die Lage und schlägt die Nervier entscheidend. Bis September 57 sind die meisten belgischen Stämme besiegt oder haben sich unterworfen, womit ganz Nordgallien unter römische Kontrolle gerät. In Rom ehrt der Senat Caesar für die Siege mit einem 15-tägigen Dankfest (supplicatio).
Anfang 56 regen sich Unruhen bei den kürzlich unterworfenen Stämmen Westgalliens (Armorica). Caesar entsendet seinen Legaten Publius Crassus in diese Region und lässt an der Loire eine Flotte bauen, da die aufständischen Veneter eine Seemacht sind.
Im April 56 trifft sich Caesar außerdem in Italien mit seinen Mit-Triumvirn Pompeius und Crassus in Lucca, um das politische Bündnis (Erstes Triumvirat) zu erneuern und seine Statthalterschaft zu verlängern. Anschließend kehrt er nach Gallien zurück und beginnt drei parallel laufende Feldzüge gegen die widerständigen Völker: Caesar selbst führt eine Armee gegen die seefahrenden Veneter in der Bretagne, sein Legat Quintus Titurius Sabinus kämpft gegen aufständische Stämme in der Normandie, und Publius Crassus zieht nach Aquitanien im Südwesten.
Während Sabinus und Crassus ihre Gegner innerhalb weniger Monate besiegen, gelingt Caesar erst im Spätsommer 56 der entscheidende Schlag gegen die Veneter: Nach langwierigen Vorbereitungen trifft Caesars neu gebaute Flotte auf die venetische in der Bucht von Quiberon und zerstört sie. Damit endet der Veneterkrieg mit einem römischen Sieg – die Anführer der Veneter werden hingerichtet, um weitere Aufstände abzuschrecken. Bis Herbst 56 sind die letzten offenen Widerstände in Gallien gebrochen, und Caesar verteilt seine Truppen erneut auf Winterlager in der Provinz.
Anfang 55 v. Chr. erhält Caesar Nachrichten von zwei germanischen Stämmen (Usipeter und Tenkterer), die über den Rhein nach Gallien eingedrungen sind. Caesar bricht ungewöhnlich früh im Jahr aus Italien nach Gallien auf und versammelt im Mai seine Truppen bei Samarobriva (Amiens). Angesichts der plündernden Germanen führt Caesar seine Legionen rheinaufwärts.
Im Juni 55 kommt es zu einem Treffen mit den Anführern der Germanen, doch Caesars Angebote werden ignoriert. Er greift daraufhin das germanische Lager überraschend an, schlägt die Usipeter und Tenkterer vernichtend und lässt die Überlebenden bis an den Rhein verfolgen. Um ein dauerhaftes Zeichen römischer Macht zu setzen und mögliche germanische Verstärkungen fernzuhalten, beschließt Caesar, den Rhein zu überschreiten.
In nur zehn Tagen lässt er von seinen Legionären eine gewaltige Holzbrücke über den Rhein errichten und führt die Armee im Juli 55 auf das rechtsrheinische Ufer. Nach 18-tägiger Machtdemonstration auf germanischem Boden zieht sich Caesar geordnet zurück und zerstört die Brücke hinter sich. Unmittelbar danach wendet er sich einem neuen Ziel zu: Britannien.
Im Spätsommer 55 segelt Caesar mit zwei Legionen von der gallischen Küste (Portus Itius, wohl bei Boulogne-sur-Mer) über den Ärmelkanal. Er landet Ende August 55 v. Chr. an der Küste Britanniens trotz heftigem Widerstand brittonischer Krieger. Nachdem die einheimischen Stämme zunächst Friedensverhandlungen anbieten, zwingen Stürme und Frühjahrstiden Caesars Flotte in der folgenden Nacht in eine kritische Lage – viele seiner Schiffe werden beschädigt.
Die Briten erneuern daraufhin ihre Angriffe, doch Caesar kann sie in mehreren Gefechten von seinem befestigten Lager abwehren. Angesichts des Herbstwetters bricht Caesar die Expedition ab. Kurz vor der Herbst-Tagundnachtgleiche (Ende September) setzt er mit seinen Truppen nach Gallien zurück. In Gallien schlägt Caesar noch einen Aufstand der Küstenstämme (Morini und Menapier) nieder und legt seine Legionen dann in Winterquartiere bei den Belgern.
Der römische Senat feiert Caesars Erfolge in diesem Jahr mit einem 20-tägigen Dankopfer in Rom.
Caesar nutzt den Winter 55/54 v. Chr., um in Gallien neue Schiffe bauen zu lassen und Verstärkungen aus Italien heranzuführen.
Im Sommer 54 bricht er mit fünf Legionen zu einer zweiten Britannien-Expedition auf. Wegen ungünstiger Winde verzögert sich die Überfahrt um mehrere Wochen, doch am 6. Juli 54 (römischer Kalender) landet Caesar schließlich erneut in Britannien.
Diesmal dringt er bis in das Gebiet des britonischen Fürsten Cassivellaunus im Inland vor. Trotz Versorgungsschwierigkeiten und eines schweren Sturms, der Caesars Flotte erneut zusetzt, erzwingen die Römer mehrere Gefechte und verhandeln schließlich die Unterwerfung britischer Stämme. Caesar segelt Ende September 54 zurück nach Gallien.
Kurz darauf bricht in Gallien die bislang schwerste Krise aus: Viele Stämme erheben sich spontan gegen die römische Besatzung. Auslöser sind schlechte Ernteerträge und die Abwesenheit Caesars, der seine Legionen weit verstreut in Winterlagern untergebracht hat.
Im November 54 lockt der aufständische Fürst Ambiorix (Eburonen) eine römische Legion unter Sabinus und Cotta in einen Hinterhalt – das gesamte römische Kontingent von ca. 15 Kohorten wird aufgerieben. Anschließend belagern die Eburonen mit Verbündeten das Winterlager des Legaten Quintus Cicero bei den Nerviern.
Diese Belagerung dauert fast drei Wochen und bringt die eingeschlossenen Römer an den Rand der Kapitulation. Erst ein tapferer Bote kann ausbrechen und Caesar alarmieren. Caesar, der sich zu diesem Zeitpunkt in der gallischen Hauptstadt Samarobriva aufhält, reagiert sofort: Er sammelt zwei Legionen und eilt in einem Gewaltmarsch (ca. 200 km durch winterliches Gelände innerhalb von 4,5 Tagen!) zur Rettung.
Anfang Dezember 54 schlägt Caesar die vereinigten Aufständischen der Nervier in einer Schlacht vor Ciceros Lager vernichtend und hebt die Belagerung auf. Die Gallier ergreifen die Flucht; Caesar entsetzt mit seinem Einschreiten die Aufständischen und stabilisiert dadurch die Lage. Er konzentriert nun sicherheitshalber alle Legionen im Gebiet der Treverer und überwintert selbst in Gallien, um weitere Revolten im Keim zu ersticken .
Die Lage in Gallien bleibt zu Jahresbeginn 53 v. Chr. angespannt. Caesar rekrutiert im Winter zwei neue Legionen und erhält zusätzlich eine Legion aus Pompeius’ spanischen Provinzen, um die Verluste des Vorjahres auszugleichen.
Im Frühjahr 53 geht Caesar entschieden gegen die verbliebenen Aufstandsherde vor: Er überrumpelt zunächst die Nervier und kann durch einen schnellen Strafzug deren Widerstand brechen. Anschließend ruft er in Agedincum (Sens) die gallischen Anführer zusammen, um Stärke zu demonstrieren und weiteres Konfliktpotential auszuloten. Als einige Stämme (Senonen und Carnuten) Verdacht erregen, rückt Caesar sofort gegen sie vor. In nur zwei Tagen erreicht er Agedincum und erzwingt die Unterwerfung der Senonen; kurz darauf kapitulieren auch die benachbarten Carnuten vor der römischen Übermacht. Während Caesar durch Zentralgallien marschiert, schlägt sein Stellvertreter Titus Labienus im Mai 53 einen Angriff der treverischen Reiterei zurück und tötet deren Anführer Indutiomarus, womit der Aufstand der Treverer zusammenbricht.
Um ein abschreckendes Exempel zu statuieren, unternimmt Caesar im Hochsommer 53 eine zweite Rheinüberquerung: Er lässt erneut eine Brücke schlagen und führt seine Legionen ins rechtsrheinische Gebiet der Sueben, bricht diesen Feldzug aber bald ab, da der Feind sich dem Zugriff entzieht. Nach nur wenigen Wochen kehrt Caesar ohne Kampf nach Gallien zurück, zerstört die Rheinbrücke und widmet sich seinem Hauptziel – der endgültigen Ahndung des Eburonenaufstands.
Anfang September 53 beginnt Caesar eine großangelegte Vergeltungskampagne gegen Ambiorix und die Eburonen. Er teilt das Heer in drei Kolonnen, um das gesamte Gebiet der Eburonen systematisch zu durchkämmen. Ambiorix entkommt zwar immer wieder, doch Caesars Truppen verwüsten das Stammesgebiet planmäßig und machen es unbewohnbar. Bei Aduatuca kommt es zu einem gefährlichen Zwischenfall, als eine germanische Bande das dortige römische Lager überrascht und zwei Kohorten vernichtet; Caesar jedoch erscheint rechtzeitig, schlägt die Angreifer in die Flucht und stellt die Ordnung wieder her.
Bis Ende Oktober 53 hat Caesar das Land der Eburonen vollständig zerstört, womit Ambiorix’ Stammesmacht gebrochen ist Anfang November ruft Caesar in Durocortorum (Reims) die gallischen Fürsten zusammen und lässt die Rädelsführer der Revolte hinrichten oder bestrafen. Anschließend entlässt er seine Legionen in gut gesicherte Winterquartiere und begibt sich wie üblich nach Norditalien, um dort die Amtsgeschäfte als Statthalter zu führen.
Januar 52 v. Chr.: Während Caesar in Norditalien weilt, eskaliert in Rom die Lage nach der Ermordung des Volkstribunen Clodius. Der Senat ruft den Notstand aus (senatus consultum ultimum) und überträgt Pompeius Sonderevollmachten, was Caesar politisch unter Druck setzt. Diese Nachrichten ermutigen in Gallien die ohnehin aufständischen Kräfte:
Am 13. Februar 52 (römischer Kalender) massakriert der Stamm der Carnutes in Cenabum (Orléans) die dortigen römischen Kaufleute – das Signal zum allgemeinen Aufstand. Vercingetorix, ein charismatischer Arverner-Fürst, übernimmt die Führung der gallischen Koalition und vereint zahlreiche Stämme gegen Rom. Caesar handelt entschlossen: Trotz tiefem Winter rekrutiert er umgehend frische Truppen in Italien und bricht noch im März 52 nach Gallien auf. Über die noch schneebedeckten Cevennen dringt er in Arvernergebiet vor und überrascht den Feind mit einem schnellen Verwüstungszug. Anschließend schließt er sich mit seinen Legionen in Agedincum (Sens) zusammen und geht zum Gegenangriff über. Frühjahr 52: Caesar marschiert gegen die mit Vercingetorix verbündeten Biturigen und belagert deren Hauptstadt Avaricum (Bourges).
Nach mehrwöchiger Belagerung und heftiger Gegenwehr fällt Avaricum am 15. Juni 52 an die Römer – Caesar lässt die Stadt zur Abschreckung plündern und nur knapp 800 von 40.000 Bewohnern am Leben. Nach diesem Erfolg versucht Caesar, direkt ins Kernland der Arverner vorzustoßen und Gergovia (nahe Clermont-Ferrand), die Heimatstadt Vercingetorix’, einzunehmen.
Dieser Vorstoß scheitert jedoch: Ende Juli 52 erleidet Caesar in der Schlacht vor Gergovia eine Niederlage und muss sich nach schweren Verlusten (rund 700 gefallene Legionäre) zurückziehen. Die bisher mit Rom verbündeten Aeduer wechseln daraufhin die Seiten und schließen sich dem Aufstand an. Caesar zieht sich mit Mühe nach Norden zurück, wo sein Legat Labienus inzwischen einen Aufstand der Pariser und Senonen erfolgreich niedergeworfen hat.
August 52: Caesar vereinigt seine Kräfte mit Labienus bei Agedincum. Vercingetorix, der inzwischen über ein Heer von vielleicht 80.000 Kriegern verfügt, will eine Entscheidungsschlacht vermeiden. Er setzt auf Guerillataktik und zieht sich mit seinen Truppen auf das Plateau von Alesia (im Gebiet der Mandubier, heute Alise-Sainte-Reine) zurück. Caesar folgt ihm und beginnt, Alesia mit einem doppelten Ring aus Befestigungen zu umschließen – einer nach innen gegen die Eingeschlossenen, einer nach außen gegen ein gallisches Entsatzheer.
September 52: In einem großen Reitergefecht vor Alesia schlagen Caesars germanische Auxiliarreiter die Reiterei der Gallier und hindern sie daran auszubrechen. Vercingetorix schickt daraufhin seine gesamte Kavallerie aus der belagerten Stadt, um in ganz Gallien Verstärkung zu rufen. Caesar verstärkt indes seine Befestigungen – innerhalb weniger Wochen errichten seine Legionäre eine 16 km lange doppelstöckige Palisadenanlage mit Gräben, Wällen und Fallen um Alesia.
Anfang Oktober 52 trifft das gallische Entsatzheer (aus angeblich über 250.000 Kriegern) vor Alesia ein. Es folgt ein mehrtägiger Kampf um Caesars Verschanzungen: Am 14. Oktober durchbrechen die gallischen Verstärkungen fast die römische Außenlinie, während gleichzeitig die Eingeschlossenen unter Vercingetorix ausbrechen. In letzter Minute kann Caesar persönlich mit Reservetruppen die Krise meistern und die Angreifer zurückwerfen. Die Schlacht bei Alesia endet mit einem völligen Sieg der Römer. Das gallische Entsatzheer löst sich in Panik auf, zehntausende Krieger liegen erschlagen auf dem Feld.
Am nächsten Tag – 15. Oktober 52 v. Chr. (römischer Kalender) – reitet Vercingetorix in voller Rüstung aus Alesia und ergibt sich Caesar bedingungslos. Damit ist der große gallische Aufstand gebrochen. In den folgenden Wochen kapitulieren auch die letzten rebellierenden Stämme: Die Aeduer und Arverner übergeben Caesar Geiseln und werden für diesmal milde behandelt. Caesar entlässt seine Legionen in die Winterquartiere und verweilt selbst bis zum Jahresende in Gallien (Bibracte), um die Provinz endgültig zu befrieden.
In Rom beschließt der Senat in Anerkennung dieses gewaltigen Sieges ein Dankfest von 20 Tagen – die längste supplicatio der römischen Geschichte bis dahin.
Nach Alesia ist der organisierte Widerstand in Gallien gebrochen, doch 51 v. Chr. muss Caesar noch einige Restaufstände niederschlagen.
Im Frühjahr 51 erhebt sich der stolze Stamm der Bellovaker im Norden Galliens unter König Corréus. Caesar reagiert mit Schnelligkeit: Er zieht im März 51 vier Legionen zusammen und schlägt die Bellovaker in einer letzten Schlacht vernichtend, worauf sich die Überlebenden ergeben. Parallel dazu jagen seine Offiziere Caninius und Fabius die letzten versprengten Aufständischen im Westen und Südwesten Galliens. Eine Gruppe unter Drappes und Lucterius verschanzte sich in der Festung Uxellodunum (im Gebiet der Kadurker). Juli 51: Der Legat Caninius Rebilus umstellt Uxellodunum und kappt durch geschickte Minierarbeit die Wasserversorgung der Stadt. Daraufhin kapituliert die letzte Bastion am Ende des Sommers 51, und Caesar lässt den Verteidigern als Abschreckung die Hände abschlagen.
Nun gilt ganz Gallien als befriedet – Caesar verkündet im September 51 offiziell das Ende des Krieges.
Er bereist noch einmal die Provinz, nimmt die Unterwerfung aller Völker entgegen und belohnt loyale Stämme durch mildes Entgegenkommen. Anschließend entlässt er die meisten Legionen in sichere Winterlager nördlich der Alpen (Nemetocenna/Arras und Umgebung).
In Rom schwelt unterdessen der politische Konflikt zwischen Caesar und dem Senat: Viele Aristokraten (angeführt von Pompeius und dem Konsul Marcellus) fordern, dass Caesar nach dem langen Krieg sein Kommando niederlegen und sich ohne Armee in Rom stellen müsse. Caesar hingegen will 50 v. Chr. in Abwesenheit erneut für das Konsulat kandidieren, wozu er sein Imperium behalten müsste.
Frühjahr 50 v. Chr.: Auf Druck des Senats muss Caesar eine seiner treuen Legionen (die 15. „Alaudae“) sowie die von Pompeius früher gestellte 1. Legion für einen angeblichen Partherkrieg nach Italien zurückschicken. In Wahrheit stärkt Pompeius so seine eigene Macht, denn die Legionen werden ihm in Capua übergeben. Caesar stehen nun in Gallien noch zehn Legionen zur Verfügung. Über das Jahr 50 hinweg sichert er diplomatisch seinen Rückhalt in den gallischen Gemeinden und bei seinen Veteranen. Im Sommer begibt er sich nach Ravenna nahe der italienischen Grenze und beobachtet die Entwicklung in Rom.
Dort verschärft sich die Lage im Herbst 50 v. Chr.: Pompeius und die Senatsmehrheit verlangen ultimativ Caesars Abdankung, sonst werde er als Staatsfeind behandelt. Im Dezember 50 lässt Caesar zwei seiner Legionen aus dem Gebiet der Aeduer an die Grenze zu Italien vorziehen (nach Ariminum/Rimini). Gleichzeitig blockieren die ihm geneigten Volkstribunen Marcus Antonius und Quintus Cassius in Rom alle Senatsbeschlüsse, die gegen Caesar gerichtet sind.
Als der Konsul Marcellus kurz vor Jahresende 50 n. Chr. Pompeius offen das Kommando über alle in Italien verfügbaren Truppen überträgt, ist das Machtgleichgewicht zerbrochen. Caesar steht am Rubikon bereit – der Bürgerkrieg ist nur noch einen Schritt entfernt.
Am 1. Januar 49 verliest der Volkstribun Curio im Senat Caesars Kompromissvorschlag, doch die Senatsmehrheit lehnt jedes Entgegenkommen ab. Als Reaktion verabschiedet der Senat am 7. Januar das Notstandsdekret (SCU) gegen Caesar. Die ihm verbundenen Tribunen Antonius und Cassius fliehen daraufhin aus Rom und eilen in Caesars Lager nach Ariminum. Caesar sieht die friedliche Lösung gescheitert.
Die Gründe für diesen Konflikt waren vielfältig. Einerseits hatte Caesar, als erfolgreicher Feldherr und populärer Politiker, in den Jahren zuvor eine große Machtbasis aufgebaut und war zu einem der einflussreichsten Männer im Römischen Reich aufgestiegen. Gleichzeitig war er aber auch umstritten, da er immer wieder versucht hatte, seine Macht auf Kosten der Senatsaristokratie ("Patrizier") auszubauen und seine persönlichen Interessen über die der Republik zu stellen.
Insbesondere der einflussreiche Senator Pompeius, der zuvor mit Caesar gemeinsam regiert hatte, wandte sich gegen ihn und suchte Verbündete in der Senatsaristokratie.
Letztlich eskalierte die Situation im Jahr 49 v. Chr., als Caesar von seinen politischen Gegnern aufgefordert wurde, seine Armee aufzulösen und nach Rom zurückzukehren. Caesar weigerte sich jedoch und zog am 11. Januar 49 v. Chr. mit nur einer Legion (die 13.) über den Rubikon, einen Grenzfluss, der das von ihm kontrollierte Gallien vom römischen Italien trennte. Dies galt als offene Kriegserklärung an den Senat und führte schließlich zum Beginn des Bürgerkrieges zwischen Caesar und seinen Gegnern. Bei der Überquerung soll Caesar gesagt haben "Alea iacta est" ("Geworfen ist der Würfel" bzw. "die Würfel sind gefallen").
Binnen weniger Tage besetzen seine Truppen kampflos die Städte Ariminum, Pisaurum, Ancona und Iguvium in Mittelitalien. Pompeius, der vom Senat zum Oberbefehlshaber ernannt wurde, ist von der Schnelligkeit des Vormarsches überrascht. Er verfügt in Italien nur über geringe Kräfte und ordnet daher den Rückzug an: Mitte Januar 49 verlassen Pompeius, die beiden Konsuln und die meisten Senatoren fluchtartig Rom und flüchten südwärts nach Capua bzw. Brundisium. Caesar versucht in letzter Minute, über Unterhändler eine Einigung zu erreichen, doch Pompeius weist alle Angebote zurück . Caesar rückt indes zügig südwärts vor. In Februar 49 umschließt er das bei Pompeius’ Anhänger Domitius Ahenobarbus liegende feindliche Heer in Corfinium (nahe Rom). Nach einwöchiger Belagerung kapituliert Domitius am 21. Februar; Caesar begnadigt die feindlichen Senatoren und integriert die 5.000 Legionäre des gegnerischen Heeres in seine Armee.
Pompeius hat sich unterdessen mit seinen besten Truppen nach Brundisium zurückgezogen. Caesar nimmt die Verfolgung auf und erreicht Brundisium Anfang März. Er versucht, Pompeius im Hafen einzuschließen, doch diesem gelingt am 17. März 49 die Flucht: Pompeius und die Senatoren setzen mit der Flotte nach Griechenland über. Binnen 60 Tagen hat Caesar ganz Italien unter Kontrolle gebracht. Da Caesar mangels Flotte Pompeius vorerst nicht nach Osten folgen kann, wendet er sich dessen Truppen in Hispanien zu. Er marschiert zurück nach Rom, sichert sich dort die Staatskasse, und lässt sich vom Restsenat zum Diktator auf zehn Tage ernennen, um konsularische Neuwahlen abzuhalten (Caesar wird für 48 v. Chr. zum Konsul gewählt). Anschließend bricht er mit einem Heer nach Westen auf: Sommer 49 überschreitet Caesar die Pyrenäen und trifft bei Ilerda (Lleida) auf die sieben Legionen der Pompeianer unter Afranius und Petreius. Nach zähem Ringen gelingt es ihm, die gegnerische Armee von Nachschub abzuschneiden. Schließlich kapitulieren die Pompeianer – am 2. August 49 übergeben Afranius und Petreius bei Ilerda ihre Waffen und entlassen ihre Legionäre. Zeitgleich kapituliert auch die aufständische Hafenstadt Massilia (Marseille) nach monatelanger Belagerung durch Caesars Legaten Gaius Trebonius. Caesar hat damit das ganze West- und Zentral-Mittelmeer Reich unter Kontrolle. Allerdings erleidet sein Feldherr Curio in Afrika einen Rückschlag: Curio war im Auftrag Caesars nach Sizilien und dann nach Nordafrika gesegelt, wurde dort aber im August von den Pompeianern unter Attius Varus und König Juba von Mauretanien bei der Bagradas-Schlacht geschlagen und getötet (ein erster Warnschuss für Caesar). Nachdem Spanien befriedet ist, eilt Caesar noch im Herbst 49 zurück nach Rom. Dort lässt er sich im Dezember erneut zum Diktator ernennen, um wichtige politische Weichen zu stellen. Er erlässt Schuldenerleichterungen, füllt den Senat mit Anhängern auf und bereitet seinen Feldzug gegen Pompeius vor. Nach nur elf Tagen legt Caesar die Diktatur nieder und begibt sich nach Brundisium, wo bereits seine Truppen für die Überfahrt nach Griechenland versammelt sind.
Während des Bürgerkriegs prägte Caesar Münzen ohne die Erlaubnis eines offiziellen römischen Münzprägers. Da er keine legitime Quelle für Münzmaterial hatte, plünderte er die staatlichen Vorräte im Keller des Saturntempels. Plinius der Ältere berichtet, dass er 15.000 Goldbarren, 30.000 Silberbarren und möglicherweise Münzen im Gegenwert von 7,5 Millionen Silberdenaren erbeutete.
1.500 €
Eine wichtige Münze, die in einer der faszinierendsten Perioden der römischen Geschichte ausgegeben wurde. Mit dem Beginn der Bürgerkriege ist dies die erste Münze, die unter offener Missachtung des Senats ausgegeben wurde und den Namen einer Privatperson trägt. Da große Mengen an Denaren benötigt wurden, um Caesars Militärausgaben zu begleichen, reiste die Münzstätte mit ihnen.
Diese Ausgabe wurde nicht, wie sonst üblich, von einem Geldgeber, sondern von Julius Caesar selbst in Auftrag gegeben. Über den Ort der Ausgabe herrscht keine Einigkeit, Crawford führt sie auf eine "Wandermünze" bzw. "Feldmünze" zurück. Laut D. Van Meter (The Handbook of Roman Imperial Coins) wurde die Münze in den Jahren 49-48 geprägt, um die Invasion Italiens zu finanzieren.
Die Allegorie bezieht sich auf die Rettung der Republik (die Schlange/der Drache), die von Metellus Scipio zerschlagen wurde (dessen gens einen Elefanten auf ihren Münzen abgebildet hatte). Es wird allgemein angenommen, dass es sich um einen Drachen handelt, der zertreten wird; der afrikanische Elefant würde nicht nur auf den Sieg gegen Ariovist im Jahr 58 v. Chr. anspielen (der Drache befand sich auf dem Banner der Germanen), sondern auch auf den Namen Caesar, der in Mauretanien ein homographisches Wort für Elefant in der Sprache der Mauren entdeckte. Über die exakte Interpretation wird noch heute diskutiert. In numismatischen Kreisen auch gerne "Caesarfant" genannt.
Die hier dargestellten religiösen Embleme sind Symbole für priesterliche Ämter: Liktorenkappe (Apex), Liktorenbeil (Securis), Weihwasserwedel (Aspergillum) und Schöpfkelle (Simpulum) stehen für die Funktionen, die mit den Pontifices und den Auguren verbunden sind. Sie sollen die Legitimität allen politischen Handelns gewährleisten und sichern das Heil des römischen Staates durch die Beachtung des göttlichen Willens. Caesar selbst bekleidet die meisten religiösen Ämter und nutzt sie zu Propagandazwecken. Schon praktisch, wenn man seine eigene Münze prägt, denn damals gab es noch keine Medien, wie wir sie heutzutage kennen, und so diente diese Prägung auch als Kommunikationsmittel.
RRC 443/1
Eventuell gibt es davon auch eine Restitutionsmünze (RIC II Trajan 800), aber ich finde dazu keinerlei Bilder oder Museen, die diese Aussage stützen.
500 €
Auf der Vorderseite der Kopf der Göttin Venus mit Diadem. Die Rückseite zeigt, Aeneas ("Stammvater der Römer"), der seinen Vater Anchises und die antike Kultstatue der Athena Pallas ("Palladium") trägt. Neben Aeneas steht der Name Caesars. Diese Gegenüberstellung bringt Caesar mit dem legendären Gründer Roms und Sohn der Venus in Verbindung. Die Göttin Venus erschien auf den Münzen Caesars bis zu seiner Ermordung.
Aber schon früh in seinem Leben weist Caesar immer wieder auf die angeblich göttliche Abstammung seiner Familie hin. Das erste Mal vermutlich anlässlich der Trauerfeier seiner Tante Iulia 69 v. Chr.
Das julische Geschlecht war eine sehr alte Adelsfamilie Roms und führte bereits vor Caesar den Stammbaum auf Aeneas zurück, Sohn der Göttin Venus/Aphordite.
Aeneas soll nach der Zerstörung Trojas mit seinem Sohn Ascanius/Iulus gekommen sein, wo dessen Nachfahren die antike Weltstadt Rom gründeten.
RRC 458/1
Besonders bemerkenswert ist die unten abgebildete Restitutionsmünze, die unter Kaiser Traian in den Jahren 112–114 n. Chr. geprägt wurde (RIC II Trajan 801). Dabei wurde das Motiv des caesarischen Denars mit Aeneas auf dem Revers direkt übernommen; lediglich die Legende erfuhr eine Anpassung. Diese Vorgehensweise ist typisch für Restitutionsmünzen: Durch die bewusste Übernahme republikanischer Bildmotive – wie in diesem Fall – sollte an eine glorreiche Vergangenheit angeknüpft werden.
Extrem selten und nicht in meiner Sammlung. Bild von Bibliothèque nationale de France
300 €
Fourrée? Auch in der Antike gab es bereits Münzfälscher. Diese Denare haben meist einen unedlen Kern, so dass (Horn)Silber nur auf der äußeren Schicht verwendet wird. Oft ist der Kern aus Blei, Bronze oder Kupfer und die darüberliegende Schicht (Horn)Silber. Basiert auf RRC 443/1.
300 €
Zum Schutz vor solchen Fälschungen gab es in der Antike oft "test cuts" oder "bankers mark", um die Echtheit einer Münze zu prüfen. Heutzutage geht es etwas leichter per Gewicht.
Diese Münzen sind ein wichtiges Zeugnis antiker Fälschungstechniken, die oft mit sogenannten "Transfer Dies" geprägt wurden. Basiert auf RRC 458/1.
Diese Bronze Münze wurde im Gebiet der Treverer (Kelten) geprägt, was durch den Fund von 418 Exemplaren im Oppidium von Tetelberg gesichert ist. Die Münze ist von Aulus Hirtius signiert und muss geprägt worden sein, bevor Hirtius Imperator wurde (45-44 v. Chr.) und während er in Gallien war (54-52 und 51-50). Dies hat Auswirkungen auf die Datierung des berühmten Elefantendenars von Caesar, der offensichtlich der Prototyp dieser Ausgabe war und daher vor den Hirtius-Münzen entstanden sein muss. RPC schlägt vor, Crawfords späte Datierung 49-48 zu verwerfen und Sydenhams Datierung 51-50 v. Chr. wieder zu übernehmen.
Eine ungewöhnliche Münze von der man behaupten kann, dass sie der Prototyp für die Ausgaben von Julius Caesar ist.
750 €
RPC I 501
300 €
Æs, 50/30 v. Chr., gallische Münzstätte; Elefant r. / Priestergeräte.
Vorlage für dieses Stück war der Elefant-Denar Caesars (RRC 443/1).
Eine "barbarische" (gallische) Imitation eines Denars. Fiel der Schwindel damals auf? :) Falschgeld gibt es also schon immer - auch schon in der Antike. Ein äußerst seltenes Kuriosum, wahrscheinlich zu Lebzeiten von Julius Caesar.
Delestrée/Tache 612
Während Pompeius selbst keine Münzen prägte, ließen seine Anhänger während des gesamten Jahres 49 v. Chr. Münzen prägen, wobei sie Münzstätten nutzten, die mit dem Feldherrn reisten. Auf diesen Münzen sind größtenteils Gottheiten abgebildet, die in der Tradition der römisch-republikanischen Münzprägung auf die früheren Taten der Familie des jeweiligen Geldgebers anspielen. Zu den Göttern gehören Apollo, Herkules, Artemis und das Oberhaupt des römischen Pantheons, Jupiter. Die Münzen spielen nicht ausdrücklich auf ein bestimmtes pompejanisches Anliegen an.
Es besteht ein deutlicher Kontrast zwischen den Prägepraktiken von Caesar und Pompeius: Während Caesar 49 v. Chr. nur eine einzige Münzsorte prägte, handelte es sich um eine große Ausgabe, die seine Position und seinen bevorstehenden Sieg ankündigte. Die Anhänger des Pompeius verwendeten mehr Münztypen, prägten diese aber in geringerer Stückzahl, und keiner spielte auf die aktuelle Situation des Bürgerkriegs an.
Anfang 48 v. Chr. überschifft Caesar trotz Winterstürmen einen Teil seines Heeres nach Epirus (bei Palaeste, heutiges Durrës in Albanien) und errichtet dort einen Brückenkopf.
Pompeius, der im griechischen Dyrrachium (Durrës) ein großes Heer gesammelt hat, will eine Entscheidungsschlacht zunächst vermeiden. Es folgen monatelange Manöver und Schanzarbeiten: Caesar gelingt es zwar, Pompeius bei Dyrrachium zeitweilig einzuschließen, doch am 9. Juli 48 v. Chr. durchbricht Pompeius mit starken Kräften Caesars Befestigung und fügt den Caesarianern erhebliche Verluste zu . Caesar zieht sich geordnet nach Thessalien zurück, während Pompeius die Verfolgung aufnimmt – nun entschlossen, den Krieg durch eine Feldschlacht zu beenden.
15.000 € leicht korrodiert
Diademierter Frauenkopf nach rechts, mit Eichenkranz, kreuzförmigem Ohrring und Perlenkette; dahinter IIT (Caesars Alter) / Gallische Trophäe mit ovalem Schild und Carnyx über bärtigem Gefangenen (Vercingetorix), der nach rechts auf dem Boden sitzt, die Hände auf dem Rücken gefesselt, mit Halskrause; CAE-SAR im Feld.
RRC 452/4
Die triumphale Prägung, die Caesar während seines Krieges gegen die von Pompeius und später von Metellus Scipio angeführte Senatorenfraktion erhielt, preist seine militärischen Erfolge und Eroberungen in Gallien und erinnert den Träger gleichzeitig an seine behauptete Abstammung von Venus durch Aeneas. Die unter der Waffentrophäe angebundene Rückseitenfigur stellt nach allgemeiner Auffassung den besiegten Vercingetorix dar. Im Jahr 48/7 v. Chr. schmachtete der besiegte gallische Häuptling immer noch im Tullianum, dem unterirdischen Gefängnis unter dem Comitium in Rom. Zum Triumph Caesars im Jahr 46 wurde er herausgeholt, dann in seine Zelle zurückgebracht und vermutlich erwürgt.
Dieser Typus ist ein frühes Beispiel für die spätere Standarddarstellung auf römischen Reichsmünzen: ein besiegter Gefangener, der unter oder neben einer Waffentrophäe auf dem Boden sitzt.
1.100 €
Später Frühling/Frühsommer 48 v. Chr. Militärische Münzstätte, die mit Caesar reist, wahrscheinlich ab der Schlacht von Pharsalus, 9. August 48 v. Chr. Diademierter Frauenkopf (Clementia?) nach rechts, mit Eichenkranz, kreuzförmigem Ohrring, Halskette, das Haar hinten zu einem Knoten zusammengefasst und in Strähnen in den Nacken fallend; LII (= 52 Caesars Alter) nach links / Trophäe des gallischen Wappens, mit gehörntem Helm, in der rechten Hand einen ovalen Schild mit Donnerkeil und in der linken eine Carnyx haltend; securis nach rechts, CAE SAR im unteren Feld.
RRC 452/2
1.680 €
Wandernde Militärprägung. Auf der Vorderseite ist eine verschleierte weibliche Büste (Vesta?) zu sehen; dahinter LII. Die Rückseite zeigt [C]AE - SAR sowie eine Trophäe zwischen Kranz und Akelei.
RRC 452/3
200 €
Julius Caesar. Fourrée Später Frühling/Frühsommer 48 v. Chr. AR Fourrée Denarius Mobile Militärprägeanstalt
Vorderseite: Diademierter Frauenkopf (Clementia?) rechts, mit Eichenkrone; LII (= 52, Caesars Alter) links
Rückseite: Gallische Trophäe, die einen ovalen Schild und ein von einem Wolfskopf gekröntes Wappen hält; rechts Prüfpunze "bankers mark".
Von dieser Münze (452/2) gibt es auch diesen extrem seltenen (RRRR) Aureus (452/1). Nicht in meiner Sammlung ;) da der Wert bei >300.000 € liegt. Das Bild stammt freundlicherweise aus dem Münzkabinett Wien.
Am 9. August 48 (julianisches Datum) treffen die Hauptheere bei Pharsalos (in Griechenland) aufeinander. Pompeius’ Heer ist zahlenmäßig überlegen, doch Caesars erfahrene Veteranen siegen trotz hartnäckiger Gegenwehr entscheidend in der Schlacht von Pharsalos. Pompeius selbst kann mit wenigen Getreuen vom Feld entkommen und flieht nach Ägypten, wo er jedoch kurz nach seiner Ankunft im September 48 von Dienern des jungen Königs Ptolemaios XIII. ermordet wird. Als Caesar im Oktober 48 über Zypern in Alexandria eintrifft, findet er nur noch den Kopf seines Rivalen vor – er soll der Überlieferung nach darüber geweint haben.
Caesar wird nun in die ägyptischen Thronwirren verwickelt: Er stellt sich auf die Seite der jungen Königin Kleopatra und gerät dadurch in Konflikt mit König Ptolemaios XIII. und dessen Anhängern. Im Herbst 48 v. Chr. beginnen in Alexandria heftige Straßen- und Palastkämpfe (der alexandrinische Krieg), in denen Caesars kleine Truppe zeitweise in Bedrängnis gerät. Er behauptet sich jedoch und erhält im Januar 47 v. Chr. Verstärkung aus Kleinasien.
Anfang 47 entscheidet Caesar den Kampf in Alexandria: Im März besiegt er die Truppen des Ptolemaios in der Nähe des Nils, wobei der König ums Leben kommt. Caesar setzt Kleopatra VII. als regierende Königin Ägyptens ein – auch um die Provinz Rom gegenüber verpflichtet zu machen. Sie war mehr als nur eine Verbündete, sie war Caesars Geliebte. Aus dieser Verbindung ging der einzige aber nicht legitime Sohn hervor. Er wurde Ceasarion ("kleiner Caesar") genannt.
Kurz darauf eilt Caesar in den Osten, wo sich bereits der nächste Konflikt anbahnt: Pharnakes II., der König von Pontos (und Sohn von Mithridates), hat die Gelegenheit genutzt und weite Teile Kleinasiens besetzt.
1.100 €
Naevius Balbus und C. Iulius Caesar, nach 47 v. Chr. Venuskopf rechts. Trophäe aus gallischen Waffen, Schild und Axt. Slg. Flesche 707 (dies Exemplar).
Bei dieser Stempelkombination handelt es sich um eine extrem seltene hybride Prägung ("Hybriddenar"). Zu den römischen Vorbildern siehe RRC 382/1 (Avers) und 452/2 (Revers).
Mittlerweile wurde die Anwesenheit Caesars in Rom benötigt. Auf dem Rückweg gab es allerdings eine weitere Schlacht. Caesar kämpfte in Kleinasien (nahe dem heutigen Zile in der Türkei, Schlacht bei Zela) gegen den König Pharnaces II. von Pontus.
Julius Caesar besiegte Pharnaces II. im Jahr 47 v. Chr. während seines Pontus-Feldzugs. Pharnaces II. hatte versucht, das Römische Reich zu destabilisieren, indem er kleinere Nachbarstaaten angegriffen hatte. Caesar entschied sich, auf diese Bedrohung zu reagieren und marschierte in die Region ein.
3.000 €
Seine frühesten bekannten Münzportraits wurden jedoch nicht in der Hauptmünzstätte in Rom ausgegeben. Stattdessen wurden sie 47/6 v. Chr. in der großen Stadt Nicaea in Bithynien (der heutigen Nordwesttürkei) geprägt, nicht weit von dem Ort entfernt, an dem Caesar gerade einen großen Sieg über den rebellischen König Pharnaces II. errungen hatte.
Caesar war nämlich der erste römische Politiker, der zu Lebzeiten in der römischen Münzanstalt Münzen mit seinem eigenen Portrait prägen ließ, was im damaligen Rom als inakzeptabler Akt politischer Arroganz galt.
Æ Assarion. C. Vibius Pansa, Prokonsul. Datiert ςΛΣ 236 (47/6 v. Chr.). Nackter Kopf des Caesar; [NIKAEΩN] (Ortsangabe) nach links oben. Die Rückseite zeigt Nike (griechische Siegesgöttin) nach rechts schreitend, Kranz und Palme haltend; Monogramme nach links und rechts; ςΛΣ (Datum) im Exergue (Feld einer Münze). Außerdem steht als Inschrift EΠI ΓAIOY OYIBIOY ΠAN∑A (Magistrat von Gaius Vibius Pansa)
RPC I 2026
Die Schlacht von Zela war eine kurze, aber entscheidende Auseinandersetzung, in der Caesar Pharnaces II. in nur fünf Tagen besiegte. Caesar soll nach dem Sieg den berühmten Ausspruch "Veni, vidi, vici" (Ich kam, sah, siegte) getätigt haben, um den schnellen und überlegenen Erfolg seiner Truppen zu beschreiben. Der Sieg in der Schlacht von Zela wird oft als eines der bedeutendsten militärischen Erfolge von Julius Caesar angesehen, da er in kurzer Zeit eine große Bedrohung für das Römische Reich beseitigte und seinen Ruf als erfolgreicher Feldherr weiter stärkte.
Anschließend setzt er einen Klientelkönig in Pontos ein und kehrt zügig nach Westen zurück. In Italien haben sich während Caesars langer Abwesenheit die Spannungen entladen:
Im Herbst 47 v. Chr. meutern mehrere seiner Veteranenlegionen, die auf ihren Entlassungsbonus warten. Caesar begegnet ihnen in Kampanien furchtlos und kann sie durch Versprechungen und seine persönliche Autorität beruhigen.
Ende 47 v. Chr. übernimmt Caesar in Rom wieder die Zügel der Regierung und lässt sich zum Diktator für das kommende Jahr ernennen.
Seit dem Zweiten Punischen Krieg dominierte der silberne Denar den römischen Zahlungsverkehr. Zwar war Gold keineswegs unbekannt – größere Summen wurden häufig in Form von Barren abgewickelt –, doch als Münzmetall spielte es lange nur eine Nebenrolle. Vereinzelt hatten Feldherren wie Sulla oder Pompeius Gold prägen lassen, ohne jedoch das bestehende System grundlegend zu verändern. Der Umrechnungskurs war klar: Ein römisches Pfund Gold entsprach 1.000 Denaren – zumindest solange keine außergewöhnlichen Goldfunde oder Kriegsbeuten das Gleichgewicht störten.
Caesar befand sich in im Osten, als der erste Aureus im Jahr 47 v. Chr. geprägt wurde. Eventuell wurde dieser Aureus in Korinth (Hollstein 2016), also auf dem Rückweg nach Rom, geprägt.
Dieser Typ Aureus (RRC 456/1) ist >150.000 € wert und wird daher nie den Weg in meine Sammlung finden :) aber es war mir wichtig, die erste Goldmünze Caesars zu erwähnen. Das Bild ist dankenswerterweise vom Münzkabinett in Berlin.
Auf dem Avers / der Vorderseite steht "CAESAR – DICT" und es ist eine Axt und Culullus zu sehen. Auf dem Revers / der Rückseite steht "ITER" und es ist ein Krug und Lituus zu sehen. Alles innerhalb eines Lorbeerkranzes.
Sein Sieg über Pharnaces bei Zela im August 47 v. Chr. ist wahrscheinlich der Anlass, der auf dieser Münze durch den Kranz dargestellt wird. Angesichts seines jüngsten Feldzugs gegen Pompeius und seiner langen Abwesenheit von Italien war es in dieser Phase seines Aufstiegs zur Vorherrschaft vielleicht ratsam, daran zu erinnern, dass seine Autorität auf ehrwürdigen römischen Institutionen beruhte. Die Inschriften beschreiben ihn als jemanden, der zum zweiten Mal das Amt des Diktators innehatte, und die Motive weisen auf seine Rolle als Oberpriester (pontifex maximus) der Römer und seine Mitgliedschaft im Kollegium der Auguren hin.
3.500 €
Sizilianische Münzstätte, geprägt von Aulus Allienus. Das Besondere an dieser Münze ist die Herkunft (Provenienz). Sie stammt aus der ehemaligen Lottie and Mark Salton Sammlung. Mehr Infos zu dieser Sammlung.
CAESAR IMP COS ITER (Imperator Konsul zum zweiten Mal) - zum ersten Mal erfolgt die Nennung seiner Ämter.
Caesar befand sich 47 v. Chr. auf Sizilien, bevor er nach Afrika aufbrach, um die Pompejaner zu bekämpfen. Aulus Allienus wählte für die Vorderseite des Stückes ein typisches Motiv der Propaganda Caesars, die Göttin Venus, aber für den Revers eine außergewöhnliche, speziell auf Sizilien bezogene Darstellung: Trinacrus. Trinacrus bzw. Thrinakos steht auf einem Schiffsbug ("Prora") und ist ein mythischer König von Sizilien, nach dem die Insel ihren alten Namen Thrinakria (bei Homer wird Sizilien Thrinakie genannt) erhalten haben soll. Die drei Füße an der Hand sind auch heute noch ein Teil der Flagge Siziliens.
RRC 457/1
Obwohl der Bürgerkrieg in Europa nahezu entschieden ist, sammeln sich die verbliebenen Pompeianer in der Provinz Africa (heute Tunesien) zu einem letzten Widerstand. Metellus Scipio, Afranius, Cato und andere Senatoren haben dort mit Unterstützung von König Juba von Numidien eine Armee von etwa 14 Legionen aufgestellt.
Caesar landet Anfang 46 v. Chr. mit rund 10 Legionen bei Ruspina in Afrika. Am 4. Januar gerät er dort in einen schweren Reiterangriff Labienus’ und erleidet empfindliche Verluste, kann aber sein Lager halten.
In den Folgemonaten trifft weitere Verstärkung ein, und Caesar manövriert die Pompeianer durch kleinere Gefechte zunehmend in die Enge .
800 €
Militärprägung (Utica?), 46 v. Chr. DICT-ITER - COS-TERT.
Avers Kopf der Ceres nach rechts, die einen Kranz aus Getreideähren trägt.
Revers AVGVR - PONT-MAX Culullus, Aspergillum, Krug und Lituus; rechts, M (munus).
RRC 467/1b
Am 6. April 46 (julianisch) kommt es zur Entscheidungsschlacht bei Thapsus südlich von Karthago. Der Beginn der Schlacht war ein Versehen eines Trompeters, welcher ohne Befehl zum Angriff blies.
Caesar geht zum Frontalangriff über und erringt einen überwältigenden Sieg, bei dem die Gegenseite fast vollständig aufgerieben wird.
Die Bogenschützen haben die Kriegselefanten verängstig und flohen aus der Schlacht, dabei haben sie mehrere Legionäre totgetrampelt. Laut Plutarch konnte Caesar aufgrund eines Epilepsieanfalls nicht an der Schlacht aktiv teilnehmen.
Mehr als zehntausend Pompeianische Soldaten – darunter viele Adelige – werden noch auf dem Schlachtfeld oder bei der Verfolgung massakriert. Metellus Scipio fällt, König Juba und andere begehen Suizid.
Nur Cato entzieht sich Caesars Gnade: Er begeht wenige Tage nach der Niederlage in Utica Selbstmord, statt sich dem Sieger zu unterwerfen. Diese Provinz bekam den Namen "Africa Nova".
Das Bild ist KI generiert und nicht perfekt, aber man erkennt die Kriegselefanten, die auf dem Schlachtfeld sehr einschüchternd gewesen sein müssen.
Am 25. Juli 46 v. Chr. kehrte Caesar nach Rom zurück. Er war der unumstrittene Sieger eines langen und erbitterten Machtkampfes. Pompeius war tot, Cato hatte sich in Utica das Leben genommen, andere einstige Gegner wie Brutus und Cassius hatten sich unterworfen. Selbst Cicero, der geschickte Redner und politische Opportunist, hatte um Gnade gebeten. Caesar gewährte sie – zumindest der römischen Oberschicht.
Diese wusste nur zu gut, dass ihre Zukunft nun in Caesars Händen lag. Der Senat entschied sich für Anpassung statt Widerstand und überhäufte den Sieger mit Ehrungen und Sondervollmachten. Caesar wurde zum Diktator auf zehn Jahre ernannt, erhielt das Amt des Praefectus morum, das ihm Eingriffe in die Zusammensetzung des Senats erlaubte, und wurde zum Princeps senatus, dem tonangebenden ersten Redner. Selbst göttliche Ehren wurden diskutiert – eine Statue als Triumphator vor dem Iuppiter-Tempel, versehen mit der Bezeichnung divus. Caesar lehnte Letzteres ab, nicht jedoch die Statue.
Während der Senat noch debattierte, arbeiteten im Tempel der Iuno Moneta die Münzarbeiter im Akkord. Dort entstanden die Aurei, die das römische Geldwesen nachhaltig verändern sollten. Zwar hatte man schon zuvor Goldmünzen geprägt, doch nie zuvor in einer solchen Menge, dass sie den alltäglichen Zahlungsverkehr beeinflussten.
Die Gelegenheit war günstig. Noch nie hatte ein römischer Feldherr so reiche Beute (darunter z.B. 2.822 Kronen aus Gold) gemacht – und noch nie plante jemand, so enorme Summen in so kurzer Zeit auszugeben. Caesar bereitete vier Triumphzüge (Gallien, Ägypten, Pontus und Afrika) von nie dagewesener Pracht vor, dazu gewaltige Geldgeschenke an Soldaten und Bürger. Dafür brauchte er vor allem eines: Bargeld.
Um die logistische Herausforderung zu bewältigen, erhöhte Caesar die Zahl der Prätoren und vertraute die Organisation Aulus Hirtius an, einem langjährigen Weggefährten und erfahrenen Mitarbeiter. Hirtius wusste, was auf dem Spiel stand.
Die Zahlen, die uns die antiken Quellen liefern, sind beeindruckend. Ein einfacher Legionär erhielt 5.000 Denare, ein Centurio das Doppelte, höhere Offiziere noch mehr. Rechnet man diese Beträge auf die Stärke von Caesars Armee hoch, ergibt sich allein für die Soldaten eine Summe von fast 200 Millionen Denaren. Hinzu kamen Geldgeschenke an bis zu 150.000 römische Bürger sowie die Kosten für Spiele, Festmähler und Triumphzüge, bei denen an angeblich 22.000 Tischen (Spanischer Triumph) gespeist wurde.
Wie viele Münzen dafür tatsächlich neu geprägt wurden, lässt sich nicht genau bestimmen. Sicher ist jedoch: Die Verwendung von Goldmünzen erleichterte die gewaltigen Auszahlungen erheblich. Statt jedem Bürger 100 Denare vorzuzählen, reichten vier Aurei – ein logistischer Vorteil von unschätzbarem Wert.
Entsprechend nüchtern fiel die Gestaltung der Münzen aus. Anspruchsvolle Bildprogramme waren zweitrangig. Man griff auf bekannte Motive zurück: eine verschleierte weibliche Figur, wohl Vesta, sowie priesterliche Symbole, die auf Caesars Ämter als Pontifex maximus und Augur verwiesen. Das Gewicht der Aurei wurde auf ein Vierzigstel des römischen Pfundes festgelegt – perfekt eingepasst ins bestehende Währungssystem.
5.000 €
Julius Caesar, als Konsul zum dritten Mal (46 v. Chr.), mit Aulus Hirtius, als Prätor.
C CAESAR COS TER, verschleierter Frauenkopf (Vesta oder Pietas?) nach rechts, mit Gesichtszügen von Julius Caesar / A HIRTIVS P R, Lituus (Krummstab), Oinochoe (Weinkanne) und Securis (Lektorenbeil), alle nach links gewandt (Embleme des Augurats und des Pontifikats).
Aulus Hirtius, Freund und Vertrauter von Julius Caesar, war 46 v. Chr. Praetor und damit mit der Verteilung der ersten wirklich großen Ausgabe von römischen Goldmünzen beauftragt. Die Aurei waren zur Verteilung an die erfolgreichen Truppen des Feldherrn nach ihrem endgültigen Sieg über die Pompejaner in Afrika bei Thapsus bestimmt. Jeder Legionär erhielt 5.000 Denare (200 Aurei), Zenturionen das Doppelte. Da Caesar in Thapsus über mindestens 40.000 Legionäre verfügte, war der Bedarf an Münzen immens. Aber auch die Menge an Beute, die Caesar bei seinen zahlreichen Feldzügen sammelte, war kolossal, und Hirtius scheint in der Lage gewesen zu sein, diesen Bedarf zu decken. Hirtius beendete später die Memoiren des Diktators nach dessen Ermordung und wurde selbst in der Schlacht von Mutina im Jahr 43 v. Chr. getötet.
RRC 466/1
Die Qualität der Stempel schwankte stark. Einige Graveure schufen fein gearbeitete Porträts im griechischen Stil, andere lieferten schlichte, beinahe rohe Arbeiten. Moderne Forschungen gehen davon aus, dass Dutzende Stempelschneider gleichzeitig im Einsatz waren, um die nötigen Mengen zu produzieren.
KI generierter Münzpräger in der Antike
Ein Aureus entsprach dem Lohn von etwa 25 Arbeitstagen. Für einen einfachen Soldaten waren 5.000 Denare – also 200 Aurei – ein kleines Vermögen: genug, um mehrere kräftige Sklaven zu erwerben oder eine Familie über viele Jahre zu ernähren. Für den Eintritt in die senatorische Oberschicht reichte es allerdings nicht – dafür war ein Vermögen von mindestens 100.000 Denaren erforderlich.
Mit dem so finanzierten Prunk schrieb Caesar Geschichte. Vier Triumphzüge feierte er nun – über Gallien, Ägypten, Pontos und Afrika. Die römische Bevölkerung erlebte eine Inszenierung, wie sie die Stadt nie zuvor gesehen hatte: erbeutete Kunstwerke, Gold und Silber in unvorstellbaren Mengen, Gefangene, Opferstiere und schließlich Caesar selbst in der Triumphalquadriga, mit rot gefärbtem Gesicht und goldener Krone.
Es folgten Spiele, Theateraufführungen, Gladiatorenkämpfe, eine nachgestellte Seeschlacht und gewaltige Festmähler. Erst danach erhielten viele Römer ihr Geldgeschenk – und wurden damit zu Caesars Klienten.
Als Caesar 44 v. Chr. ermordet wurde, zahlte sich seine Großzügigkeit für seine Erben aus. Das Volk wandte sich nicht den Verschwörern zu, sondern erinnerte sich an Reformen, Ordnung und Wohlstand. Viele Maßnahmen Caesars überdauerten – ebenso wie die regelmäßige Prägung von Aurei, die seit 46 v. Chr. fester Bestandteil des römischen Geldsystems geworden waren.
So markiert Caesars leise Münzreform einen Wendepunkt: Gold war nicht länger Ausnahme, sondern Alltag – und Rom hatte eine neue Währung.
Caesar kämpfte erneut in Hispania (Spanien), diesmal gegen die Söhne des Pompeius, Titus Labienus und der jüngere Gnaeus Pompeius. Die Lage Anfang 45 v. Chr. war ungewöhnlich: Caesar führte einen Winterfeldzug – was von der Dringlichkeit zeugt, mit der er den Bürgerkrieg endgültig beenden wollte. Caesar erreicht mit seinen Truppen um die Jahreswende 46/45 v. Chr.
Im Februar 45 v. Chr. tobte in Südspanien der Kampf zwischen Caesar und den letzten Republikanern weiter. Caesars Truppen belagerten die Stadt Ategua, die den Pompeianern treu ergeben war. Anfang des Monats versuchten pro-caesarische Verschwörer in der Stadt, Ategua an Caesar zu übergeben, doch der pompeianische Garnisonskommandant ließ die Verräter hinrichten. Nach heftigen Kämpfen kapitulierte Ategua kurz darauf – ein wichtiger Schlag gegen die Moral der Pompeianer.
Durch den Fall der Stadt verloren die Gegner Caesars Verbündete in der Region; einige der einheimischen spanischen Verbündeten der Pompeianer desertierten daraufhin zu Caesar. Labienus und Gnaeus Pompeius mieden weiterhin die offene Feldschlacht, was Caesar zwang, einen zermürbenden Winterkrieg in schwieriger Versorgungslage zu führen. Dennoch gelang es ihm, seine Armee auf das entscheidende Treffen vorzubereiten.
Am 17. März 45 kommt es bei Munda in Südspanien zur letzten und äußerst blutigen Entscheidungsschlacht des Bürgerkriegs. Es war sogar so bedrohlich, dass Caesar selbst an der Schlacht teilnehmen musste, um die Moral seiner Legionäre zu stärken. Caesar soll gesagt haben, dass er für gewöhnlich um den Sieg gefochten hat, in Munda allerdings um sein Leben. Caesar standen etwa acht Legionen (darunter seine erfahrene 10. Legion) mit 8.000 Reitern zur Verfügung, während die Pompeianer über 13 Legionen und starke Reiterei verfügten.
Caesar hatte in der bewährten 10. Legion gekämpft und einen Angriff vorgetäuscht. Dadurch hat Titus Labienus an anderer Stelle seine Kampflinie aufgegeben, was Caesar mit seiner Kavallerie ausnutze, da der Angriff der 10. Legion lediglich eine Finte war. Titus merkte das aber sofort und wollte gegen diesen Schachzug vorgehen.
Das war der große Fehler der Schlacht, denn die Legionäre interpretierten die Umorganisation als Rückzug von Labienus und dadurch brach die Front der pompejanischen Legion zusammen. Caesar siegte schließlich in den beiden Schlachten von Munda und Lauro (45 v. Chr.), wodurch der Bürgerkrieg endete.
Die pompeianischen Verluste sind enorm (angeblich ca. 30.000 Mann; darunter nahezu die gesamte Offiziersriege).
Caesar lässt in den folgenden Wochen noch einige Städte im hispanischen Hinterland einnehmen (Munda, Córdoba u.a.). Dabei gerieten 14.000 Überlebende in Gefangenschaft aus Munda.
Gnaeus Pompeius wird auf der Flucht schwer verwundet und kurz darauf getötet. Appian berichtet, Sextus Pompeius habe zunächst als Pirat im Verborgenen gelebt und sei von Caesar wegen seines Alters und Unerfahrenheit nicht als Gefahr eingestuft worden. Tatsächlich blieb Sextus vorerst im Untergrund aktiv. In Rom erreichte derweil am 20. April die Nachricht von Caesars Sieg bei Munda die Stadt. Die Reaktion des Senats war begeisterter Jubel und beispielloser Personenkult: Bereits am 21. April, dem traditionellen Fest Parilia, wurden auf Caesars Ehrenmeldung hin jährliche Spiele (Ludi) im Zirkus eingeführt, um künftig an den Sieg zu erinnern. Caesar wurde mit quasi-göttlichen Ehren bedacht: Der Senat ordnete an, eine Elfenbeinstatue Caesars solle fortan bei allen Spielen im Zirkus zusammen mit den Götterbildern im Prozessionszug mitgeführt werden. Dies stellte Caesar symbolisch auf eine Stufe mit den Staatsgöttern – eine außerordentliche Auszeichnung, die in Rom ohne Beispiel war.
Eine antike Fälschung bzw. Münze mit unedlen Prägematerial. Basiert auf RRC 468/1
500 €
Feldmünzstätte in Spanien ("Militärmünze" / "Wandermünze / Feldmünze"). Ohne Angabe seiner Ämter.
Vorderseite: Diademierter Kopf der Venus nach rechts, mit dreifachem Ohrring und Halskette, dahinter Amor (Cupido) an der Schulter.
Rückseite: Trophäe des gallischen Wappens, bestehend aus Helm und Kürass, ovaler Schild und Carnyx in jeder Hand; zwei sitzende Gefangene am Sockel, links eine Frau in niedergeschlagener Haltung, rechts ein bärtiger Mann mit auf dem Rücken gefesselten Händen; CAESAR im Exergue.
RRC 468/1
400 €
Ähnlicher Münztyp.
Kopf der Venus nach links mit Amorstab im Vordergrund und Zepter im Hintergrund (kaum sichtbar.) Legionärstrophäe mit zwei gefangenen gallischen Trompeten und einem Gefangenen zu seinen Füßen.
Die beiden triumphale Münzprägungen, die während Caesars Krieg gegen die von Metellus Scipio und Söhne Pompeius angeführte Senatorenfraktion geprägt wurde, trumpft mit seinen militärischen Erfolgen und Eroberungen in Gallien auf und erinnert den Besitzer gleichzeitig an seine behauptete Abstammung von Venus durch Aeneas.
RRC 468/2
Im Mai 45 v. Chr. steigerte der Senat die Ehrenbezeigungen für Caesar weiter. Zwei Caesar-Statuen wurden dekretiert: Eine im Tempel des Quirinus (des vergöttlichten Romulus) mit der Inschrift Deo Invicto („dem unbesiegten Gott“), und eine weitere auf dem Kapitol, aufgestellt neben den Statuen der früheren Könige Roms. Diese Beschlüsse – Caesar einen „unbesiegten Gott“ zu nennen und ihn in den Kontext der Könige zu stellen – zeigten, welch übermenschlichen Status Caesar in den Augen seiner Anhänger erhielt.
KI generierte Version der Göttin Salus
Zeitgenossen wie Cicero nahmen diese Vergöttlichung sarkastisch aufs Korn: In einem Brief vom 17. Mai 45 v. Chr. bemerkte Cicero spöttisch, Caesar sei nun als „Nachbar“ des Quirinus in dessen Tempel eingezogen; er ziehe es vor, Caesar dort neben Romulus zu wissen als etwa neben der Göttin Salus. Solche Kommentare zeigen die unterschwellige Kritik: Einige gebildete Römer empfanden Caesars göttliche Ehren als übertrieben oder gar als Sakrileg.
Nichtsdestotrotz gab es auch offiziellen Jubel: Ende April/Anfang Mai wurde ein 40-tägiger Dankgottesdienst (supplicatio) zu Caesars Ehren abgehalten, um für den Frieden nach dem Bürgerkrieg zu danken. Caesar selbst war zu dieser Zeit noch nicht in Rom – er hielt sich vermutlich bis in den Sommer in der Provinz Hispania auf, um die Verwaltung zu ordnen.
Seine Abwesenheit hinderte den Senat aber nicht daran, immer neue Auszeichnungen für ihn zu beschließen, was wiederum Misstrauen bei den Republikanern nährte. Im Juni 45 v. Chr. kehrte allmählich Ruhe im Westen des Reiches ein. Caesar befriedete Hispanien, begnadigte einige der besiegten Gemeinden und gründete vermutlich bereits Pläne für Veteranenkolonien in der Region.
Nun, da alle seine Feinde beseitigt waren, wandte Caesar seinen Blick nach vorn: Er plante einen groß angelegten Feldzug gegen das Partherreich im Osten, um die Niederlage Crassus’ bei Carrhae (53 v. Chr.) zu rächen und Rom neue Siege zu bescheren. Entsprechende Vorbereitungen liefen im Hintergrund an – Legionen sollten ausgehoben oder verlegt werden, und Caesar dachte strategisch über die Organisation des Ostens nach.
450 €
C. Clovius. Bronze Ende 46 - Anfang 45
CAESAR DIC TER (Diktator zum dritten Mal) Vorderseite: Drapierte Büste des Siegers nach rechts. Rückseite: C-CLOVI - PRAEF Minerva stehend l., hält Trophäe, Speer und Schild mit Gorgoneion geschmückt; zu ihren Füßen eine Schlange.
Neue Beweise aus Fundstellen" (Numismatic Chronicle 2015), S. 103-116. Barbato schlägt vor, dass diese Münze in Rom um 46-45 v. Chr. zusammen mit der Bronzeausgabe des Oppius geprägt wurde. Bernhard Woytek in Arma et Nummi macht denselben Vorschlag. Ein Grund dafür, dass diese Prägung in der Vergangenheit nicht mit der Oppius-Ausgabe in Verbindung gebracht wurde, war die auf Analysen von Bahrfeldt aus dem späten 19. Jahrhundert beruhende Auffassung, dass die Oppius-Ausgabe aus normaler Bronze und die Clovius-Ausgabe aus Orichalkum hergestellt wurde.
RRC 476/1a
Die bemerkenswerte caesarische As-Ausgabe, die durch dieses gut erhaltene Exemplar repräsentiert wird, scheint in engem Zusammenhang mit den goldenen Aurei und Quinarii des L. Plancus zu stehen, die im Herbst 45 v. Chr. in Rom geprägt wurden, um sie bei Caesars spanischem Triumph zu verteilen.
Die Ausgabe eines römischen Assarion (griechisch für ein römisches As) zu dieser Zeit war ein großes Novum, da die regelmäßige Produktion vier Jahrzehnte zuvor eingestellt worden war und erst mit der augusteischen Reform von etwa 19-18 v. Chr. wieder aufgenommen werden sollte.
Die Idee stammte wahrscheinlich von der pompejanischen Prägung bronzener Esel, die in Spanien vor der Schlacht von Munda ausgegeben wurden. Caesars Ausgabe hätte dem Zweck gedient, während des Triumphzugs durch die Straßen Roms geringwertige Spendenstücke an die Bevölkerung zu verteilen.
Die Büste des Siegers und die kriegerische Figur der Minerva vermitteln die klare Botschaft, dass es sich um eine Sonderprägung zur Feier eines militärischen Erfolgs handelte. Über C. Clovius (oder Cluvius), den Präfekten?, der mit der Herstellung dieser höchst ungewöhnlichen Münze betraut war, ist nicht viel bekannt.
Möglicherweise verfasste Caesar in dieser Zeit auch sein Testament, in dem er – mangels eigenem Sohn – seinen Großneffen Gaius Octavius (Octavian) als Adoptivsohn und Erben einsetzte. (Dieses Testament wurde zwar erst nach seinem Tod bekannt, doch die Entscheidung dafür dürfte in der zweiten Jahreshälfte 45 gefallen sein.)
In Rom regierten währenddessen Caesars Vertraute in seinem Sinne weiter. Mark Anton – designierter Mitkonsul Caesars für 44 v. Chr. – fungierte als eine Art Regierungschef in Abwesenheit Caesars. Die Institutionen der Republik waren faktisch funktionsfähig, aber alle wichtigen Entscheidungen traf Caesar selbst oder durch seine Beauftragten.
Die Opposition war nach Munda völlig zum Schweigen gebracht: Viele ehemals führende Republikaner waren tot, im Exil oder hatten sich Caesar unterworfen.
Caesars Politik der clementia (Schonung) zahlte sich insofern aus, als einige ehemalige Feinde nun als Freunde galten – so waren z.B. Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius (einst Pompeianer) seit einiger Zeit von Caesar begnadigt und nominal in sein Regime eingebunden. Hinter den Kulissen jedoch begannen genau diese Männer und andere Unzufriedene, über die Zukunft Roms nachzudenken.
Im Juli 45 v. Chr. wurde in Rom spürbar, dass Caesars grenzenloser Aufstieg nicht von allen stillschweigend akzeptiert wurde. Bei den Spielen zu Ehren des Apollo (Ludi Apollinares) am 13. Juli kam es zu einem denkwürdigen Vorfall: In der Prozession trugen die Veranstalter Caesars Bild neben der Siegesgöttin Victoria. Das Volk jedoch reagierte ungewöhnlich – es verweigerte den Beifall. Cicero berichtet in einem Brief am 14. Juli erstaunt, das Volk habe es großartig gefunden, „dass es nicht einmal der Statue der Victoria applaudierte, wegen deren gottlosem Nachbarn“ – womit Caesar gemeint war.
Diese Szene deutet an, dass breite Bevölkerungsschichten ein Unbehagen bei der Vergottung Caesars empfanden. Dass man selbst der Victoria nicht applaudierte, war ein stummes Zeichen des Protests gegen Caesars Anwesenheit im Götterzug. Ungeachtet dessen trieb Caesar seine Planungen voran. In Abwesenheit ließ er im Juli große Triumphspiele vorbereiten, um seinen Sieg in Spanien gebührend zu feiern.
Zudem fiel in den Juli Caesars Geburtstag (am 13. Quintilis) – nach seinem Tod sollte dieser Monat Quintilis ihm zu Ehren in „Julius“ (Juli) umbenannt werden. 45 v. Chr. erlebte Caesar diesen Namensakt zwar noch nicht, doch bereits damals wurde sein Geburtstagsmonat mit Feierlichkeiten begangen (die später zum Grund für die Umbenennung wurden). Es zeigte sich: Caesar wurde von seinen Anhängern wie ein Halbgott und Wohltäter der Menschheit gefeiert, aber unter den einfachen Bürgern mischten sich erste Zweifel und Unwillen in die Huldigung.
In 45 v. Chr. erschienen auch noch ein weiterer Aureus (RRC 475/1) sowie den sehr seltenen Quinar Aureus (RRC 475/2). Beide noch nicht in meiner Sammlung ;)
KI generierte Abbildung der Siegesgöttin Victoria
Im August 45 v. Chr. befand sich Caesar auf dem Rückweg nach Italien. Er ließ sich Zeit und bereiste unterwegs vermutlich einige Städte in Gallien und Spanien, um dort seine Maßnahmen umzusetzen. Unterdessen wurde in Rom weiter regiert, als sei Caesar persönlich anwesend – was seine Allgegenwart in der Politik unterstrich. In Caesars Abwesenheit verwaltete sein Magister equitum (Reiteroberster) Marcus Aemilius Lepidus die Stadt und sorgte dafür, dass alles nach Caesars Vorgaben verlief. Politisch lief alles auf Caesars Heimkehr als unangefochtener Herrscher hinaus.
Caesar hatte schon in den Vormonaten Fakten geschaffen: Die wichtigsten Magistrate für das laufende Jahr hatte er nachträglich selbst „ernannt“, nachdem normale Wahlen 46 v. Chr. ausgefallen waren . So waren z.B. 14 Prätoren und 40 Quästoren 45 v. Chr. im Amt – deutlich mehr als üblich, ausgesucht von Caesar selbst, um verdiente Gefolgsleute mit Posten zu versorgen.
Damit stockte er den magistratischen Beamtenapparat drastisch auf, was zwar Verwaltung und Versorgung verbessern sollte, aber von der Nobilität als Gefälligkeits- und Machtpolitik wahrgenommen wurde. Auch den Senat hatte Caesar auf 900 Mitglieder erhöht, indem er viele neue Männer – teils aus den Provinzen, teils aus dem Ritterstand – in das Gremium aufnahm (ein Prozess, der schon 46 v. Chr. begonnen hatte). Diese Entwicklungen schürten Unmut bei alteingesessenen Aristokraten, die ihren Einfluss schwinden sahen. Im Spätsommer 45 v. Chr., noch bevor Caesar persönlich zurück war, gärte es somit unter der Oberfläche: Eine kleine Gruppe von Senatoren begann, über Caesar als Problem für die Republik zu diskutieren. In diesem Monat selbst kam es jedoch zu keinem offenen Konflikt – alle warteten Caesars Eintreffen ab.
KI generierter Triumphzug Caesars
Ende September 45 v. Chr. kehrte Julius Caesar endlich nach Rom zurück. Sein Einzug war triumphal – er wurde als Friedensbringer und Sieger empfangen, und für viele Bürger war er der Mann, der den langen Bürgerkrieg beendet hatte. Zu diesem Zeitpunkt trat Caesar formal seine vierte Diktatur an, die ihm (nach dem Sieg von Thapsus) auf zehn Jahre verliehen worden war.
Er befand sich nun im zweiten Jahr dieser decennalen Diktatur, wobei längst absehbar war, dass seine Machtstellung zeitlich nicht mehr begrenzt sein würde. Gedanklich war Caesar bereits auf sein nächstes großes Projekt fixiert: den Partherkrieg. Antike Quellen wie Plutarch und Sueton beschreiben, dass Caesar „mit dem Kopf schon beim nächsten Feldzug“ war, so sehr zog es ihn zu neuer militärischer Ruhmestat. Auch gab es innenpolitisch viel vorzubereiten.
Caesar legte fest, wer ihn während seines geplanten Feldzuges vertreten würde: Mark Anton sollte als sein Mitkonsul 44 v. Chr. in Italien bleiben; zudem war vorgesehen, dass nach Caesars Abreise im Frühjahr 44 sein Freund Publius Dolabella den vakanten Konsulposten übernahm. All diese Planungen diskutierte Caesar im Herbst 45 eingehend mit seinem engsten Kreis.
In der römischen Führungsschicht war man hin- und hergerissen: Einerseits bewunderte (und fürchtete) man Caesar ob seiner Macht und plante karrierebewusst die Zukunft unter seiner Herrschaft; andererseits erstarkte bei einigen Republikanern die Überzeugung, dass Caesar zu mächtig geworden war. Der Funke der Verschwörung gegen Caesar war im Herbst 45 zwar noch klein, aber er glomm bereits: Vor allem Gaius Cassius Longinus (ein ehemaliger Pompeianer) begann in vertraulichen Gesprächen Unmut zu sammeln. Noch jedoch trat niemand offen gegen Caesar auf. Dieser konnte den Herbst genießen – ihm wurden weitere Ehrungen zuteil, und die Stadt Rom wurde mit den Opfern und Weihungen seines Triumphs vorbereitet.
Im Oktober 45 v. Chr. erreichte Caesars Popularität in Rom ihren Zenit, wurde aber zugleich von der Öffentlichkeit kritisch beäugt. Caesar beschloss, einen Triumph für seinen Spanien-Feldzug zu feiern – seinen bereits fünften Triumphzug. Der spanische Triumph war eine Triumphfeier in noch nie dagewesener Dimension und Caesar bedankte sich bei den römischen Einwohnern in Form von öffentlichen Feierlichkeiten. Angeblich wurden an ca. 22.000 Tischen für jeweils drei Personen gespeist. Wiederum nutzte er seinen unermesslichen Reichtum, um die Soldaten fürstlich zu entlohnen.
Normalerweise dauern solche Dankfeste (supplicatio) 15 Tage, aber Caesar steigerte die Feste auf 50 Tage. Die Festspiele zu seinen Ehren bzw. ihm direkt gewidmet, durfte er selbst eröffnen. Dieses Privileg zog sich bis in die römische Kaiserzeit.
Als Diktator zum vierten Mal wurde Caesar ständig getragen und saß im Senat direkt neben den Konsuln. Zu Beginn jeder Sitzung durfte Caesar als Erstes seine Meinung aussprechen als Princeps senatus. Darüber hinaus war es ihm erlaubt das Triumphgewand weiterhin zu tragen.
Passend dazu trug er einen Lorbeerkranz und eine Ehrenrüstung. Es durfte natürlich auch nicht eine entsprechende Behausung fehlen. Sein Domus ("Stadthaus") glich einem Palast, welcher mit Staatskapital finanziert wurde.
Eine Besonderheit waren auch die Ehrentitel bzw. Beinamen, die man ihm gestattet hat. Das waren z.B. "pater patriae", "imperator" und "liberator". Überall in Rom wurden Statuen von Caesar aufgebaut, um seine allgegenwärtige Präsenz wahrnehmen zu können.
Darüber hinaus steigerte er sein Ansehen durch Getreide-, Öl- und Geldspenden. Allerdings auch durch Gladiatorenspiele und inszenierte Seegefechte, für die extra ein großer See auf dem Marsfeld ausgehoben wurde, um für mehrere 10.000 Zuschauer Platz zu schaffen. Das Publikum sollte auch eine gute Sicht auf die blutigen Vorstellungen haben, um Tierhetzen und Elefantenschlachten bestaunen zu können.
Der betriebene Aufwand dafür war immens aber auch die Verluste an Menschenleben waren so beträchtlich, dass Caesar mit scharfer Kritik konfrontiert wurde. Seine blutigen Veranstaltungen beunruhigten einige Römer, die über seine Motive besorgt waren. Trotz der Feierlichkeiten schlug die Stimmung der römischen Bevölkerung diesmal überraschend um.
Plutarch berichtet, dass dieser Triumph die Römer mehr erbitterte als alles andere, da Caesar damit prahlte, die Söhne und Familie eines der größten Römer (Pompeius) vernichtet zu haben, nicht etwa fremde Könige. Viele empfanden es als schockierend, dass Caesar einen Sieg über römische Landsleute so groß feierte, und sahen darin einen Akt von Hochmut. Cassius Dio schreibt zusätzlich, Caesar habe nicht nur sich selbst triumphieren lassen, sondern sogar seinen Legaten Q. Fabius Maximus und seinen Neffen Q. Pedius Triumphzüge gestattet, obwohl diese als Unterbefehlshaber keine eigenständigen Siege errungen hatten. Dies erschien vielen als lächerliche Übertreibung und wurde mit Spott quittiert.
Die Kluft zwischen Caesars offizieller Verherrlichung und dem Unbehagen vieler Römer wurde im Oktober 45 deutlich: Während der Machtapparat fest in Caesars Hand war, begannen Teile der Öffentlichkeit und des Adels, seine Alleinherrschaft als Demütigung des Gemeinwesens zu empfinden. Genau dieses Gefühl speiste die Verschwörung, die sich später formieren sollte. Caesar selbst aber zeigte im Oktober keine Unsicherheit: Er sah sich am Höhepunkt seines Ruhmes – in aufeinanderfolgenden Jahren hatte er Gallien, Ägypten, Pontus, Afrika und nun Hispania besiegt. Er nahm königsgleiche Ehren an, wenn auch (noch) nicht den Königstitel.
Im November 45 v. Chr. widmete sich Caesar verstärkt innenpolitischen Reformen, wie z.B. den julianischen Kalender. Erst im Jahr 1582 wurde der Kalender ("Gregorianischer Kalender") leicht durch den damaligen Papst angepasst. Julius Caesar bildete damit die Grundlage für die heutige Zeitrechnung.
Zu dieser Zeit wurde der Aureus (RRC 475/1) sowie der extrem seltene Quinar Aureus (RRC 475/2) geprägt und die Goldmünzproduktion weiter ausgebaut.
Als Diktator des Römischen Reiches konnte Caesar Neuerungen in dem reformbedürftigen Staat ohne vorherigen Senatsbeschluss durchsetzen. Er erließ eine Reihe von Gesetzen (Leges Iuliae), die unter anderem die Verwaltung der Stadt Rom neu ordnen sollten. So plante er etwa eine Kodifizierung des römischen Rechts und die Schaffung einer großen öffentlichen Bibliothek. Baulich hatte Caesar enorme Projekte vor: den Bau eines neuen Senatsgebäudes (Curia Julia), die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe südlich von Rom, die Anlage eines riesigen Marsfeld-Komplexes mit Theater und Tempeln – alles Vorhaben, die er anstoßen oder projektiert hatte. Zugleich trieb Caesar die Gründung von Kolonien für seine Veteranen und das verarmte städtische Plebs voran: Besonders ehrgeizig war sein Plan, die Ruinenstädte Karthago und Korinth – die ein Jahrhundert zuvor von Rom zerstört worden waren – neu zu besiedeln und aufzubauen.
Diese Projekte signalisieren Caesars Anspruch, als Friedens- und Wohlstandsstifter in die Geschichte einzugehen. Politisch stand nun auch die Personalplanung für das kommende Jahr 44 an: Caesar nominierte faktisch die höchsten Amtsträger. Er selbst sollte 44 v. Chr. nochmals Konsul werden (zum fünften Mal), zusammen mit Mark Anton. Für die Zeit seiner geplanten Abwesenheit traf er Vorkehrungen: So war vorgesehen, dass mehrere designierte Konsuln und Prätoren frühzeitig ihre Ämter antreten würden, um die Regierungsgeschäfte lückenlos fortzuführen (ein ungewöhnlicher Schritt, der vielen Senatoren missfiel).
Obwohl Caesar also organisatorisch den Staat stabilisierte, fühlten sich die traditionellen Eliten immer weiter marginalisiert. In diesem Monat regte sich Hinter den Kulissen wohl erste konkrete Regimekritik: Caius Trebonius, ein Vertrauter Caesars, der aber unzufrieden war, hatte womöglich erste Gespräche mit Verschwörern (wie Cassius) über Möglichkeiten, Caesars Herrschaft zu beenden. Insgesamt dominierte im November aber noch Ceasars Gestaltungsdrang – die Republik wurde nach seinen Vorstellungen „neu geordnet“, was die kommenden Konflikte unweigerlich vorbereitete.
Der Dezember 45 v. Chr. begann mit einem kuriosen politischen Manöver Caesars: Er trat sein Konsulat vorzeitig nieder und sorgte dafür, dass für den Rest des Jahres zwei seiner Getreuen als Suffektkonsuln nachrückten. So wurden Q. Fabius Maximus und Gaius Caninius Rebilus am 1. Dezember neue Konsuln – sie sollten lediglich den Dezember regieren. Fabius Maximus starb jedoch noch am 31. Dezember unerwartet während seines kurzen Konsulats, und Caesar ernannte prompt noch am selben Tag Caninius Rebilus zum alleinigen Konsul für die letzten Stunden des Jahres.
Dieser bizarr anmutende Vorgang – ein Konsulat von nicht einmal 24 Stunden – war selbst für römische Verhältnisse einmalig. Cicero scherzte bitter, während Caninius’ „Blitz-Konsulat“ habe niemand auch nur Zeit zum Mittagessen gehabt. Hinter dem Spaß stand scharfe Kritik: Die willkürliche Vergabe höchster Ämter durch Caesar stieß vielen Traditionalisten sauer auf. Doch offen wagte niemand Protest – Caninius’ Eintagsherrschaft wurde zähneknirschend hingenommen. Insgesamt schloss das Jahr 45 v. Chr. mit Caesar auf dem Gipfel seiner Macht: Er war Diktator auf zehn Jahre (und faktisch auf Lebenszeit), hatte alle Feinde militärisch besiegt, kontrollierte Senat und Magistraturen und wurde vom Volk (zumindest oberflächlich) verehrt.
Doch unter den glänzenden Oberflächen entstanden bereits Risse: Einige der Männer in Caesars nächstem Umfeld - ironischerweise gerade solche, die er begnadigt und gefördert hatte – fassten den Entschluss, dem „Königtum“ Caesars Einhalt zu gebieten, bevor es zu spät sei. Diese Spannung sollte im nächsten Jahr zum Ausbruch kommen.
Mysien lag in der heutigen Türkei. Das Bild stammt von Wikipedia.
Mysien war in der Antike eine pseudo-autonome Provinz, weil sie trotz ihrer Unterwerfung unter das persische, makedonische und römische Reich eine gewisse Unabhängigkeit und Selbstverwaltung sowie kulturelle Identität bewahren konnte.
Auch unter römischer Herrschaft behielten die Mysier ihre eigene Verwaltung bei. Sie konnten eigene Tempel und Kultstätten unterhalten und ihre eigenen Gottheiten verehren. Allerdings mussten sie Tribute an Rom zahlen und sich den römischen Gesetzen unterwerfen.
Die Mysier prägten eigene Münzen, die oft mit ihren eigenen Kulten und Gottheiten verziert waren. Einige der bekanntesten Münzen aus Mysien stammen aus der Stadt Kyzikos, die für ihre Kunstfertigkeit bei der Münzherstellung bekannt war.
Während der römischen Herrschaft in Mysien wurden Münzen nach römischem Vorbild geprägt, aber es gab auch lokale Münzstätten, die eigene Münzen produzierten. Diese Münzen trugen oft das Abbild des lokalen Herrschers oder andere lokale Symbole und Inschriften.
Insgesamt waren die Münzen aus Mysien wichtige Zeugnisse für die Geschichte und Kultur dieser Region in der Antike und bieten wertvolle Informationen über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Mysien und anderen antiken Reichen.
Die nachfolgenden Münzen aus Mysia in meiner Sammlung stammen alle aus der Zeit von Julius Caesar. Außerdem ist auf einer Bronzemünze ein außergewöhnlich gutes Portrait von Caesar abgebildet.
400 €
Aus der Stadt Parium.
Ein Hemiassarion hatte ungefähr den Wert eines halben römischen As.
Auf der Vorderseite sieht man eine Frauenbüste (Aphrodite?) die eine Stephane (dekoratives Stirnband/Kranz, meist aus Metall) trägt. Die Inschrift lautet C G / P I.
Die Rückseite zeigt ein Praefericulum (hohe Vase mit Henkel, welche oft bei Opfergaben verwendet wurde). Die Inschrift lautet C MATVINO T ANICIO AED.
Außergewöhnlich gut erhalten für diese Ausgabe.
RPC I 2256
290 € - obere Münze
Aus der Stadt Parium.
Doppelt in der Sammlung :)
Die Münze wurde unter den Aedilen Gaius Matuinus und T. Anicius geprägt.
Wieder die Frauenbüste mit selbiger Inschrift auf der Vorderseite: C G / P I.
Die Rückseite zeigt ein Doppel-D und abermals ist ein Praefericulum dargestellt.
RPC I 2259
420 €
Aus der Stadt Parium
Geschlagen unter P. Muci(us) "quattuorvir quinquennalis" (Mitglied eines Viererkollegiums, hohes Amt in der städtischen Verwaltung).
Wieder die bekannte Inschrift C G / P I (= Colonia Gemella Iulia Pariana) mit der Frauenbüste, die nach rechts schaut.
Die Rückseite hat die Inschrift: MVC PIC IIII I D D D. Und auch hier ist wieder die Vase zu sehen :)
RPC I 2254
3.500 €
Aus der antiken Hafenstadt Lampsakos / Lampsacus.
Geprägt unter Q. Lucretius und L. Pontius, duoviri (plural) (Duovir = Amtsverwaltung mit Zweier-Besetzung), und M. Turius, legatus (politischer Amtsträger).
Die Vorderseite zeigt die Inschrift C G - I L sowie ein außergewöhnlich gutes Bronzeportrait von Julius Caesar. Das zweite Portrait (neben dem aus Bithynien) zu Lebzeiten von Caesar. Extrem selten in dieser Erhaltung. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass dies eine der am besten erhaltenen Münze der Ausgabe ist. Weiter sieht man ein Füllhorn zwischen C - G, innerhalb eines eingeschnittenen Quadrats.
Auf der Rückseite steht geschrieben: Q LVCRETIO / L PONTIO / IIVIR / M TVRIO LEG. Als Motiv dient ein Priester der nach rechts mit einem von zwei Ochsen gezogenen Jochs pflügt.
RPC I 2268
200 €
Ebenfalls aus der Stadt Lampsakos / Lampsacus. Und auch wieder geprägt von den Duoviri Q. Lucretius und L. Pontius.
Auf der Vorderseite sieht man den Kopf von Janus (römischer Gott vom Anfang und Ende, daher die zwei Kopf-Darstellung) sowie die Inschrift
C G - I L.
Auf dem Revers sollte stehen Q LVCRETI / L PONTI / II-VIR / COL DED PR. Offensichtlich haben sie ihren Namen für die Inschrift sowie das Duovir Amt verwendet. Das einzige was ich sehen kann, ist der Bug eines Schiffes ("Prora") nach rechts.
RPC I 2273
120 €
Aus der Stadt Parium.
Geschlagen ca. 45 v. Chr. unter T. Anicius & Gaius Matuinus, Ädilen. C - G / [I - P], Buchstaben der Ethnie über und unter Pflug und Ähre. R/ T ANICIO / C MATVINO / AED, Legende, Namen der Ädilen, in drei Zeilen.
Die Erhaltung ist leider nur "schön" aber die Münze als solches ist auch sehr selten. Also bin ich glücklich, überhaupt eine davon in meiner Sammlung zu haben :) (gilt auch für die Münze links daneben)
RPC I 2257
290 €
Ebenfalls aus der Stadt Lampsakos. Lucius Pontius und Quintus Lucretius, 45 v. Chr. C G I L Weiblicher Kopf nach rechts, mit Ährenkranz.
Rev. Q LVCRET L PONT IIVIR COL DED PR Weibliche Figur, stehend nach links, mit Füllhorn und Hand über der Urne.
RPC I 2271
450 €
Aus der Stadt Parium. P. Mucius. C - G / P - I Pflug nach links; darunter Ähre. Revers MVC / PIC・IIII ・I / ・D・D D in drei Zeilen. Das zweite und feinere von zwei bekannten Exemplaren. Kräftig geschlagen und mit einer attraktiven dunklen Patina mit irdenen Reflexen.
RPC I 2254A (gleiche Stempel).
340 €
Ebenfalls aus Parium. Gaius Matuinus und T. Anicius, Ädilen, C G / P – I Pflug; darunter Getreideähre.
Revers C•MATVIN[O] / T ANICIO / AED in drei Zeilen.
RPC I 2258
800 €
Die letzte Provinzmünze, die möglicherweise zu Lebzeiten Caesars geprägt wurde, stammt aus Korinth und wurde zwischen 44 und 43 v. Chr. geprägt.
Die Legende auf der Vorderseite lautet LAVS IVLI CORINT (in Bezug auf die Stadt Korinth) und zeigt das dritte Provinz-Portrait Caesars. Auf dem Kopf ist der bekannte Lorbeerkranz zu erkennen.
RPC I 1116
Auf der Rückseite ist eine leider nicht erkennbare Inschrift: L CERTO AEFICIO C IVLI(O) IIVIR (geprägt von L. Certus Aeficius und C. Iulius, duoviri) mit Bellerophon (Held der griechischen Mythologie), der einen Petasus (flacher Filz- oder Strohhut mit breiter, runder Krempe) trägt und auf einem fliegenden Pegasus sitzt.
Dies war ein traditionelles korinthisches Bild. Korinth wurde 146 v. Chr. zerstört und erst 44 v. Chr. von Caesar als Laus Iulia Corinthiensis wiedergegründet. Mit dieser Ausgabe wurde höchstwahrscheinlich die Wiedergründung von Korinth durch Caesar gefeiert; Pegasus war ein traditionelles Bild, das auf den früheren Münzen des unabhängigen griechischen Staates Korinth erschien.
Es ist unklar und ein wenig mysteriös, wie das Portrait von Caesar in diese Provinzstädte (Nicaea, Lampsakos und Korinth) gelangte. Die Portraits sind zwar als Caesar zu erkennen, weisen aber keine besonderen Feinheiten auf. Bekannt ist allerdings, dass zu Lebzeiten Caesars zahlreiche Statuen in Griechenland und im Osten des Römischen Reiches in Auftrag gegeben wurden. Eventuell waren es genau diese Statuen, die es den Bewohnern der Provinzen ermöglichten, sich mit seinem Profil vertraut zu machen.
Das Jahr 44 v. Chr. begann mit Julius Caesar als amtierendem Konsul (zum fünften Mal), zusammen mit Marcus Antonius als seinem Mitkonsul. Noch nie hatte ein Römer so viele hohe Ämter so konzentriert innegehabt. Caesar befand sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und ließ sich dies auch zeigen. Der Senat überhäufte ihn weiterhin mit Ehrungen – so erhielt er z.B. bereits Ende 45 oder Anfang 44 den neu geschaffenen Titel Parens Patriae („Vater des Vaterlandes“).
2.500 €
Der Aureus aus dem Jahr 44 v. Chr. zeigt auf der Vorderseite "CAES DIC QVAR", Diadembüste der Venus nach rechts / nicht sichtbare Legende, die eigentlich die Schrift "COS QVINC" zeigt, was auf eine Prägeschwäche oder starker Abnutzung zurückzuführen ist.
Zum Gedenken an Caesars vierte Diktatur und fünftes Konsulat. Sear (CRI S. 80) vermutet, dass diese Ausgabe "für die Verteilung an Honoratioren zur Zeit der Konsulzeremonien bestimmt war".
RRC 481/1
35 €
Kupfer Medaille - Nachbildung des seltenen Denars mit Julius Caesar im Portrait.
Dieser Denar ist bis dahin die erste Silbermünze mit einem Portrait eines lebenden Herrschers.
Der originale Denar (RRC 480/2) liegt preislich bei >20.000 €, je nach Zustand. Leider hat er den Weg noch nicht in meine Sammlung gefunden, daher die Kupfer Nachbildung :)
Mit der Ausgabe von Münzen dieses Typs wurde Caesar zum ersten lebenden Römer, der auf einer von der römischen Münzanstalt ausgegebenen Münze abgebildet wurde, ein Schritt, der große Veränderungen in Caesars Leben und in der römischen Numismatik bewirkte. Portraits auf den Denaren RRC 480/2–21 zu sehen.
Wichtig ist: Obwohl Caesar viele Münzen in eigenem Namen prägen ließ, prägte er keine mit seinem eigenen Portrait. Erst die Ausgaben der quattuorviri monetales des Jahres 44 v. Chr. führen die Porträts ein. Ein direkter Einfluss Caesars ist möglich, doch seine eigenen Emissionen von 44 v. Chr. betonen weiterhin Venus als Schutzgöttin und das fortgesetzte Motiv der gallischen Siege.
Die Präsenz des Portraits Caesars auf dieser Ausgabe (RRC 480/2) stellt eine Revolution in der römisch-republikanischen Münzprägung dar. Bislang waren die Vorderseiten den Schutzgöttern und verstorbenen bedeutenden Römern vorbehalten. Anderswo in der antiken Welt waren auf den Vorderseiten die Porträts von Königen abgebildet, von denen sich viele in einer Grauzone zwischen Menschlichkeit und Göttlichkeit bewegten.
Die Einführung von Portraitmünzen wurde also häufig mit der Vorstellung verknüpft, Caesar habe königliche Ambitionen gehabt. Das Diadem auf den Münzen ähnelt jedoch nicht klar den hellenistischen Königsdiademen oder späteren kaiserlichen Formen; es könnte eher als Triumphatorenkranz verstanden werden. Außerdem erschienen auch Portraits von Sulla und Pompeius kurz nach deren Tod auf Münzen und die waren keine Monarchen. Carson sah Caesars Porträt zu Lebzeiten daher eher als „natürliche“ Entwicklung – Ausdruck seiner Sonderstellung, nicht zwingend eines Monarchieanspruchs.
Nichtsdestotrotz gab es bereits in der Antike unterschiedliche Ansichten. Indem Caesar sein Portrait auf der Vorderseite der in seinem Namen geprägten Münzen anbrachte, übernahm er für einige Römer dennoch die Rolle des Königs, wenn auch nur dem Namen nach. Wobei die hilfreiche Zweideutigkeit zwischen Königtum und göttlichem Status eine zusätzliche Bedeutungsebene darstellte. Ein solcher Schritt wäre für die zeitgenössischen Römer, die seit der Vertreibung der etruskischen Könige eine stolze und vehemente Anti-Monarchie-Haltung eingenommen hatten, unzweideutig gewesen.
Diese Münzen spielten eindeutig eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Caesars Persönlichkeit nach dem Bürgerkrieg, zusammen mit verschiedenen anderen königlichen Ehrungen und öffentlichen Demonstrationen seiner Macht, und trugen somit zu seiner Ermordung bei. Der Einfluss dieser umstrittenen Münzausgabe ist in allen späteren römischen Ausgaben zu erkennen.
Hinter vorgehaltener Hand jedoch mehrten sich in der Senatsaristokratie kritische Stimmen. Viele Senatoren sahen die Republik am Ende. Caesar selbst trug zu diesen Befürchtungen bei: Er verhielt sich zunehmend wie ein Monarch. Antike Quellen überliefern arrogante Aussprüche von ihm. So bezeichnete er den Staat angeblich als „einen leblosen Schatten“, der ihm nichts entgegensetzen könne. Über Sulla, der 79 v. Chr. freiwillig auf die Diktatur verzichtet hatte, spottete Caesar, er (Sulla) habe keine Ahnung von Politik gehabt („ein Analphabet der Staatskunst“), dass er die Alleinherrschaft wieder abgegeben habe.
Solche Bemerkungen, wohlgetroffen oder nicht, verbreiteten sich und alarmierten die Verfechter der alten Ordnung. Historiker debattieren bis heute, ob Caesar tatsächlich nach der Königswürde strebte oder ob er sich mit der Rolle des „ersten Mannes“ innerhalb der Republik begnügte. Der Althistoriker Christian Meier argumentiert beispielsweise, dass Caesar gar kein ausgearbeitetes monarchisches System geplant habe; er habe seine Macht vielmehr innerhalb der bestehenden Verhältnisse ausgeübt, ohne eine neue staatliche Form zu schaffen. Unbestritten ist jedoch, dass Caesar faktisch königsgleiche Stellung innehatte – nur ohne den verhassten Titel „König“.
Im Januar 44 liefen die Vorbereitungen für Caesars nächsten großen Feldzug auf Hochtouren. Er plante bekanntlich, im März nach Parthien aufzubrechen. Dafür regelte er noch im Januar zahlreiche Details: Truppenverlegungen, die Versorgung der Donaugrenze (über die er Richtung Persien marschieren wollte) und die Nachfolge in wichtigen Positionen während seiner Abwesenheit. So verkündete er offiziell, Publius Dolabella solle ihn als Konsul ablösen, sobald er zur Armee abreiste. Auch Gaius Trebonius und andere Vertraute erhielten Zusagen für hohe Posten in der Zeit nach Caesars Aufbruch. Viele dieser Männer – ironischerweise – sollten wenig später zu Verschwörern werden. Der Monat Januar verlief nach außen hin reibungslos:
Caesar war unangefochten, das Tagesgeschäft des Senats bestand aus Gefälligkeiten für den Diktator. Doch im Verborgenen begannen Oppositionelle, sich zu formieren. Spätestens jetzt reifte in einigen Senatoren (Cassius, Trebonius u.a.) der Gedanke, dass Caesar nur durch Gewalt zu stoppen sei.
Für die Chronologie helfen die Amtsbezüge: RRC 480/2 trägt CAES DICT QVART. Caesar war mindestens bis 26. Januar 44 v. Chr. Diktator zum vierten Mal (Fasti: dict IIII). Möglicherweise reichte dies sogar bis zum 15. Februar, denn Cicero nennt Caesar an den Lupercalien dictator perpetuus (Cic. Phil. 2.87). Daraus folgt: Das Porträt erscheint Anfang Februar 44 v. Chr. Die folgenden Ausgaben RRC 480/6–11 mit DICT PERPETVO gehören in die letzte Phase vor dem Tod (15. Februar bis 15. März 44 v. Chr.).
Julius Caesar. AR-Denar, Februar-März 44 v. Chr. 18 mm, 4,17 g. Rom. Geldgeber L. Aemilius Buca. CAESAR DICT PERPETVO, bekränzter Kopf nach rechts / L BVCA abwärts nach rechts von Venus Victrix stehend links, Sieg und vertikales Zepter haltend. Cr 480/8; Alföldi Typ XIV, 44-45; CRI 105; Syd 1061; BMCRR Rom 4154; RSC 23.
AR. 4,09 g. 17,50 mm. RR. Sehr selten. Großartiges Metall und volles Gewicht, außergewöhnlich für diese Ausgabe. Beeindruckendes, spektakuläres Porträt. Kleine Schwachstelle auf der Vorderseite, sonst etwa vorzüglich.
Graded
2.350.-€
C. Julius Caesar, † 44 v. Chr.
Õ-Denar, 44 v. Chr. Rom, L. Buca; 4,02 g. Kopf Caesars r. mit Kranz//Fasces und geflügelter Caduceus gekreuzt, oben Globus, l. Handschlag, unten Axt.
Bab. 37; BMC 4157; Crawf. 480/6; Sear 103; Syd. 1063.
RR Feine Tönung, Fassungsspuren, sehr schön
Exemplar der Auktion Emporium 63, Hamburg 2010, Nr. 462.
3.800 €
Dieser Münztyp (vergl. A. Alföldi, Der früheste Denartypus des L. Buca mit CAESAR DICTATOR PERPETVO, in Schweizer Münzblätter, Februar 1969, Heft 73, S. 1-7) gilt als der erste Porträtdenar Caesars nach seiner Wahl zum lebenslangen Diktator zwischen dem 26. Januar und dem 9. Februar im Jahr 44 v.Chr. (vergl. M. Pucci Ben Zeev, When was the title "Dictator perpetuus" given to Caesar?, in L'Antiquité Classique, Vol. 65, Bruxelles 1996, S. 251-253) und ist von großer geschichtlicher Bedeutung. Wie der Historiker M. Jehne (Der Staat des Dictators Caesar, in E. Baltrusch (Hrsg.), Caesar, Darmstadt 2007, S. 173), ausführte, wird mit dem Rückseitenbild der Münze eine Art "Regierungsprogramm" dargestellt. Der Caduceus ist ein Versprechen von Wohlstand und Frieden, garantiert durch Caesars Imperium und "Sieghaftigkeit", die durch die Fasces symbolisiert werden. Die lebenslange Herrschaft Caesars wird religiös durch die einhergehende Priesterschaft mit der Axt des Pontifex Maximus verkörpert und führt im Innern des Reiches zur Eintracht (Concordia), dargestellt mit dem Globus. Der Denar ist mit seiner komplexen, aber klar verständlichen Symbolik ein hervorragendes Beispiel für die außergewöhnliche Effizienz der Münzen als Mittel der Kommunikation und der politischen Propaganda.
Februar 44 v. Chr.
Anfang Februar 44 v. Chr. erreichte die Verehrung Caesars einen neuen Höhepunkt: Zwischen dem 6. und 15. Februar verlieh der Senat ihm den Titel dictator perpetuus, also Diktator auf Lebenszeit. Diese Entscheidung – Caesar faktisch zeitlich unbegrenzt mit der obersten Macht auszustatten – wird oft als der letzte Auslöser für die Mordpläne angesehen. Viele Senatoren akzeptierten Caesars zehnjährige Diktatur zähneknirschend; aber die Vorstellung, er würde nun perpetuo, also dauerhaft, als Alleinherrscher regieren, war für Republikaner unerträglich.
Gleichwohl inszenierte der Senat die Ehrung pompös: Am 15. Februar, dem alten Hirten- und Fruchtbarkeitsfest Lupercalia, erschien Caesar öffentlich als dictator perpetuus. Er saß in der traditionellen Königsrobe (der trabea) auf einem goldenen Thron auf dem Rostra, dem Rednerpodium am Forum, und beobachtete die Feierlichkeiten. Dann ereignete sich die berühmte Szene: Marcus Antonius, als amtierender Mitkonsul und Priester des Lupercus, lief halbnackt im Zuge der Lupercalia durch die Straßen – wie es Brauch war – und trat mit einem von einem Lorbeerkranz umzogenen Diadem an Caesar heran. Anton hielt Caesar also eine Königskrone entgegen. Es gab gespaltene Reaktionen: Einige wenige applaudierten bei diesem Anblick, doch die Mehrheit der Menge schwieg betreten. Caesar spürte die Spannung und wies das Diadem zurück, woraufhin lauter Jubel ausbrach. Antonius ließ aber nicht locker und bot Caesar die Krone ein zweites Mal an – diesmal applaudierten noch weniger, während beim erneuten Zurückweisen Caesars das Volk umso begeisterter klatschte. Caesar lehnte also öffentlich die Königswürde ab, was ihm zunächst Sympathien sicherte. Er befahl, das Diadem im Jupiter-Tempel auf der Kapitolinischen Anhöhe niederzulegen – als Zeichen, dass nur Jupiter König von Rom sei. Dieses inszenierte Schauspiel sollte Caesar als bescheidenen Staatsdiener zeigen, der die Krone nicht wolle. Doch viele vermuteten, die Aktion sei eine von Caesar und Antonius eingefädelte „Probe“ gewesen, um die Stimmung im Volk zu testen. – Unmittelbar danach kam es zu weiterer Aufregung: Man hatte mehrere Statuen Caesars in Rom mit Diademen (Kronbinden) geschmückt, offenbar als Schmeichelei von Anhängern. Die Volkstribunen Gaius Caesetius Flavus und Lucius Papirius Marullus schritten jedoch ein: Sie ließen die Kronen von Caesars Statuen entfernen und nahmen die Personen fest, die Caesar erstmals rex (König) zugerufen hatten. Das Volk applaudierte den Tribunen lautstark und nannte sie scherzhaft „Bruti“ – in Anspielung auf Lucius Iunius Brutus, der einst den letzten König Tarquinius vertrieben hatte. Caesar reagierte wütend. Er fühlte sich von den Tribunen brüskiert, als ob diese ihm illegitime Ambitionen unterstellten. Einige Tage später ließ Caesar Marullus und Flavus ihres Amtes entheben und sogar aus dem Senat entfernen – ein skandalöser Vorgang, da Volkstribunen eigentlich sacrosanct (unantastbar) waren. In einer Rede verunglimpfte Caesar die Tribunen und soll dabei auch das Volk beleidigt haben, weil es deren Handeln beklatscht hatte . Dieser Eklat im Februar 44 zeigte allen Seiten, wie angespannt die Lage geworden war: Caesar war nicht bereit, Widerspruch selbst von den Volkstribunen zu dulden, was vielen als Angriff auf die republikanische Freiheit erschien. Für die Verschwörer war die Absetzung der Tribunen ein deutliches Signal, dass Caesar zur Tyrannis tendierte. Cicero schrieb später über diesen Vorgang, kein Tyrann habe jemals etwas Dreisteres getan, als Caesar den Tribunen anzutun. Gleichzeitig war Caesar aber noch immens populär bei seinen Veteranen und vielen einfachen Leuten (die großzügigen Feiern und Getreidespenden trugen dazu bei). Der Februar 44 markierte somit einerseits den Gipfel von Caesars Machtfülle, andererseits den Beginn der akuten Endphase der Verschwörung gegen ihn. Von nun an suchten die Gegner nur noch nach einer Gelegenheit zuzuschlagen.
Denar 44 v. Chr., AR 18,60 mm, 4,01 g.
Abgebildet in Alföldi. Sehr detailreiches Portrait. Kein großes Wunder, dass A. Alföldi diesen Denar für seine Recherchen genutzt hat.
CAESAR - IMPER bekränzter Kopf Caesars nach r. Rückseite M-METTIVS Venus steht nach l., hält Zepter und Sieg und stützt den linken Ellbogen auf den Schild, der wiederum auf der Weltkugel ruht; im linken Feld A. Alföldi, Caesar, Pl. CXVIII, 150 (diese Münze). RRC 480/17.
4.700 €
Julius Caesar Æ Kern eines Fourrée Denarius. Nachahmung von Rom, ca. 44 v. Chr. C. Cossutius Maridianus, Geldgeber. CAESAR PARENS PATRIAE, lorbeerumkränzter und verhüllter Kopf nach rechts; dahinter Scheitel, davor Lituus / C-COSSVTIVS und MARIDIANVS in Form eines Kreuzes angeordnet; A A A F-F in den Winkeln. Zum Prototyp vgl. Crawford 480/19, CRI 112 und RSC 8. 3,10 g, 19 mm, 5 h.
235 €
IMPERATORISCHE PRÄGUNGEN.
GAIUS IULIUS CAESAR 100-44 v. Chr. Denar (Februar 44) 3,50g. Kopf m. Goldkranz, bedeckt, n. rechts.mit C. Cossutius und Maridianus) CAESAR - [DICT IN PE]PETVO / C MARIDIANVS Stehende Venus n. links, stützt linken Ellenbogen auf einen Schild, der auf einer Kugel (Globus) ruht, hält Victoriola u.verneigt sich. Cr. 480/15, Syd. 1068, BMC 4185. 2 Vs.-Geldwechslerpunzen,.
2.500 €
Denar (Silber). 44 v. Chr. Rom.
Vs: CAESAR PARENS PATRIAE. Verschleierter Kopf Caesars mit Kranz rechts. Links im Feld Apex, rechts Lituus.
Rs: C COSSVTIVS und MARID - I[AN]VS ins Kreuz gestellt, in den Winkeln A - A - A - FF.
19 mm. 3,14 g.
Cr. 480/19; Syd. 1069; Sear 112.
Sehr selten. Fleckige Patina, minimale Korrosionsspuren, sehr schön.
800.- €
Dio Cassius (44.4.4) berichtet, der Senat habe Caesar als „Vater des Vaterlandes“ bezeichnet und diesen Titel auf Münzen geprägt. Diese Stelle wird oft herangezogen, um Caesars Porträtmünzen zu erklären; tatsächlich sagt sie aber nicht, dass der Senat zugleich die Darstellung des Bildes neben dem Titel genehmigt hätte. Konkreter Anlass für diese Annahme sind zwei Münzen mit Caesars Porträt und der Legende PARENS PATRIAE (RRC 480/19–20). Der Denar RRC 480/20 ist vermutlich ein Unikat, welches in der Bibliothèque nationale de France verwahrt wird.
Diese gelten jedoch sehr wahrscheinlich als posthum. Zumindest wird das von Andreas Alföldi, Michael Crawford und David Sear so gesehen. Neuere Forschungen, wie Woytek, Arma et Nummi, Wien 2003, S. 417 ff. behaupten, dass das Portrait nach Caesars Ermordung von den Münzen wieder verschwand.
RRC 494/39
Ob der Staat die Porträtverwendung offiziell erlaubte, bleibt damit unklar. Unstrittig ist jedoch, dass Caesars Porträt eine sichtbare Manifestation seiner Macht darstellte.
C. Julius Caesar, † 44 v. Chr.
Õ-Denar, 44 v. Chr. Rom, P. Sepullius Macer; 3,96 g. Kopf Caesars r. mit Kranz und Schleier//Venus steht l. mit Victoria, Zepter und Schild.
Bab. 50; BMC 4173; Crawf. 480/13; Sear 107 d; Syd. 1074.
RR Feine Tönung, leichte Prägeschwäche, sehr schön
Die letzte Münze, die vor dem verhängnisvollen Tag der Ermordung Caesars an den Iden (15. März) geprägt wurde, zeigt Caesar in einem Priesterschleier als Pontifex Maximus. Dieser Titel verlieh Caesar die oberste religiöse Autorität im Staat und ermöglichte es ihm, den römischen Kalender zu regeln. Im Jahr 46 v. Chr. nutzte Caesar diese Macht, um den Julianischen Kalender einzuführen, der auf einem zwölfmonatigen Jahr basiert. Die Einzelheiten seiner Neuerung fanden Anklang, und nach seiner Ermordung wurde der Monat seiner Geburt ihm zu Ehren in Juli umbenannt.
Die Datierung der verschleierten Porträts innerhalb dieser Serie (RRC 480/12–16, etwa RRC 480/13) ist besonders schwierig. Oft wurde der Schleier als Trauerzeichen interpretiert (wie bei Antonius in RRC 480/22) und daher als posthum gedeutet. Ebenso möglich ist jedoch, dass Caesar als Pontifex Maximus verschleiert dargestellt ist (Morawiecki 1983:23).
1.500.- €
Die Iden des März – der 15. März 44 v. Chr. – gingen als einer der berühmtesten Tage der Weltgeschichte ein. An jenem Tag wurde Gaius Iulius Caesar von einer Gruppe Senatoren ermordet. Der Weg dorthin war im Verlauf des März vorgezeichnet: Nach dem Lupercalien-Vorfall und der Tribunenkrise stand für die Verschwörer fest, dass Caesar sterben müsse. Angeführt wurde die Konspiration von Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, zwei Männern, die einst zu Caesars Günstlingen gezählt hatten. Insgesamt schlossen sich etwa 60 Senatoren dem Komplott an, darunter weitere ehemalige Pompeianer (wie L. Minucius Basilus), aber auch bisherige Caesarianer (wie Decimus Iunius Brutus Albinus, ein enger Freund Caesars, und Gaius Trebonius). Die Verschwörung blieb – erstaunlicherweise – trotz der Beteiligung vieler Eingeweihter geheim. Selbst Caesar ahnte offenbar nichts Konkretes, obwohl ihm zahlreiche Warnungen zu Ohren kamen. Seine Frau Calpurnia träumte in der Nacht vor dem 15. März von Unheil und flehte ihn an, der Senatssitzung fernzubleiben. Wahrsager (Haruspices) hatten Caesar gewarnt, sich vor den Iden des März in Acht zu nehmen. Am Morgen des 15. März schwankte Caesar tatsächlich, ob er zum Senat gehen solle. Decimus Brutus, der Mitverschwörer, suchte Caesar auf und redete ihm gut zu, er solle nicht auf „dumme Vorahnungen“ hören – man würde ihn sonst für feige halten. Caesar ließ sich überzeugen und begab sich kurz vor Mittag zur außerordentlichen Sitzung des Senats, die im Theater des Pompeius (im Campus Martius) stattfinden sollte. In der Senatssitzung empfingen ihn die Verschwörer scheinbar ehrerbietig. Mark Anton, sein loyaler Mitkonsul, wurde draußen von Trebonius in ein Gespräch verwickelt, damit er nicht eingreifen konnte. Als Caesar Platz genommen hatte, traten die Senatoren mit einem vorbereiteten Vorwand an ihn heran: Tillius Cimber bat flehentlich um Begnadigung seines Exil-brüderchens – dies war das vereinbarte Zeichen. Die Attentäter zogen Dolche (viele hatten ihre Waffen unter der Toga verborgen) und stürzten sich auf Caesar. Casca Longus versetzte ihm den ersten Stich, der nur die Schulter traf. Caesar rief „Was soll das?“ und packte Casca, aber schon drangen die anderen Klingen auf ihn ein. Caesar wehrte sich zunächst, bis er Marcus Brutus unter den Angreifern erkannte. Angeblich rief er da auf Griechisch „Auch du, mein Sohn?“ (Kai sy, teknon?), was oft als „Auch du, Brutus?“ interpretiert wird . Dann verhüllte er sein Gesicht mit der Toga und sank zu Boden. Insgesamt trafen 23 Stiche Caesar, von denen wohl nur der zweite, in die Brust, tödlich war. Caesar starb zu Füßen der Statue seines einstigen Rivalen Pompeius, die im Theater stand – eine makabre Ironie, die den Verschwörern nicht entging. Rom war schockiert. Unmittelbar nach der Tat rief Brutus, um die Anwesenden zu beruhigen: „Es lebt der liberator (Befreier)!“ Die Verschwörer wollten sich als Wiederhersteller der Freiheit darstellen. Doch es kam zunächst keine geordnete Reaktion: Die Senatoren im Saal gerieten in Panik, viele flohen. Mark Anton, der draußen Lärm hörte, erkannte was geschehen war und floh in Verkleidung. Die Mörder zogen mit blutigen Dolchen durch die Straßen zum Kapitol, riefen „Freiheit für Rom!“ und versuchten, das Volk hinter sich zu bringen. Doch die Resonanz war verhalten. Die meisten Menschen begriffen erst allmählich, was geschehen war. Caesars Leichnam blieb einige Stunden liegen, bis drei Sklaven ihn heimlich nach Hause brachten.
Am 16. März übernahmen die Konsuln Antonius und Dolabella (Dolabella wurde nachträglich als Konsul eingesetzt, wie Caesar es geplant hatte) sowie der ergebene Lepidus mit seiner Legion in Rom provisorisch die Kontrolle. Erstaunlicherweise kam es nicht zu sofortigen Racheakten der Caesarianer. Stattdessen wurde am 17. März eine Sitzung des Senats einberufen, bei der ein historischer Kompromiss geschlossen wurde: Den Caesar-Mördern wurde Straffreiheit und sogar eine formelle Ehrenamnestie zugesichert, zugleich aber alle von Caesar erlassenen Gesetze und Verfügungen (acta Caesaris) für gültig erklärt . Dieser Deal – vermittelt vor allem von Antonius und Cicero – sollte einen neuen Bürgerkrieg verhindern. Keiner war richtig zufrieden, aber alle spielten mit. Brutus und Cassius stimmten aus Sorge um ihr Leben zu, dass Caesars politisches Erbe respektiert würde. Die Caesarianer wiederum begnügten sich damit, dass Caesars Werk nicht rückgängig gemacht wurde, auch wenn seine Mörder davonkamen. Mark Anton erhielt Caesars Papiere und Testament unter seine Kontrolle (was ihm großen Einfluss gab). – Das Volk Roms jedoch reagierte emotional.
Am 18. März wurde Caesars Testament im Haus der Vestalinnen geöffnet: Die Bürger erfuhren, dass Caesar jedem römischen Bürger 75 Denare vermachte und seine berühmten Gärten am Tiber dem Volk schenkte. Diese Großzügigkeit rührte viele. Am 20. März fand auf dem Forum Romanum Caesars öffentliche Trauerfeier statt. Mark Anton hielt die Leichenrede (Laudatio) und entfachte mit seinen Worten und Gesten die Leidenschaft der Massen. Er entrollte Caesars blutbefleckte Toga vom Rednerpult und zeigte die Wunden am Körper des Diktators – das Volk geriet außer sich vor Empörung über die „Verräter“. Ein Tumult brach los: Die Menge errichtete eigenmächtig einen Scheiterhaufen und verbrannte Caesars Leichnam mitten auf dem Forum; anschließend zogen wütende Bürger zu den Häusern der Verschwörer, um sie anzugreifen. Brutus und Cassius hatten sich zum Glück schon auf das Kapitol zurückgezogen und entgingen dem Mob. Doch die Stimmung in Rom kippte zugunsten Caesars Andenken. Aus Angst vor weiterem Aufruhr verließen Brutus und Cassius wenige Tage später Rom – offiziell mit dem Auftrag, sich um die Kornversorgung in Kleinasien zu kümmern, faktisch auf der Flucht vor der Rache der Plebs. Binnen eines Monats war also nach Caesars Tod die Lage völlig neu: Seine Gegner sahen sich trotz ihrer Amnestie gezwungen, die Stadt zu verlassen, während seine Freunde und Erben die Zügel übernahmen.
M. Mettius, 44 v. Chr. Quinarius (Silber), Rom. Kopf der Juno Sospita nach rechts, mit Kopfschmuck aus Ziegenhaut, dahinter eine Schlange. Rückseite: Victory, die in der rechten Hand die Zügel und in der linken Hand den Zaumzeug hält, führt eine galoppierende Biga nach rechts. RRC 480/23.
RRR
1.250 €
Im April 44 v. Chr. bestimmten Unsicherheit und Machtpoker die römische Politik. Mark Anton, als nunmehr einflussreichster Mann in Rom, agierte geschickt. Er hatte nach dem Kompromiss vom 17. März die amtlichen Unterlagen und Siegel Caesars in seine Hände bekommen und begann, diese zu nutzen. Er präsentierte dem Senat und Volk nun zahlreiche Erlasse und Dokumente, die angeblich noch von Caesar stammten, um so Caesars Politik fortzuführen und seine eigene Position zu stärken. Mit diesen Acta Caesaris rechtfertigte Antonius z.B., dass er Caesars bisherigem Magister equitum Lepidus das Amt des Pontifex Maximus verschaffte, welches nach Caesars Tod vakant geworden war. Am 20. März war Lepidus’ Ernennung zum neuen Oberpontifex erfolgt – noch in der Nacht nach der Beerdigung, im Beisein seiner einquartierten Truppen, was einige als illegitim empfanden. Doch Antonius suchte bewusst Lepidus’ Schulterschluss, denn Lepidus kommandierte eine große Armee in der Nähe Roms. Zudem wurde eine Familienallianz zwischen Antonius und Lepidus begründet (durch Heirat ihrer Kinder). Derweil verließen die Hauptverschwörer Rom: Brutus und Cassius flohen Mitte April aus Italien. Zuvor hatten sie auf dem Kapitol einige Tage abgewartet und noch erlebt, wie ihre zunächst wohlwollend-neugierige Aufnahme in der Bevölkerung nach Caesars Begräbnis ins Feindselige umschlug. Nun zogen sie sich auf ihre ihnen zugedachten Provinzen zurück: Beide waren ja laut Senatsbeschluss vom 17. März als Statthalter für ferne Provinzen ab 1. Januar 43 vorgesehen (Brutus für Makedonien, Cassius für Syrien). Antonius gewährte ihnen – scheinbar großzügig – schon jetzt das Recht, Rom zu verlassen und in Italien Truppen zu rekrutieren für ihre künftigen Aufgaben. Dies kam ihm entgegen: So waren die „Befreier“ aus der Stadt, und Antonius hatte freie Hand im Machtzentrum. Cleopatra, die Königin von Ägypten und Mutter von Caesars kleinem Sohn Caesarion, die seit 46 v. Chr. in Rom geweilt hatte, nutzte ebenfalls den April zur Flucht. Nach Caesars Ermordung war ihre Stellung prekär; ein fremdes Königtum wurde ohne Caesar nicht mehr toleriert. Sie verließ Rom mit ihrem Gefolge Richtung Ägypten, unauffällig und klug, um kein weiteres Aufsehen zu erregen. Antonius begann im April, seine eigene Machtbasis zu legen. Er verschaffte sich durch einen Volkstribun die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Provinz Gallia Cisalpina (Oberitalien) vorzeitig an ihn übertragen sollte. Eigentlich war diese Provinz für 43 v. Chr. Decimus Brutus (einem der Verschwörer) zugedacht, doch Antonius ließ das Lex Antonia durch die Volksversammlung bestätigen, das die Zuteilung änderte. Somit plante Antonius, Ende des Jahres selbst mit Truppen nach Norditalien zu ziehen, um Decimus notfalls gewaltsam abzulösen. Dieses Vorgehen war aggressiv, aber taktisch geschickt: Es entzog einem Caesar-Mörder (Decimus) Macht und gab Antonius eine schlagkräftige Armee an die Hand. Während in Rom also Antonius seine Position festigte und Lepidus, Antonius und der junge Caesar-Erbe Octavian nach außen Einigkeit zeigten, formierte sich in der Ferne die Gegenseite. Marcus Brutus reiste nach Athen und begann dort, junge Römer für seine Sache zu gewinnen und Truppen auszuheben. Gaius Cassius begab sich über Syrien und Kleinasien, wo er ebenfalls damit anfing, Legionen zu sammeln. Beide appellierten an die republikanischen Gefühle und erklärten, sie würden notfalls mit Waffengewalt die Freiheit verteidigen. Die Kluft zwischen Caesarianern und Republikanern, die man in Rom kurzfristig zu überbrücken versucht hatte, tat sich nun in vollem Ausmaß wieder auf – nur mit veränderten Fronten: Mark Anton stellte sich als Sachwalter von Caesars Erbe dar, während Brutus und Cassius sich als Wahrer der Republik präsentierten. Die Eskalation bahnte sich an, auch wenn der April noch als fragile Ruhe vordem Sturm erschien.
Die Caesarianer. Julius Caesar. April-Mai 44 v. Chr. AR-Denar (18 mm, 3,72 g, 12 h). Münzstätte Rom; P. Sepullius Macer, Geldgeber. Geprägt unter Marcus Antonius. VF.
CLEMENTIAE•CAESARIS Tetrastylischer Tempel mit Globus im Giebel / Desultor (Reiter, der von einem Pferd auf ein anderes springt), mit kegelförmiger Kappe und Peitsche in der Hand, rechts auf dem Pferd, zweites Pferd seitlich im Hintergrund; Palmwedel und Kranz nach links. Crawford 480/21; Alföldi Typ XXII, 42 (A1/R1); CRI 110; Sydenham 1076; RSC 44; RBW 1688.
Aus der Sammlung GS. Ex-Sammlung Tony Hardy (Classical Numismatic Group 64, 24. September 2003), Los 835.
Diese Münze ist eine der ersten Ausgaben von Marcus Antonius, die kurz nach der Ermordung Caesars geprägt wurde. Man nimmt an, dass der Reiter eine Anspielung auf die Parilischen Spiele ist, die am 21. April stattfanden. Sowohl die Spiele als auch der (nie errichtete) Tempel feierten die Siege und die Ehre Caesars.
Leider ist die Schrift nicht komplett zu lesen (Prägeschwäche?). Auf dem Avers (Vorderseite) CLEMENTIAE CAESARIS bzw. auf dem Revers (Rückseite) unten MACER.
2.500 € - auch wegen Zoll
Im Mai 44 v. Chr. betrat Gaius Octavius die politische Bühne Italiens. Octavius, der 18-jährige Großneffe und im Testament Caesars adoptierte Sohn, landete Anfang Mai in Apollonia (Epirus) und segelte dann nach Italien. Als er die Neuigkeit vom Mord an Caesar erhalten hatte, war er entschlossen, sein Erbe anzutreten. Octavius nahm nun den Namen Gaius Iulius Caesar (Octavianus) an, um seine Rolle als Caesars Sohn zu betonen. In Rom wurde Octavians Ankunft mit Skepsis beobachtet: Mark Anton sah in ihm zunächst keine große Gefahr, da er jung und unerfahren war. Anton verweigerte Octavian aber die Herausgabe von Caesars Erbe – konkret der Gelder aus Caesars Nachlass – und behandelte ihn herablassend. Octavian reagierte überraschend geschickt: Er machte sich in Kampanien und anderen Veteranenkolonien beliebt, indem er versprach, Caesars im Testament vermachte Geldgeschenke an das Volk aus eigener Tasche auszuzahlen (300 Sesterzen pro Bürger, was 75 Denaren entspricht). Dazu borgte er sich bei Verwandten und Unterstützern hohe Summen. Das Volk war beeindruckt von der pietas (Pflichtgefühl) des jungen Caesar, was Octavians Ansehen hob. In Rom selbst verschärfte sich der Ton zwischen Antonius und dem Senat. Cicero, der im April noch eine versöhnliche Linie vertreten hatte, wandelte sich nun zum schärfsten Kritiker des Antonius. Er sah in Antonius einen neuen potentiellen Tyrannen und begann, Philippicae (Reden nach Art des Demosthenes gegen Philipp von Makedonien) gegen ihn zu verfassen. Cicero war zwar kein Freund der Caesarmörder, erkannte aber in Octavian eine mögliche Galionsfigur gegen Antonius. So suchte er heimlich den Kontakt zum jungen Caesar-Erben. Octavian wiederum, obwohl Adoptivsohn Caesars, hatte keinerlei Interesse, sich Antonius zu unterwerfen. Antonius stand indes militärisch unter Druck: Einige von Caesars Veteranen misstrauten ihm. Antonius hatte zwar die Kontrolle über einige Legionen (darunter jene aus Makedonien, die nach Italien zurückgerufen worden waren), aber im Frühsommer meuterte kurzzeitig die Legio Martia und lief zu Octavian über (diese Meuterei kulminierte erst im Sommer vollends). Antonius gelang es jedoch noch, die meisten Truppen zu halten. Er verlegte sich darauf, seine Position in Norditalien zu sichern: Er reiste im Mai nach Gallia Cisalpina (Norditalien), die ihm ja per Gesetz ab 1. Januar 43 zustehen sollte – sehr zum Unmut des dort amtierenden Decimus Brutus, der sich weigerte zu weichen. Die Lage spitzte sich also geographisch zu: Antonius lagerte mit Truppen nahe Gallien, während Octavian in Süditalien Veteranen um sich scharte. Im fernen Osten erreichten unterdessen Brutus in Griechenland und Cassius im Nahen Osten erste Teilerfolge: Brutus gewann die Unterstützung fast aller Städte in Griechenland und Makedonien und übernahm die dort stationierten Truppen, Cassius war auf dem Weg nach Syrien, wo er mit dem Caesarianer Publius Dolabella (Konsul 44 und von Antonius nach Syrien geschickt) aneinandergeraten würde. Das Weltreich begann sich in zwei Lager zu teilen: Die „Partei des Caesar“ (Antonius, Lepidus, bald Octavian) und die „Partei der Befreier“ (Brutus, Cassius), wobei viele Akteure (wie Octavian selbst oder später Lepidus) ihre Zugehörigkeit noch ausloteten.
Im Juni 44 v. Chr. fand eine wichtige Sitzung des Senats statt, in der die künftige Verwaltung der Provinzen geregelt wurde. Mark Anton inszenierte ein Dekret, das den Caesarmördern ehrenvolle, aber entfernte Posten zuschanzte: So wurde offiziell beschlossen, Marcus Brutus solle im nächsten Jahr (43) die Provinz Makedonien regieren, Gaius Cassius Syrien. Damit wollte man Brutus und Cassius auf legalem Wege aus dem Zentrum fernhalten. Der Senat erhoffte sich vielleicht, sie würden so befriedet. Doch Brutus und Cassius nahmen diese Zuweisungen nur pro forma an – sie waren längst unterwegs, größere Machtbasen zu schaffen. – Antonius trieb derweil Doppelspiel: Öffentlich gab er sich kooperativ dem Senat gegenüber und ließ solche Dekrete passieren; insgeheim baute er seine Armee aus. Im Juni marschierte Antonius mit mehreren Legionen nach Norditalien, um – wie es dem Lex Antonia entsprach – zum Jahreswechsel Decimus Brutus als Statthalter in Oberitalien abzulösen. Decimus Brutus, einer der Caesar-Mörder, weigerte sich jedoch, seine Provinz abzugeben. Er verschanzte sich mit einer eigenen kleinen Armee in Mutina (Modena). Dieser Konflikt schwelte den ganzen Juni hindurch. Antonius lagerte unweit Mutina, zog aber noch keine Belagerungsschlinge zu – der offene Krieg war (noch) nicht erklärt. – In Rom selbst nahmen die Spannungen zwischen Antonius und dem Senat immer mehr zu. Cicero begab sich Ende Juni auf seine Güter in Kampanien und Tusculum, da er befürchtete, Antonius könne gegen ihn vorgehen. Antonius ließ durchblicken, dass er Ciceros Einfluss misstraue. Es formierten sich im Senat zwei Lager: die Antonianer, die seine harte Linie unterstützten (viele davon alte Caesarianer) – und die Repubblikaner, angeführt von Cicero, die Antonius stoppen wollten. Octavian, als neuer Akteur, stand dazwischen: Offiziell war er Privatperson, aber faktisch schon Anführer einer wachsenden Truppe von Veteranen. In diesem Monat kam es zu einem bemerkenswerten Ereignis: Ein falscher „Marius“ namens Amatius (ein Volksredner, der behauptete, ein Verwandter Caesars und ein Enkel Marius’ zu sein) zettelte in Rom Unruhen an, indem er Caesar als Märtyrer verehrte. Antonius ließ Amatius kurzerhand hinrichten. Dieser Vorfall zeigte: Antonius wollte keine unkontrollierten Volksbewegungen in Caesars Namen zulassen – er selbst wollte die Regie behalten. Das Hin und Her verstärkte die Unsicherheit. – Im Ausland kam es ebenfalls zu Entwicklungen: Publius Dolabella, der Caesarianer-Konsul, der von Antonius nach Syrien entsandt worden war, erreichte im Juni Kleinasien und traf dort auf Gaius Trebonius (den Statthalter in Asia und Mitverschwörer). Dolabella ließ Trebonius in Smyrna ermorden – dies war das erste Blut ("first blood"), das an einem Caesar-Mörder vergossen wurde . Als die Nachricht davon nach Rom drang, war die Empörung im Senat groß: Dolabella wurde am 30. Juni vom Senat zum Staatsfeind erklärt (de facto stellte man sich damit auf Cassius’ Seite). Diese Reaktion offenbarte: Der Senat neigte nun offen den „Befreiern“ zu, sofern es gegen unangenehme Caesarianer ging. Cassius wiederum bereitete sich darauf vor, Dolabella in Syrien entgegenzutreten. – Insgesamt war der Juni 44 eine Phase offener Positionsbestimmung: Antonius kontrollierte Rom und Italien militärisch, Octavian baute seine Gefolgschaft weiter aus, Cicero und die Senatoren bereiteten sich geistig auf einen Kampf gegen Antonius vor, und Brutus/Cassius rüsteten im Osten zum Krieg gegen die Caesarianer. Noch herrschte formell Frieden, aber der Zusammenstoß zeichnete sich ab.
Der Juli 44 v. Chr. brachte eine Mischung aus Omen, Propaganda und weiterer Polarisierung. Vom 20. bis 30. Juli wurden in Rom Spiele zu Ehren des vergöttlichten Caesar abgehalten – die sogenannten Ludi Victoriae Caesaris. Diese Spiele hatte Caesar noch zu Lebzeiten für diesen Zeitraum geplant (es waren ursprünglich Siegesfeiern für seine militärischen Erfolge) und nun führte Octavian – der junge Erbe – sie in Caesars Namen durch. Während dieser Spiele erschien am Himmel ein außergewöhnlich heller Komet, der sieben Tage lang sichtbar war. Das Volk interpretierte diesen „Caesaris astrum“ (Cäsars Stern) als Zeichen der Vergöttlichung Caesars. Sueton berichtet, während der Spiele habe ein Komet am elften Stunde aufgeflammt und sieben Tage hintereinander geleuchtet, und man habe geglaubt, dies sei die Seele Caesars, die gen Himmel auffahre. Dieses Ereignis, der „Komet des Caesar“, wurde zum mächtigen politischen Symbol: Octavian ließ Münzen mit einem Stern prägen und förderte den Kult um den Divus Iulius (den vergöttlichten Julius) nachhaltig. Der Senat selbst war zwar noch nicht formell soweit (die offizielle Apotheose Caesars erfolgte später, 42 v. Chr., per Senatsbeschluss ), aber die öffentliche Meinung schlug sich bereits auf Octavians Seite. Für viele war nun klar: Caesar ist ein Gott, und Octavian sein Sohn – was Octavians Legitimation enorm steigerte. Politisch-militärisch verlief der Juli turbulent: Antonius hatte inzwischen in Gallia Cisalpina (Norditalien) eine immer offenere Konfrontation mit Decimus Brutus. Da Decimus weigerte sich, die Provinz zu räumen, entschied Antonius sich im Hochsommer, eine Belagerung von Mutina vorzubereiten. Er sammelte Truppen um die Stadt, während Decimus drinnen ausharrte. Noch hatte es keine Schlacht gegeben, aber die Situation glich einer Belagerung. In Rom kehrte Cicero am 31. Juli aus seinem Exil auf dem Land nach Rom zurück. Am nächsten Tag, dem 1. August, sollte eine Senatssitzung stattfinden, bei der Antonius über den Stand der Dinge berichten wollte. Cicero jedoch blieb dieser Sitzung fern – er hatte Angst vor Antonius’ Reaktionen (Antonius soll gedroht haben, Cicero anklagen zu lassen). Durch Ciceros demonstrative Abwesenheit kam es am 2. August zu einem persönlichen Zerwürfnis: Antonius fühlte sich beleidigt und ließ Cicero verhöhnen. Damit war die Zusammenarbeit zwischen Antonius und Cicero zerbrochen. Brutus und Cassius übernahmen im Juli derweil de facto die Herrschaft im Osten: Brutus schlug in Makedonien die dortige antonianische Besatzung unter dem Bruder des Antonius (C. Antonius) und sicherte sich Makedonien und Griechenland. Cassius vertrieb in Syrien Caesars Anhänger und belagerte Dolabella in Laodicea (Dolabellas Ende nahte). Beide bereiteten sich vor, mit ihren mittlerweile stattlichen Heeren (Brutus hatte ca. 17 Legionen, Cassius ähnlich viele) nach Westen zu marschieren. Die Republik war also in zwei große bewaffnete Lager gespalten: im Osten die sogenannten Liberatores (Befreier) Brutus und Cassius mit ihren Senatorenarmeen, im Westen die Caesarianer Antonius, Lepidus und zum Teil Octavian. Octavians Loyalität stand im Juli noch auf der Kippe: Er gab sich als treuer Caesarianer, doch er pflegte bereits gute Kontakte zu Cicero und dem Senatslager. Er wollte offenbar beide Seiten für sich nutzen – entweder Antonius zu entmachten oder sich mit ihm zu arrangieren, je nachdem, was ihm die Oberhand verschaffen würde.
Der August 44 v. Chr. markierte den Auftakt einer offenen Propagandaschlacht in Rom. Am 2. September 44 v. Chr. hielt Cicero im Senat die Erste Philippische Rede (zwar schon September, aber das Ergebnis des August). Darin griff er Mark Anton vorsichtig, aber deutlich an und warnte vor dessen Machtgelüsten. Diese Rede war der Beginn von Ciceros berühmter Philippicae-Reihe. Antonius reagierte wütend. Er lud Cicero am 19. September zur nächsten Sitzung, um zu antworten, doch Cicero erschien nicht – worauf Antonius in einer eigenen Rede Cicero scharf attackierte. Schon im August war also klar: Cicero stellte sich frontal gegen Antonius. – Octavian nutzte diese Spannung. Er war im August dabei, eine Privatarmee aus Veteranen aufzustellen. Viele ehemalige Soldaten Caesars verehrten den Namen Caesar und strömten zu dem jungen Erben, vor allem als er ihnen eine finanzielle Entlohnung in Aussicht stellte (die versprochenen 75 Denare aus Caesars Testament). Bis Ende August hatte Octavian mehrere tausend Freiwillige um sich geschart, darunter Elemente zweier Legionen aus Antonius’ Armee (Legio Martia und Legio II), die zu ihm übergingen. Antonius, der zunächst Octavian unterschätzt hatte, begann nun dessen Aktivitäten unruhig zu beobachten. In Norditalien eskalierte die Situation weiter: Antonius ließ im Spätsommer Mutina tatsächlich einschließen. Decimus Brutus weigerte sich nach wie vor, aufzugeben. Er hatte etwa zwei Legionen in der Stadt, während Antonius mit mindestens vier Legionen belagerte. Formal war es noch kein Bürgerkrieg, da Decimus offizieller Statthalter war und Antonius behauptete, legal sein Nachfolger zu sein – aber faktisch war dies der Beginn der Kampfhandlungen zwischen Antonianern und Republikanern. In Rom selbst war die Stimmung gespannt. Antonius’ Popularität nahm ab, besonders als bekannt wurde, dass er im Juli auf eigene Faust Caesars bisherige Veteranenkolonie in Kampanien, Capua, für sich beansprucht hatte (er wollte dort Land für seine Soldaten sichern, was als Eigenmächtigkeit erschien). Cicero gewann im Senat an Unterstützung, viele Senatoren sahen in Octavian nun einen möglichen Bundesgenossen, obwohl er formal kein Amt bekleidete. Antonius hingegen isolierte sich: Er ahnte, dass Octavian und der Senat sich annäherten, und begann, Offiziere zu verlieren. So wechselte im Laufe des August Lucius Munatius Plancus, Statthalter in Gallia Comata (Südfrankreich), ins neutrale Lager und signalisierte dem Senat Sympathien. Lepidus jedoch blieb zu Antonius loyal und hielt mit sieben Legionen in der Provinz Gallia Narbonensis zu ihm. Zusammenfassend war der August 44 v. Chr. ein Monat, in dem die Weichen zum nächsten Bürgerkrieg gestellt wurden: Antonius belagerte einen „Befreier“ (Decimus) – de facto Kriegshandlung –; Cicero mobilisierte die Senatsopposition; Octavian baute eine Armee auf und stellte sich als Schutzpatron der Republik dar (trotz seines Namens Caesar). Noch war niemand offiziell in Feindschaft erklärt, aber der Weg dorthin war in greifbarer Nähe.
Im September 44 v. Chr. gewann Ciceros Kampagne gegen Antonius weiter an Fahrt. Cicero schrieb und verbreitete im Laufe des Monats die Zweite Philippische Rede, eine schonungslose Abrechnung mit Antonius (die er jedoch nicht öffentlich hielt, sondern schriftlich zirkulieren ließ). Darin denunzierte er Antonius als ruchlosen Machtmenschen – diese Schmähschrift machte in senatorischen Kreisen die Runde und zementierte die Fronten. Antonius war außer sich vor Zorn über Ciceros Anschuldigungen, konnte aber öffentlich wenig tun, da Cicero von vielen geachtet wurde. – Octavian nutzte diese Dynamik geschickt: Er stellte sich Anfang September offiziell unter den Schutz des Senats. Er bot an, mit seinen Truppen (mittlerweile rund 3–4 Legionen stark) dem Staat zu dienen. Cicero lobte Octavian öffentlich für dessen patriotische Haltung in der Dritten Philippica (3. Dezember 44) und empfahl dem Senat, Octavian zu unterstützen. So begann sich eine Allianz zwischen Octavian und der Senatspartei abzuzeichnen – eine Allianz aus Zweck: Die Republikaner brauchten Octavians Soldaten gegen Antonius, Octavian brauchte den legalen Anstrich durch den Senat. Antonius verschärfte derweil seine Belagerung von Mutina. Er versuchte, Decimus Brutus’ Versorgung abzuschneiden und bezog Winterquartiere rund um die Stadt. Beide Seiten warteten auf Verstärkung: Decimus hoffte, der Senat würde ihm Entsatz schicken; Antonius erwartete die Ankunft von Lepidus oder anderen Caesarianern aus Gallien. In Rom bereitete man sich auf das Konsulatsjahr 43 vor. Die designierten Konsuln, Aulus Hirtius (ein früherer Vertrauter Caesars) und Gaius Vibius Pansa (auch Caesarianer), standen auf Seiten des Senats und korrespondierten eng mit Cicero. Beide waren jedoch noch nicht im Amt; trotzdem begannen sie im Spätsommer heimlich, in Italien Truppen auszuheben, um gegen Antonius vorgehen zu können. Lepidus blieb einstweilen ein Unsicherheitsfaktor: Offiziell war er noch nicht als Feind betrachtet, doch man wusste, er sympathisierte mit Antonius. Ebenso war unklar, was Lucius Cornelius Balbus (Caesars langjähriger Sekretär) und andere Caesarianer in Spanien vorhatten. Spanien wurde noch von Q. Cornificius und L. Antonius (Antonius’ Bruder) beansprucht – dort schwelte ein Konflikt, der aber in 44 nicht offen ausbrach. Ende September war die Situation festgefahren, doch alle Seiten rüsteten: Antonius hatte ~8 Legionen (4 bei Mutina, 4 unter Lepidus in Gallien); Octavian etwa 4 Legionen in Italien; Hirtius und Pansa trainierten Rekruten; Brutus und Cassius standen mit je ~10 Legionen im Osten marschbereit (Brutus hatte Makedonien komplett unter Kontrolle bekommen, Cassius drängte Dolabella in Syrien in die Enge). Es war wie ein Innehalten vor dem Sturm, während dem die Propagandafront beherrscht wurde von Cicero. Er schrieb im September an Freunde, es gehe nun darum, dem tyrannus (Antonius) entgegenzutreten. Viele hofften, Octavian könnte das Mittel zum Zweck sein, Antonius zu stürzen.
Im Oktober 44 v. Chr. spitzten sich die Ereignisse zu. Antonius entschloss sich endgültig zur Gewalt: Anfang Oktober brach er die Verhandlungen ab und begann offiziell mit der Belagerung von Mutina. Er forderte Decimus Brutus nochmals ultimativ zur Übergabe auf; als dieser sich weigerte, kam es zu ersten Scharmützeln um die Stadt. Damit war die Fehde zwischen Antonius und der Senatspartei offen. Cicero überzeugte derweil den Senat, außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen. Er stellte den Antrag – der im Dezember verabschiedet wurde –, dem neuen Jahrgang (den Konsuln von 43) alle Mittel zu geben, um Antonius zu bekämpfen. Viele Senatoren schwenkten nun offen auf Ciceros Linie ein, teils aus Überzeugung, teils aus Angst vor Antonius. Octavian hatte Anfang Oktober seine Armee auf sechs bis acht Legionen vergrößert, darunter einige Veteraneneinheiten. Er lagerte mit seinen Truppen in der Nähe von Rom, ohne in die Stadt einzurücken. Sein Verhalten war abwartend, aber er forderte insgeheim von den Senatoren Anerkennung seiner Stellung – insbesondere wollte er für 43 ein offizielles Amt oder zumindest die Treueidleistung der Soldaten auf sich und nicht nur auf die Konsuln. Der Senat zögerte jedoch (Octavian war ja erst 19). Dadurch gärte Misstrauen zwischen Octavian und den Republikanern: Jeder brauchte den anderen, traute ihm aber nicht über den Weg. Ende Oktober verließen Brutus und Cassius mit ihren Armeen den Osten Richtung Westen. Brutus zog von Thrakien gen Italien, Cassius wollte über Kleinasien Richtung Makedonien marschieren. Ihre Ankunft würde allerdings erst im kommenden Jahr erfolgen, doch ihre Absicht war klar: Sie wollten die Entscheidung gegen die Triumviratspläne suchen. Antonius suchte inzwischen nach Verbündeten: Er stand in Kontakt mit Lepidus, Asinius Pollio und Lucius Plancus – allesamt Kommandeure mit Legionen in Gallien und Hispanien. Im Oktober schickte Antonius Boten an Lepidus und Plancus, damit diese mit ihren Truppen in Norditalien zu ihm stoßen. Plancus schwankte noch, Lepidus hingegen war wohl entschlossen, seinem Freund Antonius zu Hilfe zu kommen. Diese potenzielle Verstärkung würde das Kräfteverhältnis erheblich verändern, wovon Cicero und der Senat aber nur Gerüchte hörten. In Rom selbst spitzte sich die Stimmung zu: Cicero hielt am 20. Dezember im Senat die Dritte Philippica, in der er offen für einen Militäreinsatz gegen Antonius plädierte. Diese Rede war zwar erst im Dezember, reflektierte aber die Entwicklungen des Oktobers. Der Senat war nun bereit, auf Konfrontation zu gehen. Man plante, Anfang Januar 43 Antonius offiziell zum Staatsfeind zu erklären, falls er die Belagerung nicht abbrach.
Im November 44 v. Chr. erreichten die Spannungen ihren Höhepunkt. Mark Anton war fest entschlossen, Decimus Brutus’ Truppen in Mutina im neuen Jahr auszuheben. Seine Lager waren befestigt, und die Soldaten begannen, Winterquartiere zu beziehen. Gleichzeitig näherten sich aus Gallien die Legionen des Lepidus; auch Pollio schickte Antonius Teilunterstützung aus Hispania. Antonius’ Armee wuchs auf rund 10–11 Legionen an, als Lepidus’ und Pollios Verbände an den Alpen zusammentrafen. Diese Kräftebündelung geschah jedoch schrittweise und war im November noch nicht abgeschlossen – sie bereitete aber dem Senat große Sorgen. Cicero schrieb in jenen Tagen sinngemäß: „Wenn Antonius sich mit Lepidus und Plancus jenseits der Alpen vereinigt, könnte unser Sieg verspielt sein“ . Der Senat reagierte Ende November mit Formalbeschlüssen: Man versuchte zunächst, Octavian enger einzubinden, indem man ihm die Führung über Teile der staatlichen Truppen übertrug. Zudem beschloss man, den Konsuln des kommenden Jahres (Hirtius und Pansa) den Oberbefehl über den Krieg gegen Antonius zu geben und Octavian als Hilfskommandeur zu akzeptieren. Octavian forderte allerdings mehr: Er wollte selbst Konsul werden, was der Senat zunächst brüsk zurückwies (Octavian war viel zu jung). Dieses Nein war ein Fehler, denn es entfremdete Octavian weiter vom Senatslager. In der ersten Novemberhälfte traf dann Nachricht aus dem Osten ein: Gaius Cassius Longinus hatte in Syrien gesiegt – Dolabella beging am 43. Juli Selbstmord, als Cassius Laodicea einnahm. Cassius’ Erfolg bedeutete, dass im gesamten Osten nun die Liberatores die Oberhand hatten. Der Senat begrüßte diese Meldung insgeheim, gab aber keine offizielle Note dazu heraus (um Antonius’ Anhänger in Rom nicht zu provozieren). In Rom formierte sich derweil eine kleine, aber radikale Gruppe um Cicero, die plante, Antonius offiziell zum hostis (Staatsfeind) zu erklären und Octavian sowie die Konsuln auf ihn anzusetzen. Dieser Beschluss wurde vorbereitet, aber noch zurückgehalten, bis die neuen Konsuln im Amt sein würden. Mark Anton war sich seiner Lage bewusst: Er stand kurz davor, vom Senat geächtet zu werden. So unternahm er eine List: Er trat offiziell als Konsul zurück (sein Jahr war ja Ende Dezember abgelaufen) und schickte scheinbar Friedensangebote an den Senat. In Wahrheit wollte er Zeit gewinnen, bis Lepidus vollständig zu ihm gestoßen war.
Cicero durchkreuzte jedoch diese Friedensbemühungen: Er hielt am 13. November im Senat die Vierte Philippica vor dem Volk (im Tempel der Concordia), in der er Antonius’ Friedenswillen als Täuschung entlarvte. Das Volk jubelte Cicero zu. Der Senat lehnte daraufhin Gesandtschaften an Antonius ab – man vertraute ihm nicht mehr . Ende November war Rom somit faktisch auf Kriegskurs. Die letzte Illusion einer Einigung zerschlug sich. Octavian blieb als Faktor zweideutig: Noch trat er als Verbündeter des Senats auf, aber seine persönlichen Ambitionen standen bereits im Raum. Trotzdem galt er in diesem Moment als der militärische Trumpf gegen Antonius.
Im Dezember 44 v. Chr. brachen die Dämme endgültig. Am 1. Dezember trat das neue Konsulnpaar Hirtius und Pansa ihr Amt an (die gewählten Konsuln durften ausnahmsweise schon Dezember beginnen, da Caesar tot ist; formell waren sie aber erst ab 1. Januar 43 Konsuln). Doch de facto übernahmen sie sofort die Kriegsvorbereitungen. Cicero hielt am 20. Dezember im Senat die dritte Philippische Rede und am 21. Dezember vor dem Volk die vierte – hierin forderte er offen, den Staatsnotstand auszurufen (senatus consultum ultimum) und gegen Antonius militärisch vorzugehen. Der Senat folgte seiner Führung: Es wurden offiziell Truppen rekrutiert und den Konsuln das Kommando übertragen. Octavian wurde – obwohl noch kein Amt – in diese Planung einbezogen, da er die kampfkräftigsten Legionen hatte. Mark Anton erfuhr von diesen Beschlüssen und erklärte seinerseits den Senatsbeschlüssen die Legitimität ab. Er sandte noch im Dezember ein Ultimatum an den Senat: Sollte man ihn zum Staatsfeind erklären, würde er dies nicht anerkennen und für Caesars Sache kämpfen. Das verhärtete die Fronten nur noch mehr. In Mutina verschlechterte sich die Lage für Decimus Brutus. Seine Lebensmittel wurden knapp; er schrieb Hilferufe an Cicero und den Senat. Diese drangen im Dezember nach Rom. Cicero ließ daraufhin am 20. Dezember eine Abstimmung durchführen, in der Decimus Brutus offiziell für seine Standhaftigkeit gedankt wurde und Octavian große Anerkennung für seine privaten Truppen aussprach . Damit anerkannte der Senat Octavian zwar nicht formal als Magistrat, aber lobte ihn öffentlich – was einer indirekten Legitimierung seiner Rolle gleichkam. Octavian akzeptierte dies vorerst und erklärte sich bereit, mit den neuen Konsuln im neuen Jahr gegen Antonius zu ziehen.
Die Iden des März 44 lagen nun neun Monate zurück, und Rom stand vor einem weiteren Bürgerkrieg. Caesar war tot, doch nun stritten seine Erben und seine Mörder um die Zukunft. Die römische Bevölkerung war dabei weitgehend zur Zuschauerin degradiert, aber ihre Sympathie neigte zuletzt eher Cicero und Octavian zu, denn man fürchtete Antonius’ Soldateska. Die Erinnerung an Caesar blieb in diesen Monaten lebendig: Viele sehnten sich nach der Stabilität, die er gebracht hatte, und sahen mit Schrecken, dass sein Tod das Reich wieder in Chaos stürzte. Octavian verstand es geschickt, diese Nostalgie für sich zu nutzen – er inszenierte sich als Filius Divi (Sohn des vergöttlichten Caesar) und Wahrer von dessen Vermächtnis. So endete das Jahr 44 v. Chr. in großer Anspannung. Der Ausgleichsversuch nach Caesars Ermordung war gescheitert. Nun standen sich Caesars Erben (Antonius, Octavian, Lepidus) und Caesars Gegner (die „Liberatores“) erneut bewaffnet gegenüber. Der Showdown war unvermeidlich und sollte 43 v. Chr. seinen Lauf nehmen.
Posthume Prägungen
Caesars Tod führte dazu, dass sein Erbe Octavian in einen direkten Machtkonflikt mit Antonius geriet. Beide stellten sich als die maßgeblichen politischen Nachfolger Caesars dar. Octavian konnte dabei als rechtmäßiger Erbe nicht nur Caesars Namen beanspruchen, sondern auch die familiäre Bindung – ein Motiv, das in seiner Münzpropaganda während der gesamten Triumviratszeit immer wieder erscheint. Seine ersten Münzen ließ er 43 v. Chr. während der Feldzüge in Gallien prägen (RRC 490/1–4).
Octavian wählte einen Münztyp, der dem von Antonius ähnelte: eine Ausgabe mit Doppelporträt. Der Typ RRC 490/2, der die Verwandtschaft zu Caesar betont, ist zugleich die erste Goldprägung seit Caesars Tod. Auf der Vorderseite ist der junge Octavian mit Bart zu sehen, der als Trauerzeichen interpretiert wird. Die Rückseite zeigt Caesar mit Lorbeerkranz. Der ähnliche Porträtstil soll die enge Verbindung beider Männer sichtbar machen. Auch die Legenden unterstützen diese Aussage: vorn steht C CAESAR COS PONT AVG (Gaius Caesar, Konsul, Pontifex, Augur), hinten C CAESAR DICT PERP PONT MAX (Gaius Caesar, Diktator auf Lebenszeit, Pontifex Maximus).
Ein zweiter, ebenfalls 43 v. Chr. geschaffener Typ stellt dagegen Octavians eigene Tapferkeit heraus. Als junger Mann fehlte ihm der militärische Ruf, den andere Feldherren besaßen – ein Nachteil, wenn es darum ging, sich die Unterstützung von Caesars erfahrenen Truppen zu sichern. RRC 490/1 zeigt vorn ein bärtiges Porträt Octavians; die Rückseite trägt eine Reiterstatue. Diese Statue war laut Velleius (ii.61.3) vom Senat zu Octavians Ehren errichtet worden; darauf verweist die Legende SC (senatus consultum) (Zanker 1988:38). Die Darstellung stand für seine Siege bei Forum Gallorum und Mutina und vermittelte so ein Bild des siegreichen Feldherrn. Sie ist die erste von drei ähnlichen Statuendarstellungen auf seinen Münzen; zwei weitere (RRC 497/1 und 518/2) erscheinen später und sind vermutlich stilisierte Varianten des ersten Motivs.
Mit der Einrichtung der Triumviri Rei Publicae Constituendae erhielt Octavian eine rechtlich abgesicherte Machtposition. Auf Doppelporträt-Ausgaben erscheint er gemeinsam mit Antonius und Lepidus (RRC 492/1 und 493). Zusätzlich betonen die Quattuorviri monetales des Jahres 42 v. Chr. seine Verbindung zu Caesar und Venus: RRC 494/3 zeigt vorn Octavians Porträt und hinten Aeneas, der Anchises auf den Schultern trägt.
Auch Octavians eigene Prägungen des Jahres 42 v. Chr. führen die Bildsprache um Caesar und militärische Stärke fort. RRC 497/2 hebt Caesar als Diktator auf Lebenszeit hervor. RRC 497/3 nutzt klassische römische Kriegs- und Siegessymbole: vorn Mars, hinten eine Aquila (Legionshauptstandarte), darüber eine Trophäe, flankiert von zwei Standarten. Damit werden die Macht der Legionen und ihres Befehlshabers betont.
Ab ungefähr 38 v. Chr. rückt Octavian die Vergöttlichung Caesars stärker in den Mittelpunkt. Er verwendet den Titel DIVI IVLI F („Sohn des göttlichen Julius“), um die Verbindung zwischen Caesars Göttlichkeit und sich selbst herauszustellen. Diesen Titel führt er in vielen späteren Ausgaben weiter – auch noch nach der Niederlage des Antonius bei Actium. RRC 535/1 zeigt Octavian vorn mit der Legende CAESAR vor und DIVI F hinter ihm; die Rückseite trägt ein bekränztes Caesar-Porträt mit dem Titel DIVOS IVLIVS. Auf diese Weise verknüpfte Octavian sein Bildnis dauerhaft mit dem Caesars und warb kontinuierlich für eine Nähe, die selbst Antonius nicht übertreffen konnte.
Antonius und die posthume Caesar-Beziehung
Die erste Münze mit dem Bild des Antonius (RRC 480/22) ist die letzte Ausgabe der Quattuorviri-monetales-Serie von 44 v. Chr. – jener Serie, die auch Caesars Porträt in die römische Münzprägung einführte. Antonius’ Typ wurde wahrscheinlich Mitte 44 v. Chr. hergestellt. Auf der Vorderseite erscheint Antonius mit Bart als Zeichen der Trauer um Caesar, ähnlich wie Octavian bei RRC 490/1–4. Zusätzlich flankieren Krug und Lituus sein Porträt, um die Legitimität seiner Macht zu unterstreichen. Die Rückseite zeigt einen Desultor zu Pferd. Morawiecki (1983:50) vermutet, dass dieses Motiv an die Bedeutung von Caesars ludi Apollonares erinnern sollte.
Weitere Antonius-Ausgaben entstanden ab Mitte 43 v. Chr., nachdem er in Rom zum Staatsfeind erklärt worden war. Sie wurden in Gallien geprägt und sollten seine Verbindung zu Caesar betonen, um die Unterstützung der Veteranenarmeen zu gewinnen. RRC 488/1 ist eine Doppelporträtmünze: vorn Antonius, hinten Caesar. Die Parallelen in Titeln und religiösen Symbolen sollen nahelegen, dass Antonius der politische und religiöse Erbe Caesars sei.
RRC 489/1–2 steht für den Zusammenschluss der Armeen von Antonius und Lepidus Ende Mai 43 v. Chr. (zwei Varianten mit unterschiedlichen Rückseiten). Die Ausgabe betont die Gleichrangigkeit der beiden Feldherren. Zum Prägezeitpunkt galten beide als öffentliche Feinde Roms; umso stärker versucht der Typ, die Legitimität ihres Kommandos zu demonstrieren. Die religiösen Zeichen verweisen auf Antonius’ Augurat und auf Lepidus’ Rolle als Nachfolger in Caesars Amt des Pontifex Maximus. Beide knüpfen damit an die traditionelle Verwendung religiöser Symbole an, mit der Befehlshaber ihre Autorität legitimierten. Die Typen sind ähnlich, unterscheiden sich aber in den Legenden: RRC 489/1 nennt beide COS IMP, RRC 489/2 nur IMP. Gleichzeitig ist klar, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht tatsächlich zu Konsuln gewählt waren.
Nach der Bildung der Triumviri Rei Publicae Constituendae Ende November 43 v. Chr. erschienen Münzen, die sowohl die rechtliche Bestätigung der Macht als auch das Band der Freundschaft zwischen Antonius, Octavian und Lepidus betonten. Es wurde eine Goldserie geprägt (RRC 492/1–2 und 493) mit Einzelporträts der neuen Triumvirn:
RRC 492/1: Antonius vorn, Octavian hinten
RRC 492/2: Antonius vorn, Lepidus hinten
RRC 493: Octavian vorn, Antonius hinten
Die Ausgaben der Quattuorviri monetales führen die Leitmotive militärische Macht und Herrschaft, Freundschaft und Versöhnung sowie Reichtum und Glück fort; zusammen erzeugen sie das optimistische Bild eines neuen Zeitalters (Buttrey 1956:34–5). Ein von L. Livineius Regulus ausgegebener Aureus (RRC 494/2), der die göttliche Abstammung der Triumvirn feiert, verbindet Antonius mit Herkules.
Posthume Porträts Caesars
Nach Caesars Tod prägte das Münzkollegium weiterhin Münzen mit seinem Porträt, wobei sowohl Titel als auch Darstellung leicht verändert wurden. Verschleierte Porträts (RRC 480/12–16, 19–20) werden in der Forschung meist in die Zeit unmittelbar nach dem 15. März 44 v. Chr. gesetzt. Sie werden entweder als Hinweis auf Caesars religiöse Rolle als Pontifex Maximus oder als Trauerbild verstanden; Antonius greift das Trauermotiv in RRC 480/22 auf.
Auf einigen dieser Münzen bleibt die Titulatur DICT PERPETVO (RRC 480/12–16) erhalten, die Caesar um den 15. Februar 44 v. Chr. erhalten hatte. Dadurch ergibt sich nur ein sehr enger Zeitraum für die Prägung: Entweder wurden sie im Monat vor seinem Tod hergestellt und blieben danach im Umlauf, oder sie entstanden nach dem Tod, aber noch vor dem 10. April, als Antonius die Abschaffung der Diktatur als politisches Amt beantragte. Letzteres wirkt wahrscheinlicher, weil in den zweieinhalb Monaten vor Caesars Ermordung bereits elf weitere Münzen entstanden und daher wenig Zeit für die zusätzlichen verschleierten Porträttypen geblieben wäre.
Im folgenden Jahr (43 v. Chr.) prägten Caesars Nachfolger – und sogar seine Gegner – Münzen mit ihren eigenen Bildnissen. Ein Herrscherporträt konnte Loyalität erzeugen. Zugleich begannen Imperatoren und ihre Unterführer immer häufiger unabhängig von der zentralen römischen Münzstätte zu prägen. Das diente nicht nur der unmittelbaren Finanzierung der Feldarmeen, sondern erlaubte es den Befehlshabern auch, ihren Anspruch auf die Führung der Truppen als legitim darzustellen (Stewart 1997:186). Gerade 44/43 v. Chr. war dieses Legitimationsgefühl entscheidend, um sowohl Veteranen als auch neue Rekruten zu binden.
Die Verwendung doppelköpfiger Münzen setzte 43 v. Chr. ein. Zwei Porträts auf einer Münze machten politische Bündnisse sichtbar und ermöglichten klare dynastische Aussagen (Wallace-Hadrill 1986:72). Sowohl Antonius als auch Octavian kombinierten ihr Porträt mit dem des verstorbenen Caesar. Bei Antonius (RRC 488/1) werden beide durch religiöse Symbole verbunden: Caesars Bild wird von einem Krug begleitet, das des Antonius von einem Lituus. Diese Zeichen verweisen nicht nur auf Ämter, sondern fungieren auch als Symbole zur Legitimation von Macht. Bei Octavian (RRC 490/2 und 4) begleitet die Legende COS PONT AVG sein Bildnis und nennt sein Konsulat sowie seine religiösen Rollen als Pontifex und Augur; Caesars Porträt wird durch DICT PERP PONT MAX ergänzt. Dadurch wird Octavian direkt mit den höchsten politischen und religiösen Würden verknüpft. Doppelporträts erinnern außerdem an die Bildung des Triumvirats (RRC 492/1–2 und 493): Die Münzen nennen die Männer als IIIVIR R P C und nutzen erneut religiöse Symbole oder Titel.
Die Bildsprache Caesars entwickelte sich dabei vom traditionellen, veristischen Stil zu einer stärker idealisierten, klassizistischen Form (Toynbee 1957:6). Die 38 v. Chr. von Octavian herausgegebene RRC 535 stellt Caesar als Gott und Octavian als dessen Sohn dar. Die Legende zu Caesars Porträt lautet DIVOS IVLIVS, Octavians Begleitlegende CAESAR DIVI F. Diese Ausgabe ist die erste einer längeren Reihe, die genau diese Verbindung propagiert, und sie prägt die Darstellung Caesars entsprechend: Er wirkt jünger, die Gesichtszüge werden weniger realistisch; Nase und Stirn erscheinen gerader, die charakteristischen Nackenfalten fehlen. Um 12 v. Chr. ähnelt Caesars Bild auf Münzen eher einem jungen Gott mit vollem Haar (RIC 340). Dieses von Octavian geförderte jugendliche Götterbild findet Parallelen in anderen Kunstformen wie der Skulptur; die Wiederbelebung klassischer Stilformen wird so zu einem Kennzeichen augusteischer Kunst.
IMPERATORISCHE PRÄGUNGEN. Octavianus, 44-28 v. Chr.
Eines meiner antiken Highlights und die einzige Münze in Gold mit einem Portrait von Julius Caesar. Octavianus, 44-28 v. Chr.
Aureus, 43 v. Chr. Münzstätte in Gallia Cisalpina oder Italien. Barhäuptiger Kopf des Octavianus n. r. C. CAESAR COS PONT AVG. Rv. Kopf des Iulius Caesar mit L. n. r. C. CAESAR DICT PERP PONT MAX. 7,92 g., 19 mm. Cr. 490/2, Syd. 1321. Leicht dezentriert, teilweise schwach ausgeprägt.
In dieser Ausgabe versuchte Octavianus, sich als Erbe und Nachfolger des im vorherigen Jahr ermordeten Julius Caesar darzustellen. Am 19. August 43 v. Chr. beantragte er die Lex Pedia, die den Mord Caesars als Kapitalverbrechen bezeichnete und zu weiteren politischen Verfolgungen, einschließlich dem Tod Ciceros, führte.
Provenienz bis 1970
10.000 €
Gallische Kriege
In Caesars Gallischem Krieg finden sich wiederholt Hinweise darauf, wie wichtig Geld (pecunia) für die Gewinnung gallischer Unterstützung war (5.55; 6.2; 7.37). Auch germanische Gruppen versprachen Stämmen häufig Geld, um sie gegen die Römer zu mobilisieren. Caesar berichtet (7.64), Vercingetorix habe den Allobroger-Häuptlingen neben Herrschaftsrechten auch Geldsummen in Aussicht gestellt, um sie für seine Sache zu gewinnen. Aus Caesars eigener Darstellung (7.55) wird deutlich, dass auch er Geld einsetzte – allerdings wohl Münzen aus früheren Beständen und nicht Prägungen aus einer eigens eingerichteten Militärmünzstätte.
Numismatische Hinweise auf Caesars Siege in Gallien tauchen erst nach den Ereignissen auf. Die ersten entsprechenden Münzen (RRC 448/1–3) werden 48 v. Chr. geprägt, also drei Jahre nach dem Ende der Kämpfe. Damit ist klar: Caesars gallische Erfolge wurden vor allem im Kontext der Bürgerkriege genutzt, um seinen Ruf zu stärken – nicht während des eigentlichen Gallienfeldzugs.
Im Jahr 48 v. Chr. erscheinen mehrere Serien, die gallische Siege thematisieren (RRC 448/1–3; 450/1; 452/1–5). Zu dieser Zeit begann Caesar den offenen Konflikt gegen Pompeius. Da Pompeius im Vorjahr Münzen herausgegeben hatte, die seine Seemacht betonten (RRC 447), lassen sich Caesars gallische Motive als mögliche Antwort verstehen. Bemerkenswert ist, dass diese Münzen nicht von Caesar persönlich, sondern von zwei seiner Anhänger als Münzmeister geprägt wurden.
Der erste, L. Hostilius Saserna (RRC 448), prägte eine Ausgabe mit Victoria (RRC 448/1) sowie zwei weitere mit gallischen Gefangenen (RRC 448/2–3). Der bärtige Kopf auf RRC 448/2 wird häufig als Vercingetorix gedeutet. Da das Motiv jedoch zusammen mit einer gallischen Frauengestalt (RRC 448/3) erscheint, ist wahrscheinlicher, dass es sich um typisierte Figuren handelt, die die Unterwerfung der gallischen Stämme symbolisieren (Blanchet 1890). Die Göttin auf der Rückseite von RRC 448/3 ist Artemis, Hauptgöttin von Massalia, das Caesar 49 v. Chr. eroberte; ihre Präsenz kann als Anspielung darauf verstanden werden.
Der zweite Münzmeister, Albinus Bruti (RRC 450/1), hatte an Caesars Gallienfeldzügen teilgenommen. Seine Münze zeigt vorn Mars; hinten sind zwei Carnyces (gallische Kriegstrompeten) diagonal gekreuzt, dazu Schilde.
Auch Caesar ließ 48 v. Chr. eigene Münzen zur Bewerbung seiner gallischen Siege prägen, hergestellt in einer mit dem Heer mitziehenden Münzstätte (RRC 452/1–5). Diese Typen wurden bis 44 v. Chr. weitergeführt. So zeigt RRC 452/2 rückseitig eine Trophäe mit gallischem Schild und Carnyx sowie rechts eine Axt. Trophäen bestanden aus Beutestücken des Feindes und wurden öffentlich als Siegeszeichen errichtet. Zwei Jahre später, während Caesars Spanienaufenthalt, erscheinen weitere Trophäen-Darstellungen (RRC 468/1–2) mit männlichem und weiblichem Gefangenen unter dem Tropaion.
Insgesamt dienten Münzen mit Motiven aus den Gallischen Kriegen dazu, Caesars militärische Erfolge im Krieg gegen Pompeius herauszustellen; während des eigentlichen Gallienfeldzugs wurden solche Münzen nicht geprägt.
Beginn des Bürgerkriegs
Caesars Rubikon-Überschreitung 49 v. Chr. löste den Bürgerkrieg zwischen den verbliebenen Triumvirn aus. Die Münzen dieses Jahres sind eine wichtige Quelle für die jeweilige politische Rhetorik.
Zwischen Caesar und Pompeius zeigt sich ein klarer Unterschied: Caesar ließ nur einen Münztyp prägen, allerdings in sehr großer Auflage, um Position und erwarteten Sieg zu kommunizieren. Die pompeianische Seite setzte dagegen auf mehr Typen, jedoch in kleineren Mengen – ohne direkte Anspielungen auf die aktuelle Bürgerkriegslage.
Auch die großräumigen Truppenbewegungen spiegeln sich an: Eine in Rom von Cn. Nerius (Quaestor Urbanus) geprägte Münze (RRC 441/1) zeigt rückseitig Legionsadler und Standarten, was nahelegt, dass sie möglicherweise für militärische Zwecke ausgegeben wurde.
Vor diesem Hintergrund ist es wohl kein Zufall, dass Caesar 49 v. Chr. beschloss, erstmals eine Münze herauszugeben, bei der er selbst als Ausgabebehörde erscheint (RRC 443/1; Woytek 2003:124). Diese Ausgabe entstand in einer wandernden Heeresmünzstätte. Die Rückseite verweist auf Caesars Stellung als Pontifex Maximus; die Vorderseite zeigt einen Elefanten, der einen Drachen bzw. eine Schlange niedertritt, mit CAESAR im Exergum.
Die Deutung dieses Bildes ist umstritten. Babelon (1885/6, Bd. 2:10ff) verstand den Drachen als Symbol der Germanen und sah darin Caesars Sieg über germanische Stämme. Crawford (1974:735) interpretierte das Motiv allgemeiner als Sieg über das Böse. Backendorf (1998:210ff) sah darin ein Bild für den Bürgerkriegsbeginn, da man in Rom glaubte, Elefant und Schlange seien natürliche Feinde. Plinius beschreibt eine dauerhafte Fehde dieser aus Indien stammenden Tiere und betont, dass in ihrem Kampf beide sterben können, weil der siegreiche Elefant beim Sturz die Schlange zermalmt (Plin. NH 8.32). Backendorf hielt auch eine Anspielung auf Pompeius und Caesar für möglich. Zusätzlich besitzt der Elefant eine starke Verbindung zu Alexander dem Großen, weshalb eine bewusste Anknüpfung an den großen Eroberer denkbar ist.
Die Optimaten waren zu Kriegsbeginn offenbar überzeugt, sie würden siegen (Cic. de imp. Pomp. 45). Der pompeianische Münzmeister Q. Sicinius gab eine Münze heraus (RRC 440/1; wohl Anfang 49 v. Chr.) mit Fortuna Populi Romani vorn und Symbolen von Sieg und felicitas hinten.
Pompeius selbst ließ zwar keine Münzen prägen, doch seine Anhänger taten dies 49 v. Chr. in mitreisenden Münzstätten: u. a. Q. Sicinius, der Prätor C. Coponius, die Konsuln L. Lentulus und C. Marcellus, die Proquaestoren Cn. Piso und Varro sowie ein anonymer Quästor (RRC 444/1; 445/1–3; 446/1; 447/1). Diese Prägungen zeigen vor allem Gottheiten und folgen der republikanischen Tradition, indem sie auf frühere Familienleistungen der Münzmeister anspielen. Dargestellt sind u. a. Apollo, Herkules, Artemis und Jupiter. Eine spezifische pompeianische Programmatik wird dabei nicht deutlich. Teilweise erklärt sich die Götterwahl aus dem Prägeort: So könnte RRC 445/3b (Jupiter / Artemis von Ephesos) auf eine Prägung in Asien nahe Ephesos deuten; ein Apollo-Typ (RRC 445/2) spricht für Apollonia als Standort der Münzstätte.
Kleopatra & Ägypten
Plutarch (Ant. 27.2) hält fest, Kleopatra sei nicht außergewöhnlich schön gewesen, doch ihr persönlicher Charme und ihre Ausstrahlung hätten eine enorme Wirkung entfaltet. Er beschreibt, dass weniger die reine Schönheit als vielmehr ihr Gespräch, ihre Überzeugungskraft und ihr Charakter in der Begegnung anziehend gewirkt hätten (Übersetzung B. Perrin).
Numismatische Funde passen zu dieser Beobachtung: Kleopatra wird auf Münzen realistisch dargestellt – mit markanter Adlernase und ausgeprägter Stirn. Ihre Prägungen dokumentieren zugleich politische Ziele und die Geschichte ihrer Herrschaft (51–30 v. Chr.).
Kleopatra, dritte Tochter Ptolemäus’ XII. Auletes, wurde 69 v. Chr. geboren. Nach dem Tod ihres Vaters 51 v. Chr. regierte sie gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Ptolemäus XIII. Im Bürgerkrieg zwischen Caesar und dem Senat (49 v. Chr.) verband sie sich mit Caesar; die bekannte Episode, sie habe sich in einen Teppich rollen lassen, gehört zu dieser Phase. Caesar setzte sie 48 v. Chr. als Königin Ägyptens ein. In Alexandria ließ Kleopatra Münzen mit ihrem Porträt prägen – wie es für eine Herrscherin üblich war.
Nach Caesars Tod ließ Antonius Kleopatra 41 v. Chr. zu sich kommen, um ihre Loyalität zu prüfen; daraus entwickelte sich eine Affäre, aus der drei Kinder hervorgingen. Nach der Eroberung Armeniens 34 v. Chr. wurde diese Beziehung auch numismatisch propagiert: Münzen (RRC 543/1; 545/1–2) verkünden Antonius’ Sieg und die Verbindung zu Kleopatra. Anders als Caesar machte Antonius die Beziehung öffentlich: Auf RRC 543/1 erscheint sein Porträt auf der einen, Kleopatras auf der anderen Seite.
Zuvor hatte Antonius Münzen geprägt, die ihn und Octavia gegenüberstellen (RRC 527/1). Diese Ehe wurde als Symbol der Einheit der Triumvirn gefeiert; auch in Asien geprägte Cistophoren markierten die Verbindung (RPC 2201). Als Antonius Kleopatra anstelle Octavias auf Münzen zeigte, war das ein sichtbares Distanzsignal gegenüber Octavia und ihrem Bruder Octavian. Wie bei den Antonius/Octavia-Typen wird ein Doppelporträt verwendet; im Unterschied zu Octavia und anderen Römerinnen wird Kleopatra jedoch namentlich genannt und ihre Titel werden angegeben – ein Hinweis darauf, dass sie als eigenständige Herrscherin präsentiert wird (Buttrey 1954).
Kleopatras Porträt erscheint auch auf Münzen aus Patras (RPC 1245), einem Hafen, in dem Antonius vor Actium (32/31 v. Chr.) überwinterte. Die Rückseite zeigt die Krone der Isis; die Prägung verdeutlicht Kleopatras zentrale Rolle.
Plutarch (Ant. 36) berichtet, Antonius habe Kleopatra mit Gebietszuweisungen überhäuft (u. a. Phönizien, Koile-Syrien, Zypern, große Teile Kilikiens, Teile Judäas, Küstengebiet Arabiens/Nabataea). Städte dieser Regionen prägten Münzen mit ihrem Bildnis – etwa Orthosia (RPC I 4501–2), Tripolis (RPC I 4510), Berytus (RPC I 4529–30) und Chalcis (RPC I 4771); auch Damaskus prägte Kleopatra-Typen (RPC I 4781; 4783). Obwohl literarische Quellen Damaskus nicht ausdrücklich als Teil ihres Herrschaftsraums nennen, spricht die Münzprägung dafür, dass Damaskus ihr – wie andere Gebiete – von Antonius übergeben wurde.
Nach dem Tod des Pompeius
Pompeius’ Tod 48 v. Chr. beendete den Widerstand gegen Caesar nicht. Viele hielten weiterhin an der Libertas der Republik fest. Da Octavians späterer Erfolg oppositionelle Gruppen oft negativ färbte, sind Münzen eine wichtige Möglichkeit, literarische Darstellungen kritisch zu prüfen.
Die pompeianischen Unterstützer in Afrika blieben dort; ihre Münzen (RRC 459/1; 460/1–4; 461/1; 462/1–2) zeigen Ziele und Selbstverständnis. Q. Metellus Scipio, Pompeius’ Schwiegervater, prägte Typen, die Familiengeschichte, Siegeshoffnung und den Aufenthaltsort Afrika verbinden. RRC 461/1 zeigt vorn den Kopf Afrikas mit Elefantenfell, hinten Herkules. Dass die Typen keine eindeutigen Pompeius-Bezüge enthalten, spricht dafür, dass es sich nicht um eine reine „pro-pompeianische Partei“ handelte, sondern um eine anti-caesarische Fraktion, die die res publica verteidigte; Pompeius war eher Mitglied als Leitfigur (Welch 2002).
Nach Thapsus ging der Kampf auf Pompeius’ Söhne über. Nun wandelte sich der Umgang mit Pompeius’ Andenken deutlich. Gnaeus Pompeius nahm den Kampf in Spanien auf; seine Münzen betonen die Beziehung spanischer Städte zu pompeianischen Soldaten und möglicherweise die Unterstützung Hispaniens. Serien (RRC 469/1; 470/1; 471/1) zeigen eine Personifikation Hispaniens, die römische Soldaten begrüßt. RRC 469/1 etwa zeigt Hispanien mit zwei Speeren, die einem Soldaten (auf einem Schiffsbug) einen Palmzweig reicht. Gnaeus führte zudem das Porträt seines Vaters Pompeius Magnus auf der Vorderseite ein (RRC 470).
Nach Gnaeus’ Tod übernahm Sextus Pompeius. Die Symbolik wurde nochmals gesteigert: Wie Octavian sich als frommer Sohn Caesars darstellte, beanspruchte Sextus die Rolle des frommen Sohnes Pompeius’. In 45/44 v. Chr. erschien eine Serie (RRC 477/1–3), die vorn Pompeius, hinten Pietas zeigt. Sextus konnte Pompeius’ Bildnis sogar noch vor Octavian prominent setzen; Caesar war 44 v. Chr. ermordet worden, kurz nachdem Sextus die Vaterverehrung stark herausgestellt hatte.
Während Octavian seine Abstammung von Caesar und damit Venus’ Gunst betonte, leitete Sextus die Gunst Neptuns von Pompeius ab. Daher dominieren maritime Motive; auf RRC 483/2 wird Neptun sogar durch das Gesicht des Pompeius ersetzt – Feldherr und Gott werden gleichgesetzt. Auch RRC 511/3a verbindet Pietas: vorn Pompeius, hinten Neptun (mit Pompeius-Zügen) zwischen den Brüdern von Katana, die in der Mythologie ihre Eltern vor dem Ätna retteten; dies lässt sich als Spiegelung der Söhne Pompeius’ deuten (Zarrow 2003).
Die Seemotive passen außerdem zu Sextus’ Amt als Praefectus Classis et Orae Maritimae. Münzen mit maritimen Themen (RRC 511/1–4) unterstreichen seine Stellung und Seeherrschaft.
Libertas: Die Münzen des Brutus
Nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. mussten Brutus und Cassius – beide an der Tat beteiligt – aus Italien fliehen. Cassius Dio (47.21.2) berichtet, Cassius sei nach Syrien gegangen, Brutus nach Griechenland und Makedonien. Auf der Flucht prägten beide viele Münzen, die Libertas und Sieg betonten. Besonders berühmt ist Brutus’ EID MAR-Münze (RRC 508/3): Rückseitig ein Pileus zwischen zwei Dolchen, dazu die Inschrift, die auf die Iden des März verweist. Der Pileus war das Zeichen freigelassener Sklaven; auf Münzen wurde er zur eindringlichen Visualisierung der Befreiungsrhetorik. Dio (47.25.1) bemerkt ausdrücklich, Brutus habe sein Bild sowie Mütze und Dolche geprägt, um zu zeigen, dass er und Cassius das Vaterland befreit hätten.
Die Bruti-Familie verband sich traditionell mit libertas bis in Roms Frühzeit – Cicero greift dies häufig auf (z. B. ad Att. 2.24.2–3). Die Gens war berühmt für den Sturz tyrannischer Könige. Bereits vor Caesars Tod hatte Brutus als Münzmeister dieses Erbe betont; die genaue Datierung seines Amts ist umstritten (Crawford: 54 v. Chr.; Alternativen 55 oder 59 v. Chr.; Cerutti 1993/4). Auf RRC 433/1 erscheint der Kopf der Libertas; rückseitig wird L. Iunius Brutus als Konsul mit Liktoren und Accensus gezeigt – der legendäre Vertreiber der Tarquinier und erste Konsul 509 v. Chr. (Cic. Brutus 53). RRC 433/2 zeigt den Vorfahren C. Servilius Ahala, der 439 v. Chr. Sp. Maelius tötete, als dieser nach der Monarchie strebte.
Diese Münztypen stehen im Kontext wachsender Sorgen über Pompeius’ Macht. Pompeius musste 53 v. Chr. offenbar massiv Bestechung und Korruption einsetzen, Gewalt nahm zu; Cicero schrieb, „eine Diktatur liegt in der Luft“ (ad Att. 4.18). Konkrete Beweise, dass Brutus’ Münzen explizit gegen Pompeius gerichtet waren, fehlen jedoch. Vielmehr stellten viele republikanische Münzmeister ihr Familienerbe gemäß dem Konzept der monumentalitas heraus (Cheung 1998; Meadows & Williams 2001). Trotzdem zeigen die Brutus-Münzen anschaulich die traditionelle Verbindung der Bruti mit libertas und Tyrannenmord – und damit auch, wie Brutus’ spätere Tat in eine Familientradition eingebettet werden konnte.
Auch nach Caesars Tod prägte Brutus – teils gemeinsam mit Cassius – weiter Münzen, die libertas und Sieg betonen (RRC 498/1; 500/1–7; 501/1; 502/1–4; 503/1; 504/1; 505/1–5; 506/1–3; 507/1–2; 508/1–3). Die Botschaft lautete: Eine freie Republik könne nur durch die Niederlage der neuen Triumvirn erreicht werden. Diese Idee wurde auch über Apollo transportiert (Hollstein 1994): Apollo ist Gott des Sieges und Triumphs, zugleich Gott des delphischen Orakels, das Brutus’ Vorfahr zur Vertreibung der Tarquinier erhalten hatte. Damit verband Apollo das Familienerbe der Bruti mit republikanischen Freiheitsvorstellungen. RRC 501/1 spielt darauf an (Leier, Plektrum, Lorbeerkranz). Nach der Niederlage bei Philippi 42 v. Chr. endete diese Prägung.
Das Porträt Caesars in den Provinzen
Anders als die hellenistischen Königreiche kannten die Römer traditionell keine Praxis, lebende Personen auf Münzen abzubilden. Noch vor Caesars römischen Porträtmünzen zeigte jedoch ein griechischer Staat Titus Quinctius Flamininus auf einer Sonderausgabe von Goldstataren – das früheste Beispiel eines lebenden Römers auf einer Münze. Unklar bleibt, ob Flamininus selbst oder die griechischen Staaten diese Prägungen autorisierten; sie dienten aber sicher der Feier seines Sieges über Philipp V. von Makedonien 197 v. Chr. (Boyce 1962).
Caesars Porträt erscheint zu Lebzeiten auf Ausgaben aus drei Provinzmünzstätten. Die früheste stammt aus Nikaia (um 47/46 v. Chr., RPC 2026): Vorderseitig NIKAIEΩN und das unbedeckte Haupt Caesars; rückseitig die Nennung des Magistrats Gaius Vibius Pansa und Nike mit Palmzweig und Kranz. Pansa war als Prokonsul zugleich Caesar-Anhänger.
Die zweite Provinzausgabe kommt aus Lampsacus (um 45 v. Chr., RPC 2268–2269): Vorderseitig C G I L (wohl Colonia Gemella Iulia Lampsacus) mit bekränztem Caesar-Kopf; rückseitig Inschriften mit den Duoviri und einem Legaten sowie die Szene eines Priesters, der mit Ochsen pflügt. Dieses Motiv ist typisch für Koloniegründungen, da es die rituelle Grenzziehung symbolisiert, und deutet auf Caesars Rolle bei der Gründung hin.
Die dritte Ausgabe stammt aus Korinth (um 44–43 v. Chr., RPC 1116): Vorderseitig LAVS IVLI CORINT mit bekränztem Caesar-Kopf; rückseitig die Duoviri-Inschrift und Bellerophon auf fliegendem Pegasus – ein traditionelles korinthisches Motiv. Korinth war 146 v. Chr. zerstört und 44 v. Chr. von Caesar als Laus Iulia Corinthiensis neu gegründet worden; die Prägung feiert wahrscheinlich diese Neugründung und knüpft zugleich an die alte korinthische Münztradition an.
Wie Caesars Bildnis in diese Städte gelangte, bleibt unklar. Die Porträts sind als Caesar erkennbar, aber detailärmer. Da in Griechenland und im Osten zu Caesars Lebzeiten viele Statuen von ihm aufgestellt wurden (Raubitschek 1954), dürfte sein Erscheinungsbild in den Provinzen dennoch bekannt gewesen sein.
Januar 43 v. Chr.
Der Januar 43 v. Chr. begann kriegerisch. Am 1. Januar traten die neuen Konsuln Aulus Hirtius und Gaius Vibius Pansa ihr Amt an – beide waren gemäßigt caesartreu, standen aber unter Ciceros Einfluss. Unmittelbar an den ersten Sitzungstagen erklärte der Senat Mark Anton zum Staatsfeind (hostis), da dieser die Aufforderung, die Belagerung von Mutina abzubrechen, ignoriert hatte. Octavian erhielt vom Senat formell das Kommando über seine Truppen als propretorischer Befehlshaber, obwohl er so jung war – ein präzedenzloser Schritt, der Octavians Stellung legitimierte. Der Senat bedankte sich offiziell bei Octavian für dessen Hilfe und ordnete an, mit ihm gemeinsam gegen Antonius zu operieren. Die Kriegsfronten waren nun klar: Auf der einen Seite standen die Senatsrepublikaner mit den Konsuln Hirtius/Pansa, Octavian und Decimus Brutus; auf der anderen Mark Anton und seine Anhänger (Lepidus, etc.). Bei Mutina kam es im Januar zunächst zu kleineren Gefechten. Antonius hielt Decimus in Mutina eingeschlossen, während Konsul Hirtius mit Octavian und einigen Legionen in Norditalien anrückte, um Entsatz zu bringen. Konsul Pansa blieb zunächst in Rom, um weitere Rekruten auszubilden, bevor auch er gen Norden aufbrach. Cicero behielt politisch die Oberhand. Er steuerte die Kriegspolitik, schrieb leidenschaftliche Briefe an alle Fronten und hielt Mitte Januar die Fünfte und Sechste Philippica, in denen er unbeirrt Antonius’ Vernichtung forderte. Auch im Osten tat sich Entscheidendes: Im Januar erreichte Rom die Kunde, dass Publius Cornelius Dolabella (Antonius’ Verbündeter in Syrien) Gaius Trebonius (einen Caesar-Mörder) ermordet hatte. Diese Nachricht schlug ein: Trebonius war der erste Liberator, der sterben musste. Der Senat – weiterhin geleitet von Cicero – verurteilte Dolabella prompt als Staatsfeind. Gleichzeitig erkannte er Gaius Cassius als legitimen Statthalter in Syrien an, mit dem Auftrag, Dolabella zu bestrafen. Dies bedeutete, dass der Senat nun offen mit den Caesarmördern (Brutus und Cassius) kooperierte. Cassius, der im Osten bereits Dolabella bekämpfte, gewann so offiziellen Rückhalt. Ebenso Marcus Brutus in Makedonien – auch ihm schrieb Cicero aufmunternde Briefe, lobte seine republikanische Haltung und drängte ihn, bei Bedarf nach Italien zu kommen. Somit war nun ein bemerkenswertes Bündnis geschmiedet: Ciceros Senat in Rom, Octavian mit seinen Legionen und die Liberatoren im Osten standen de facto auf derselben Seite gegen Antonius. Diese Konstellation war insofern bizarr, als Octavian ja Caesars Erbe war und Brutus/Cassius dessen Mörder – aber in der Not wollte man gemeinsam zunächst Antonius ausschalten, bevor man alte Rechnungen klärte. Das Kriegsgeschehen im Januar war noch von taktischen Bewegungen geprägt. Antonius verstärkte seine Stellungen um Mutina, hielt die Stadt belagert und suchte kleinere Gefechte zu vermeiden, bis seine Verstärkungen (Lepidus’ Truppen) eintrafen. Hirtius und Octavian lagerten südlich von Mutina und warteten auf Pansas Verstärkung, während sie Antonianische Vorposten beobachteten. Politisch beschloss der Senat noch, dem jungen Octavian verschiedene Ehrungen zu verleihen, u.a. das Recht, gemeinsam mit den Konsuln zu beraten. Doch zugleich traute man ihm nicht völlig: Cicero schrieb privaten Zweifeln an Freunde, man müsse Octavian „benutzen, aber an der kurzen Leine halten“. Hier deuteten sich bereits Spannungen an, die später offen ausbrechen sollten.
Februar 43 v. Chr.
Im Februar 43 v. Chr. näherte sich die Entscheidungsschlacht in Oberitalien. Konsul Pansa brach mit vier neu ausgehobenen Legionen aus Rom auf, um sich Hirtius und Octavian anzuschließen. Diese warteten im Feldlager bei Bononia (Bologna), unweit Mutina. Antonius übte Druck auf Mutina aus, aber Decimus Brutus hielt stand. Der Senat richtete derweil ein Ultimatum an Antonius: Wenn er nicht bis zum 1. März abzöge, würde man ihm offiziell den Krieg erklären. Antonius ignorierte dies – er war fest entschlossen, Decimus gefangenzunehmen. Folglich trat der Kriegszustand ein. Am 1. Februar erneuerte der Senat per Dekret die Ächtung gegen Antonius. Cicero hielt um diese Zeit die Siebte und Achte Philippica, worin er dem zögerlichen Teil des Senats (die sogenannten Antonianer) Vorwürfe machte, überhaupt noch Friedensoptionen erwogen zu haben. Octavian, inzwischen vom Senat zum Propraetor ernannt, erlebte im Februar erste Konflikte mit den Republikanern: Einige Senatoren – allen voran Quintus Cornificius – misstrauten ihm offen und wollten seine Befehlsgewalt beschneiden. Cicero hielt jedoch seine Hand über Octavian, da ohne dessen Legionen nichts auszurichten war. So durfte Octavian seine Kommandogewalt behalten. Anfang Februar traf eine alarmierende Nachricht aus Kleinasien in Rom ein: Gaius Trebonius war in Smyrna von Dolabella ermordet worden. Dies entfachte im Senat Wut und Angst zugleich. Einerseits sah man die grausame Rache der Caesarianer (Dolabella) an einem Liberator, andererseits erkannte man, dass Cassius nun die Sache der Republik in Syrien verteidigte. So erklärte der Senat Dolabella, wie erwähnt, zum Staatsfeind und beauftragte Cassius offiziell, ihn zu bekämpfen. Gleichzeitig wurden Brutus und Cassius beträchtliche finanzielle Mittel sowie die Kontrolle über den gesamten Orient zugesprochen, um ihre Armeen zu unterhalten. Damit beging der Senat eigentlich Hochverrat an Caesars acta – denn er gab den Mördern Caesars Macht über die Reichshälfte, doch in Rom nahm man dies in Kauf, um alle Ressourcen gegen Antonius (und dessen Gesinnungsgenossen wie Dolabella) zu mobilisieren. Militärisch kam es Mitte/Ende Februar zu ersten Reibereien zwischen Antonius’ und Hirtius’ Vorhuten, meist kleinere Gefechte um Versorgung und Aufklärung. Keine Seite wollte die Entscheidung ohne Verstärkung suchen. Antonius schrieb sogar Lepidus an, er möge doch möglichst schnell mit seinen Truppen nach Italien kommen. Lepidus antwortete jedoch ausweichend – er zögerte noch, sich klar zu binden. Im Belagerungsring um Mutina verschlechterte sich das Wetter im Februar (Regen, Winterkälte), was beiden Seiten zusetzte. Antonius konnte die Blockade aber aufrechterhalten. Cicero nutzte eine relative Ruhepause in der Front Ende Februar, um im Senat die Neunte Philippica (gegen Dolabella) und die Zehnte Philippica (gegen Antonius’ Verbündeten Lepidus) zu halten. Er brandmarkte darin Dolabella als Mörder Trebonius’ und Lepidus als Wackelkandidaten, dem man nicht trauen dürfe. Der Senat folgte ihm: Dolabella blieb geächtet, Lepidus wurde streng ermahnt, sich vom öffentlichen Feind Antonius fernzuhalten. So endete der Februar 43 in angespannter Erwartung: Pansa näherte sich dem Hauptheer, Antonius verharrte bei Mutina. Alle wussten, im Frühjahr würde die Schlacht fallen.
März 43 v. Chr.
Im März 43 v. Chr. begann das Kriegsrad sich zu drehen. Konsul Pansa stieß mit seinen vier neu rekrutierten Legionen (darunter viele unerfahrene Rekruten) zu Hirtius und Octavian. Das vereinte Senatsheer in Oberitalien zählte nun etwa acht Veteranenlegionen (Octavian/Hirtius) und vier grüne Legionen (Pansa) – insgesamt möglicherweise gut 40.000 Mann. Mark Antonius’ Armee war in ähnlicher Größenordnung, jedoch teils kriegserfahrener. Zudem hoffte Antonius immer noch auf Lepidus’ Zuzug, der sich aber verzögerte. Anfang März unternahm Antonius einen geschickten Schachzug: Er verließ scheinbar mit einem Teil seiner Reiterei den Belagerungsring, um Nachschub heranzuholen, in Wahrheit aber um das Entsatzheer in eine Falle zu locken. Hirtius und Octavian bemerkten die Bewegung und schickten Pansa mit Teilen des Heeres (zwei Legionen) nach vorne, um Antonius abzufangen, während sie selbst mit dem Rest deckend folgten. – Am 14. März 43 v. Chr. kam es daraufhin zur ersten Schlacht, der Schlacht am Forum Gallorum, etwa auf halbem Wege zwischen Bononia und Mutina. Antonius stellte Pansas vorauseilende Kräfte in sumpfigem Gelände. Pansas untrainierte Legionen gerieten in einen Hinterhalt – Antonius’ erfahrene Legio II griff sie plötzlich in Front und Flanke an. Konsul Pansa wurde in diesem Gefecht schwer verwundet (eine Lanze durchbohrte seine Seite), seine Truppen gerieten in Unordnung. Doch rechtzeitig traf Konsul Hirtius mit Octavians Veteranen als Verstärkung ein und konnte Antonius’ Vormarsch stoppen. Nach heftigen Nahkämpfen zogen sich beide Seiten zurück – Antonius ins befestigte Lager, Hirtius barg den verletzten Pansa und gruppierte sich um. Die Schlacht am Forum Gallorum endete taktisch unentschieden, aber Antonius hatte Pansas Legionen stark dezimiert und Pansa außer Gefecht gesetzt. Hirtius hatte jedoch Antonius auch Verluste zugefügt, so dass Antonius vorerst zur Umkehr nach Mutina gezwungen war. Wenige Tage später, am 21. März, entschloss sich Konsul Hirtius zum Großangriff auf Antonius’ Belagerungslager vor Mutina. Er und Octavian hatten inzwischen Verbindung mit Decimus Brutus aus Mutina aufgenommen, sodass ein koordiniertes Vorgehen möglich war. Die Zweite Schlacht bei Mutina (auch Schlacht von Mutina) fand am 21. März 43 v. Chr. statt. Hirtius führte persönlich einen Sturmangriff auf Antonius’ Verschanzungen, während Octavian mit einem Teil der Truppen Deckung gab. Decimus Brutus brach gleichzeitig mit seinen Leuten aus Mutina aus, um Antonius in den Rücken zu fallen. Die Kämpfe waren erbittert. Konsul Hirtius drang mit einer Elitetruppe bis ins feindliche Lager vor, wurde dort aber im Handgemenge tödlich verwundet und fiel. Trotzdem brach der Widerstand der Belagerer schließlich: Antonius’ Armee wurde geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Mutina war entsetzt, Decimus Brutus war befreit. Es war ein Sieg der Senatspartei – allerdings unter hohen Kosten, denn Hirtius war tot und Pansa schwer verletzt (er erlag wenige Tage später am 23. März seinen Wunden). Octavian übernahm daraufhin den Oberbefehl über die nun führerlosen Senatslegionen. Die Schlachten bei Forum Gallorum und Mutina hatten eine doppelte Wirkung: Militärisch war Mark Antonius besiegt und zum Rückzug aus Italien gezwungen; politisch herrschte jedoch plötzlich Führungschaos auf Seiten des Senats, da beide Konsuln tot waren. Octavian stand als einziger befehlshabender Oberoffizier mit einer Armee da – nominell aber ohne legitimen Auftrag, da sein propretorisches Kommando an das nun erloschene Konsulat gebunden war. Decimus Brutus, obwohl nun frei und vom Senat als rechtmäßiger Statthalter Galliens anerkannt, hatte zwar eine kleine eigene Streitmacht, doch Octavians Armee war weit größer. Nach dem Sieg dankte der Senat Octavian und seinen Truppen offiziell und ließ 50 Tage Dankesfeste (supplicationes) in Rom abhalten – die längste supplicatio der römischen Geschichte, ein deutlicher Ehrbeweis . Zugleich befahl man Octavian jedoch, die weiteren Operationen dem erfahreneren Decimus zu überlassen und selbst mit seinen Veteranen den Schritt zurückzutreten. Octavian, nun 19 Jahre alt und Kommandeur von acht Legionen, dachte jedoch nicht daran, sich dem Mörder seines Adoptivvaters (Decimus) unterzuordnen. Mark Antonius hatte sich indes mit einigen tausend Mann vom Schlachtfeld nach Westen abgesetzt. Er schlug den Weg über die Alpen ein, Richtung Gallia Narbonensis, wo Lepidus mit 7 Legionen stand. Antonius’ Heer, obwohl geschlagen, war nicht völlig vernichtet – er hatte noch etwa 10.000 Mann bei sich. Decimus Brutus versuchte die Verfolgung aufzunehmen, war aber bald mit der Disziplinlosigkeit seiner Soldaten konfrontiert: Viele seiner eigenen Legionäre (alles ehemalige Caesar-Veteranen) wollten Antonius nicht weiter bekämpfen, nun da Caesar gerächt schien. Sie misstrauten Decimus, dem Verschwörer. So bewegte sich Decimus’ Heer nur schleppend hinter Antonius her. Octavian hingegen blieb zunächst bei Mutina, wo er den Leichnam Hirtius’ bergen ließ und sich um Pansa kümmerte (Pansa starb jedoch kurz darauf). Rom erfuhr Anfang April vom Sieg – zunächst herrschte Begeisterung, doch bald folgte Sorge, als klar wurde, dass beide Konsuln tot waren. Cicero und der Senat verhielten sich jetzt ungeschickt: Sie belobigten Decimus Brutus und behandelten Octavian aus ihrer Sicht herablassend, indem sie ihn zwar lobten, aber nicht in künftige Entscheidungen einbanden. Octavian fühlte sich um die Früchte seines Sieges gebracht.
April 43 v. Chr.
Der April 43 v. Chr. begann mit dem vermeintlichen Triumph der Senatsrepublik, endete aber bereits mit dem Umschwung zugunsten der Caesarianer. Nach der Schlacht von Mutina (21. April) hatte der Senat in Rom eine Dankprozession abgehalten und war dabei, Antonius und seine Verbündeten offiziell zu ächten. Cicero hielt die Vierzehnte Philippica (letzte seiner Reden) am 22. April, in der er Antonius’ Niederlage verkündete und das Ende des Krieges in greifbarer Nähe sah. Der Senat erklärte daraufhin am 27. April feierlich Mark Antonius zum hostis und entzog ihm alle Posten. Auch Lepidus – von dem man inzwischen erfuhr, dass er Antonius wohl aufnehmen würde – wurde misstrauisch betrachtet. Octavian blieb mit seinen Truppen in Norditalien stationiert und beobachtete sowohl die Flucht des Antonius als auch die Schritte des Senats. Er bemerkte schnell, dass der Senat ihn nun beiseite drängen wollte: Man befahl ihm, eine Legion dem Decimus zur Verfolgung des Antonius zu überlassen, und mit dem Rest ins Lager zurückzukehren. Octavian, getragen vom Selbstbewusstsein des Siegers und von der Loyalität seiner Soldaten, verweigerte diese Befehle. Anfang Mai erreichte Mark Antonius mit seiner geschrumpften Streitmacht die Alpenpässe und stieß zum Lager des Lepidus in Gallien. Lepidus zögerte zunächst, Antonius offen aufzunehmen, doch bald kam es zur Vereinigung: Am 30. April überlief Lepidus’ Heer zu Antonius – Lepidus schickte einen Brief an den Senat, in dem er behauptete, seine Soldaten hätten sich mit Antonius verbrüdert und er könne nichts dagegen tun. Der Wahrheitsgehalt sei dahingestellt; jedenfalls verbanden sich Antonius und Lepidus, wodurch Antonius nun wieder über 17 Legionen verfügte. Der Senat war alarmiert: Aus dem entkommenen Antonius war plötzlich wieder ein ernstzunehmender Gegner geworden. Man deklarierte daraufhin am 30. Juni auch Lepidus zum Staatsfeind. Decimus Brutus, dessen kleine Truppe Antonius gefolgt war, musste erkennen, dass er nun keine Chance mehr gegen die geballte Macht Antonius & Lepidus hatte. Er schrieb Anfang Juni verzweifelt an Cicero, man möge ihm Verstärkung aus Afrika oder von Brutus aus Makedonien schicken. Diese Hilfe war jedoch weit entfernt. – Octavian stand indes mit seinen acht Legionen im nördlichen Italien, ohne klaren Auftrag. Seine Soldaten waren kriegsmüde und verlangten die versprochenen Veteranensiedlungen und Prämien. Octavian bat den Senat um Geld für seine Truppen und um offizielle Bestätigung seines Kommandos. Der Senat jedoch, angeführt von Cicero, war nun geneigt, Octavian fallen zu lassen: Man erwog sogar, zwei der abtrünnigen Legionen Octavians (die Legio Martia und Legio II) direkt dem Senat zu unterstellen. Diese Versuche scheiterten jedoch: Im Juni erklärten Octavians Legionen offen, sie würden keinen Befehl des Senats gegen ihren Anführer ausführen. Octavian hatte also de facto eine Armee, die ihm persönlich treu war und nicht dem Staat. Diese Entwicklung erschreckte Cicero und die Optimaten. Rom geriet nun in Panik: Antonius war wieder stark, Lepidus übergelaufen, Decimus isoliert, Octavian unbotmäßig. Ciceros großes Bündnis drohte zu zerfallen. Einige Senatoren schlugen vor, Marcus Brutus solle eiligst aus Makedonien mit seinen Truppen herbeikommen, aber das hätte Wochen/Monate gedauert. Octavian erkannte in dieser Lage seine Chance. Er begann insgeheim Kontakte mit Mark Antonius zu knüpfen. Obwohl er gerade gegen ihn gekämpft hatte, verband beide die Caesar-Frage: Octavian wollte Caesars Erbe antreten, Antonius Caesars Politik fortführen. Eine Allianz lag nicht fern. Tatsächlich berichten Quellen, Octavian habe im Juni über Mittelsmänner mit Antonius und Lepidus verhandelt, um ein Bündnis zu sondieren. Gleichzeitig ließ Octavian in Rom verbreiten, er fühle sich von Cicero und dem Senat verraten und sehe, dass die Republikaner letztlich die Liberatores (Caesarmörder) begünstigten, was er als Adoptivsohn des Caesar nicht hinnehmen könne. Dieses Narrativ verfehlte seine Wirkung nicht – viele Veteranen in Italien schlugen sich auf Octavians Seite. Ende Juni war das Blatt damit fast vollständig gewendet: Cicero verlor die Kontrolle. Sein Versuch, Octavian klein zu halten, schlug fehl. Octavian marschierte Richtung Rom und verlangte Genugtuung.
Juli 43 v. Chr.
Im Juli 43 v. Chr. ereignete sich ein dramatischer politischer Umschwung in Rom. Octavian marschierte mit seinen acht Legionen auf die Hauptstadt zu, offiziell um seine Rechte einzufordern. Der Senat war entsetzt und versuchte, Octavian durch Dekrete zu stoppen. Man ernannte z.B. Decimus Brutus formell zum Oberkommandierenden in Gallien und hoffte, Octavians Soldaten würden zu Decimus überlaufen – doch das geschah nicht. Cicero ließ den Senat den Notstand ausrufen (senatus consultum ultimum) gegen Octavian und beauftragte den Stadtpräfekten und verfügbaren Truppen, Rom zu verteidigen.
Aber diese Maßnahmen kamen zu spät: Als Octavian am 19. August 43 v. Chr. (an seinem 20. Geburtstag) mit seinen Legionen vor Rom erschien, wechselten die städtischen Kohorten sofort auf seine Seite . Der Konsular Quintus Cornutus, der ein kleines Aufgebot an Neusoldaten befehligte, beging angesichts der Meuterei Selbstmord. Ohne Widerstand marschierte Octavian in Rom ein und besetzte die Stadt. Cicero und viele führende Senatoren versteckten sich oder flohen – die Senatsherrschaft war beendet. Octavian verlangte vom verstümmelten Restsenat umgehend die Wahl zum Konsul. Die Einschüchterung wirkte: Am 19. August wählte die Komitien Octavian und seinen Verwandten Quintus Pedius zu Konsuln. Octavian war damit im Alter von 20 Jahren ordentlicher Konsul, ein nie dagewesener Fall. In den folgenden Wochen (Spätsommer 43) untermauerte Octavian seine neue Position durch Gesetze und Vergeltungsmaßnahmen. Zunächst ließ er seine Adoption durch Caesar gesetzlich bestätigen – er hieß nun offiziell Gaius Iulius Caesar Octavianus und sein Statut als „Sohn“ Caesars war unanfechtbar. Dann verabschiedete Konsul Pedius die Lex Pedia, welche die Mörder Caesars in Abwesenheit vor Gericht stellte und verurteilte. Brutus, Cassius und die übrigen Verschwörer wurden damit postum geächtet und zum Tode verurteilt, falls man ihrer habhaft würde. Diese Lex war ein deutliches Signal: Octavian kehrte sich gegen jene Senatoren, mit denen Cicero ihn hatte verbünden wollen. Marcus Antonius und Lepidus – inzwischen Triumphpreisträger in Gallien – wurden währenddessen vom Senat nicht mehr als Feinde betrachtet; auf Octavians Betreiben hob man die Hostis-Erklärung gegen Lepidus formell auf. Octavian begann, Antonius und Lepidus öffentlich als Partner zu umwerben, indem er sie vom Vorwurf des Aufstands freisprach. Sein Konsulatskollege Pedius vermittelte eifrig zwischen den Caesarianern. Im September 43 näherten sich die Armeen: Octavian zog mit seinen Truppen nach Norden. Er hatte kein Interesse, Decimus Brutus oder den letzten Senatoren zu gehorchen; stattdessen zielte er darauf, sich mit Antonius und Lepidus zu treffen und zu verbünden. Decimus Brutus, der nun völlig isoliert war (seine Soldaten hatten ihn verlassen und waren teils zu Octavian, teils zu Antonius übergelaufen ), versuchte nach Makedonien zu Marcus Brutus zu fliehen. Auf dem Weg wurde er jedoch von einem keltischen Stammesführer gefangen genommen und auf Antonius’ Befehl hingerichtet. Damit war ein Hauptverschwörer ausgeschaltet. Marcus Brutus und Cassius befanden sich zu dieser Zeit im Osten mit ihren Armeen und bereiteten sich auf eine Auseinandersetzung vor.
Ende Oktober 43 v. Chr. kam es in Bononia (nahe Modena) zum denkwürdigen Treffen zwischen Octavian, Antonius und Lepidus. Die drei Machthaber, alle mit starken Armeen im Rücken, beschlossen eine Machtteilung und Allianz – das Zweite Triumvirat. Anders als das erste von Caesar, Pompeius und Crassus wurde dieses Triumvirat gesetzlich legitimiert:
Am 27. November 43 verabschiedete die Volksversammlung die Lex Titia. Diese erteilte Octavian, Antonius und Lepidus offiziell die Vollmacht als Triumviri Rei Publicae Constituendae (Drei-Männer-Kollegium zur Neuordnung des Staates) für zunächst fünf Jahre. Damit stand die Republik faktisch unter dem Dreimännerregiment; alle früheren Hostilitätsbeschlüsse wurden kassiert und die Triumvirn konnten praktisch schrankenlos regieren. Sie verteilten im Bononia-Pakt die Herrschaftsgebiete unter sich: Antonius erhielt Gallien, Lepidus Spanien und Narbonensis, Octavian Afrika und Sizilien – Italien blieb unter gemeinsamer Kontrolle. Ziel des Triumvirats war offiziell die Rache an den Caesar-Mördern Brutus und Cassius, die im Osten noch eine große Armee befehligten. Kaum war das Triumvirat gebildet, entfaltete es eine blutige Aktivität: die Proskriptionen. Um ihre Gegner auszuschalten und um Geldmittel für den kommenden Krieg zu beschaffen, einigten sich Octavian, Antonius und Lepidus darauf, eine Liste von zu ächtenden Personen (vor allem Senatoren und Rittern) aufzustellen.
Diese Proskriptionslisten, denen rund 300 Senatoren und 2.000 Ritter zum Opfer fallen sollten, wurden im Dezember 43 publiziert. Die Triumvirn gingen dabei ohne Erbarmen vor: Jeder steuerte Feinde bei, die eliminiert werden sollten, selbst wenn es Verwandte oder Gönner waren. Octavian willigte ein, Cicero zu ächten, obwohl Cicero ihm einst half, um Antonius’ Forderung zu erfüllen. Antonius wiederum opferte auf Octavians Drängen seinen verbündeten Onkel Lucius Caesar, und Lepidus ließ sogar seinen eigenen Bruder auf die Liste setzen – ein makabrer Tauschhandel der Macht. Im Dezember 43 v. Chr. begann in Rom ein beispielloses Blutbad. Von den drei Triumvirn kontrollierte vor allem Antonius die Stadt. Trupps zogen aus, um die Proskribierten aufzuspüren und zu töten. Wer auf der Liste stand, konnte rechtlos erschlagen werden, das Vermögen fiel den Triumvirn zu. Marcus Tullius Cicero, der größte Widersacher Antonius’ und einst Octavians Bundesgenosse, wurde am 7. Dezember 43 v. Chr. auf der Flucht nahe Caieta abgefangen und ermordet. Sein Kopf und seine Hände wurden – auf Antonius’ Anweisung – zur Schau auf dem Rostrum in Rom befestigt, aus Rache für seine Reden. Auch Ciceros Bruder Quintus und Neffe Lucius fielen den Häschern zum Opfer. Zahlreiche Adelige – viele unschuldig oder nur aus Habgier angeschwärzt – wurden getötet. Einigen gelang die Flucht (so etwa dem späteren Historiker Appian zufolge etwa 17 der Proskribierten, die zu Brutus/Cassius flohen). Doch Rom war in jenen Wochen ein Ort des Schreckens. Die Bevölkerung litt schwer, zumal auch reiche Ritter und Grundbesitzer massenhaft ermordet wurden. Die Triumvirn festigten durch die Proskriptionen ihre Kasse (Grundbesitz, Gold und Kunst wurde konfisziert) und schalteten potentielle Rivalen im Senat aus. Antonius und Octavian rächten sich so auch an persönlichen Feinden (Cicero war für Antonius der wichtigste). Lepidus hatte weniger Feinde und bemühte sich, manche zu retten – ihm wird nachgesagt, er habe einige Namen heimlich von den Listen gestrichen. Insgesamt aber war das Regime der Triumvirn brutal und zeigte, dass die Republik, wie man sie kannte, in diesem Machtkampf untergegangen war.
Am Ende des Jahres 43 v. Chr. war die politische Landkarte neu geordnet: Octavian, Antonius und Lepidus beherrschten gemeinsam den Westen; Brutus und Cassius kontrollierten immer noch den Osten (Griechenland, Kleinasien, Syrien, Ägypten – letzteres war mit Cleopatra verbündet, die nun lieber Brutus/Cassius unterstützte als die Mörder ihres Geliebten Caesar). Es war klar, dass der Konflikt 44/43 v. Chr. nur eine Vorentscheidung gewesen war. Der nächste Akt, der Kampf Triumvirn gegen Liberatoren, stand bevor. Dieser sollte sich im folgenden Jahr 42 v. Chr. in den Doppelschlachten von Philippi entscheiden – mit dem Sieg von Octavian und Antonius über Brutus und Cassius, was Caesars endgültige Rache bedeuten würde. Doch zu Beginn des Jahres 42 waren die Jahre 45–43 v. Chr. bereits Legende: In diesen drei Jahren hatte Julius Caesar die absolute Macht erlangt, war ermordet worden und postum doch zum Ausgangspunkt einer neuen monarchischen Ordnung geworden. Seine Freunde hatten seine Mörder besiegt (und würden sie 42 vollends schlagen), sein Adoptivsohn Octavian stand als Herr des Westens da, und Caesar selbst war zum Staatsgott (Divus Iulius) aufgestiegen, wie es das Volk seit dem Kometen von 44 glaubte und der Senat im Jahr 42 per Dekret bestätigen sollte . Die römische Republik hatte in jenen Jahren ihren Todeskampf erlebt – und Julius Caesars Schatten lag über allem.
Divus Julius Caesar (49-44 v. Chr.). AR-Denar (20mm, 3,84 gm, 8h). NGC Fine 5/5 - 3/5, Bankierszeichen, Graffito. Rom, 43 v. Chr., Geldgeber L. Flaminius Chilo. Bekränzter Kopf von Julius Caesar nach rechts / L FLAMINIVS-IIII VIR, Venus nach links stehend, mit gesenktem Kopf, Caduceus und Zepter haltend. Crawford 485/1. Sydenham 1089. Ein kraftvolles und ausdrucksstarkes Porträt von Caesar.
Schon zu seinen Lebzeiten wurde Caesar in Ägypten und den oströmischen Klientelkönigreichen als halbgöttliche Figur verehrt. Caesar behauptete, er stamme von der Göttin Venus ab und ließ 46 v. Chr. einen Tempel für die Venus Genetrix ("Urheberin") errichten; der unterwürfige Senat stellte darin eine Statue Caesars mit einer Inschrift auf, die ihn als Halbgott bezeichnete, doch Berichten zufolge ließ er sie wieder entfernen. Nach seiner Ermordung begannen Octavian und Marcus Antonius sofort eine Kampagne, um Caesar offiziell vom Senat vergöttlichen zu lassen - ein beispielloser Akt, der zunächst auf Widerstand stieß. Ihre Bemühungen wurden durch das Auftauchen eines hellen Kometen, des "Julianischen Sterns", im Juli 44 v. Chr. erheblich unterstützt. Auch nach seinem Tod wurden Münzen mit dem Porträt Caesars geprägt, darunter dieser Denar des ansonsten unbekannten Münzprägers L. Flaminius Chilo, dessen idealisierte Gesichtszüge an eine Gottheit erinnern. Aber erst am 1. Januar 42 v. Chr. erteilte der Senat Caesar offiziell göttliche Ehren, womit eine 300-jährige Tradition der Vergöttlichung "guter" römischer Herrscher und ihrer Verwandten begann.
2.200.-€
Erhaltung: herrliche Patina, Prägeschwächen, sonst fast vz | Abkürzungen
Katalognummer: Bab. 4; BMC 53; Craw. 488/1; Syd. 1165
Material: Silber
Gewicht: 3,86 g
Marcus Antonius, gest. 30 v. Chr.
Denar, 43 v. Chr.
Lagermünzstätte in der Gallia Cisalpina
Vs.: M ANTO IMP·R·P·C, Kopf des Marcus Antonius n. r., dahinter Lituus
Rs.: CAESAR DIC, Kopf Julius Caesars mit Kranz n. r., dahinter Capis
selten!
ex Slg. Leo Benz = Lanz, Auktion 88, 1998, Los 884 sowie Lanz, Auktion 102, 2001, Los 442
2.300.-€
The Republicans. Brutus. Early 42 BC.
AR Denarius (18mm, 3.99). Military mint, probably at Smyrna; P. Cornelius Lentulus Spinther, legatus. Emblems of the pontificate: securis, simpulum, and secespita / Capis and lituus.
C-6; Craw-500/7; BMC-80; RRC-1310; Sydenham 1310; RSC 6; RBW 1766.
2.300.-€
Denar von 42 v. Chr.. Feiner bis sehr feiner Zustand. Vorderseite: Julius Cæsar. Rückseite: "L MVSSIDIVS LONGVS", Ruder, Füllhorn auf Weltkugel, Caduceus und Priesterhut. RRC 494/39
1.500.-€
Die Caesarianer. Julius Caesar. 42 V. CHR. AR-Denar (98,5 mm, 3,59 g, 6h). Münzstätte Rom; L. Livineius Regulus, Geldgeber. Bekränzter Kopf des Caesar nach rechts; Lorbeerzweig nach links, geflügelter Caduceus nach rechts / Stier stürmt nach rechts. Crawford 494/24; CRI 115; Sydenham 1106; RSC 27; RBW 1730. Getönt. Gut fein.
Aus der Sammlung Brian Holland. Ex Pegasi BBS 123 (30. Juli 2001), Los 230 (diese Münze auf dem Titelblatt).
2.500 €
Die Republikaner. Brutus. Spätsommer-Herbst 42 v. Chr. Fourrée-Denar (19 mm, 2,49 g, 9 h). Münzstätte mit Brutus in Nordgriechenland; L. Plaetorius Cestianus, Magistrat. Nackter Kopf des Brutus nach rechts / Pileus zwischen zwei nach unten gerichteten Dolchen; darunter EID - MAR. Vgl. Crawford 508/3; Campana, Eid Mar, P1-8 (stirbt OP1/RP1); vgl. CRI 216; vgl. Sydenham 1301; vgl. RSC 15; RBW -. Getönt, große Fläche der gebrochenen Plattierung auf der Rückseite, einige Kratzer und Schrammen. Schön. Sehr selten, dreizehn Fourrées in Campana gelistet, zwei weitere Exemplare in CoinArchives, darunter diese Münze.
Dieser Denar ist eine der wichtigsten Münzen, die mit einem Ereignis in der antiken Geschichte in Verbindung gebracht werden. Er erinnert an die Ermordung von Julius Caesar, indem er den Täter (Brutus), das Datum der Tat (EID[ibus] MAR[tiis]) und die Tatwerkzeuge (Dolche) zwischen dem Grund für die Tat (der Pileus als Symbol der Freiheit) zeigt. Obwohl viele Senatoren ein Komplott gegen Caesar schmiedeten und durch die beiden Dolche kollektiv dargestellt werden, unterstreicht das Porträt von Brutus allein seine Hauptrolle in der Verschwörung.
Ides of March Beschreibung?
Die einzigen sicher identifizierten Porträts des Brutus finden sich auf Münzen mit seiner Namensinschrift; alle anderen, ob auf Münzen oder anderen Artefakten, werden anhand der drei Ausgaben mit der Inschrift BRVTVS IMP (auf Aurei) oder BRVT IMP (auf Denaren) identifiziert. Eine sorgfältige Studie von S. Nodelman über die Porträts von Brutus unterteilt diese in drei Hauptkategorien: ein "barockes" Porträt auf den Aurei von Casca, ein "neoklassischer" Stil auf den Aurei von Costa und ein "realistischer" Stil auf den "EID MAR"-Denaren, den Nodelman als den "nüchternsten und präzisesten" von allen beschreibt.
15.000 € (ja, trotz der ... mittelmäßigen Erhaltung ;) )
P. Clodius - der seltenste Silber Denar mit Julius Caesar Portrait. (RRRR)
Ancient Roman Imperatorial, Julius Caesar (Died 44 B.C.) 42 B.C. AR Denarius (3.62gms) Rome Mint P. Clodius Moneyer NGC VG Strike 3/5 Surface 3/5 Bankers Mark
Cr-494/16
Laureate head of Julius Caesar right; Reverse: Mars standing left holding spear and parazonium.
8.500 €
Julius Cäsar. 40 v. Chr. AR Denar (18mm, 3.8 g, 9h). Münzstätte Rom; Ti. Sempronius Gracchus, quaestor designatus. Kranzkopf rechts; S C flankierender Hals / Signum, Aquila, Pflug und Decempeda (Messstab); TI • SEMPRONIVS oben; GRACCVS in exergue; • Q • DESIG nach links. Crawford 525/4a; CRI 327a; Sydenham 1129; RSC 47; Kestner 3636 BMCRR Rom 4319; RBW 1811; CNR 11/5 VF, getönt, etwas Porosität,. Sehr selten.
2.250 €
Julius Caesar; 40 BC, Moneyer Q. Voconius Vitulus, Denarius, 3.83g. Cr-526/24; Syd-1133 (R5); C-45 (12 Fr.); Sear, Imperators-331. Obv: Wreathed head of Caesar r., without legend. Rx: Q VOCONIVS above, VITVLVS Q / DESIGN in exergue, S - C in field, Calf standing l., a pun on the moneyer's name (Vitulus=bull calf).. aVF
Spannend: es gibt um ca. 40 v. Chr. einen Aureus mit dem Design von Voconius Vitulus, nur mit dem Portrait von Octavaian (526/3).
2.600.-€
ACHAEA, Dyme. Divus Julius Caesar. Ca. 40 v. Chr. Æ As (21 mm, 5,96 g, 8 h). C. Arrius A.f. und C. Julius Tanginus, duoviri. Lorbeerkopf des Divus Julius nach rechts; c/m: sechsstrahliger Stern in eingeschnittenem Kreis / Pflug nach rechts. Amandry, Dymé, Periode A, Gruppe I, 1 (D2/R2); BCD Peloponnesos 491; RPC I 1283. Für c/m: Howgego 432. Dunkelgrün-braune Patina. Gut Fein; c/m: VF. Selten.
500 €
Das antike Achaea bzw. Achaeia lag im heutigen Griechenland. Das Bild stammt von Wikipedia.
Octavianus / Augustus. Adoptivsohn von Caesar. Augustus lies "Caesarion" den einzig leiblichen Sohn Caesars umbringen. Dupondius 38 v. Chr., Heeresmünzstätte in Süditalien (Paestum?). 22.90 g. 31.5 mm. Kopf des Octavianus. Rv. Kopf des Divus C. Julius Caesar. Cr. 535, 1. Syd. 1335. RPC 620. Selten. Sehr schön. Schwarzgrüne Patina.
1.800 €
Octavian, mit Divus Julius Caesar, Æ Dupondius von Lugdunum, Gallien. Ca. 38 v. Chr. IMP CAESAR DIVI F DIVI IVLI, Lorbeerkopf von Divus Julius auf der linken Seite und nackter Kopf von Octavian auf der rechten Seite, Rücken an Rücken / Bug mit Delphin verziert nach rechts; meta oben, COPIA unten. RPC I 514; 32 mm, 9 h.
ca. 38-36 v. Chr.
Schön. Sehr selten.
280 €
Dupondius. ANEINANDER GELEHNTE NACKTE KÖPFE VON JULIUS CÄSAR LINKS UND OCTAVIANUS RECHTS .IMP./ CAESAR/ DIVI IVLI/ DIVI. F. R/ C.I. - V. - BUG EINER GALEERE MIT VORBURG UND MAST, EIN AUGE AUF DEN RUMPF. Extrem schönes Exemplar für diese eher seltene Münze
RPC I 517
Ca. 36 v. Chr.
20.03g
30 mm
1.200 €
Octavian und Divus Julius Caesar. Dupondius (Orichalcum, 31 mm, 20,38 g, 9 h), Lugdunum (als Copia), um 36 v. Chr. IMP CAESAR DIVI F DIVI IVLI Bekränzter Kopf von Divus Julius Caesar links und unbedeckter Kopf von Octavian rechts; dazwischen Palmzweig. Rückseite: COPIA Bug mit Delfinverzierung rechts; darüber Stern auf Globus und Meta. Giard 7. RPC I 515. SNG Kopenhagen 689. Ein ungewöhnlich attraktives Exemplar dieser normalerweise schlecht geprägten Ausgabe, perfekt zentriert und mit zwei sehr attraktiven Porträts. Geringfügige Ablagerungen und etwas Korrosion auf der Vorderseite; ansonsten guter Zustand, sehr gut erhalten. Prachtexemplar
Die lateinische Kolonie in Lugdunum wurde als Colonia Copia Felix Munatia gegründet, aber die Stadt wurde bald als Lugdunum bekannt, die Latinisierung des keltischen Lugudunon, was „Festung des Lugus” bedeutet.
915 €
Octavian, mit Divus Julius Caesar, Æ Dupondius von Lugdunum, Gallien. Ca. 36 v. Chr. IMP CAESAR DIVI F DIVI IVLI, Lorbeerkopf von Divus Julius auf der linken Seite und nackter Kopf von Octavian auf der rechten Seite, Rücken an Rücken; Palmwedel dazwischen / Bug nach rechts; oben, Globus mit Stern und Meta, darunter COPIA. RPC I 515; Lyon 7; SNG Kopenhagen 690. 17,43 g, 33 mm, 8 h.
Schön. Selten.
Ex Roma Numismatics Ltd, Auktion IV, 30. September 2012, Los 1991.
240 €
Octavian (Silber, 18 mm, 4,00 g, 6 h), Münzstätte mit Octavian in Mittel- oder Süditalien, 36 v. Chr. IMP-CAESAR-DIVI-F-III-VIR-ITER-R-P-C Nackter Kopf des Octavian nach rechts. Rev. [COS-ITER] ET-TER-DESIG Der Tempel des Divus Julius Caesar: Tetrastyl-Tempel; im Inneren Statue des Julius Caesar, verschleiert und mit Lituus in der Hand, stehend; auf dem Architrav, DIVO-IVL; im Giebel, Stern; links, beleuchteter und girlandengeschmückter Altar. Babelon (Julia) 139. Crawford 540/2.
600 €
Octavian, Divus Julius Caesar und Agrippa AR Denarius. Militärische Münze, unterwegs mit Agrippa in Gallien oder Octavian in Italien, 38 v. Chr. Lorbeerkopf von Divus Julius Caesar nach rechts, gegenüber kahler Kopf von Octavian nach links; DIVOS-IVLIVS nach oben links, DIVI-F nach unten rechts / M-AGRIPPA COS DESIG in zwei Zeilen. Crawford; CRI 306; BMCRR Gaul 100; RSC 5. 3,91 g, 19 mm, 3 h.
Nur wenige große Führer in der Geschichte hatten einen so fähigen und zuverlässigen Verbündeten wie Marcus Agrippa (an zweiter Stelle in der römischen Geschichte steht Diokletians Kollege Maximian). In vielerlei Hinsicht war Agrippa der Grundstein für die Karriere von Octavian-Augustus: Er half nicht nur beim Aufbau, sondern auch bei der Aufrechterhaltung der Herrschaft, was sogar so weit ging, dass er durch seine Heirat mit Augustus' Tochter Julia potenzielle Erben für den Thron des Augustus schuf. Auf diesem Denar, der 38 v. Chr. in einer Münzstätte geprägt wurde, die mit Octavian umzog, ehrt die Vorderseite Octavian (im Porträt) und den vergöttlichten Vater Julius Caesar (im Porträt und in der Inschrift), während die Rückseite ganz Agrippa gewidmet ist. Abgesehen von den Kupfereseln, die lange nach Agrippas Tod in seinem Namen geprägt wurden, und einigen Provinzmünzen (wie den massiven Ausgaben des Nemausus) gab es nur zwei Gelegenheiten, bei denen kaiserliche Münzen für Agrippa geprägt wurden. Der vorliegende Denar gehört zu der ersten Ausgabe, bei der drei Typen geprägt wurden. Allen gemeinsam ist die Inschrift Agrippas auf der Rückseite.
RRC 534/2
1.300 €
Die Vorderseiten der drei Typen unterscheiden sich dadurch, dass auf dem Aureus Julius Caesar (RRC 534/1 - extrem selten) abgebildet ist und auf den Denaren der Kopf Octavians oder die gegenüberstehenden Köpfe von Caesar und Octavian erscheinen. Das Bild stammt freundlicherweise vom Münzkabinett in Wien. Der Aureus liegt bei >160.000 € und ist daher nicht in meiner Sammlung ;)
2.500 €
ROME EMPIRE. Julius Cäsar. Denar. 17 V. CHR. Lorbeerkopf mit gekröntem Stern. Um M SANQVINIVS III VIR. Stehender Priester mit Stola und Federhelm, der einen geflügelten Caduceus trägt. Um AVGVST DIVI FLVDOS SAE. Cy9. Ch6. RIC141 Augustus. 2'6 g. Leichte Oxidationen gereinigt. Kratzer auf der Rückseite. EBC-. Tonfall. Sehr selten.
NGC graded
Von dieser Münze gibt es auch diesen extrem seltenen Aureus (RIC I (zweite Ausgabe) Augustus 337 + 339). Nicht in meiner Sammlung ;) da der Wert bei >100.000 € liegt. Das Bild stammt dankenswerterweise vom Münzkabinett in Berlin.
Cr. 540/2. Octavian-Denar, geprägt von Mark Sanqvinius, monetärer Triumvir ab 17 v. Chr. Katarzyna Balbuza schreibt in ihrer Studie "Augustowskie emissions tresviri aere argento auro flando feriundo Between the republic and the empire - family or imperial propaganda?": "Die Rückseiten der Aureus und Denare aus der römischen Münzstätte, die auf der Rückseite mit seinem Namen signiert sind, stellen einen Kometen über dem Kopf des jungen Mannes in einem Lorbeerkranz dar. Die bestehenden wissenschaftlichen Interpretationen der Ikonographie der Rückseite gehen in Richtung der Tradition, die mit Julius Caesar und Augustus in Verbindung gebracht wird, u. a. im Rahmen der ludi saeculares, was nicht ausgeschlossen werden kann. Es ist jedoch auch möglich, sich auf das gentilicium des monetären Triumvirs - SANQVINIVS - zu beziehen.
Octavian August (27 v. Chr. - 14 n. Chr.), Denar 17 v. Chr., Münzstätte Rom
Vorderseite: Kopf des Octavian nach rechts
AVGVSTVS DIVI F
Rückseite: Lorbeerkopf des jungen Gaius Julius Caesar nach rechts, darüber Komet
M SANQVINIVS III VIR
Gewicht 3,7 g
500 €
Augustus, mit Divus Julius Caesar 27 v. Chr. - 14 n. Chr. Rom
Als Æ, barbarische Nachahmungsausgabe
29 mm, 8,89 g
200 €
550 €
Ein Denar aus Mauretanien, welcher eine starke Ähnlichkeit zu dem Elefanten als Motiv besitzt.
Vorderseite
Titulatur der Vorderseite REX. IVBA.
Beschreibung Vorderseite Diadochenbüste von Juba II. nach rechts, über der linken Schulter drapiert (O'2).
Rückseite
Titulatur der Rückseite ANÉPIGRAPHE.
Beschreibung Rückseite
Rechts vorbeiziehender Elefant mit erhobenem Rüssel.
Die Rückseite erinnert an den Denar von Julius Cäsar, der Juba I. in der Schlacht von Thapsus 46 v. Chr. besiegte und der auf der rechten Seite das gleiche Motiv mit der Legende CAESAR (RCV. 1399) hatte.
MAURETANIEN - MAURETANISCHES KÖNIGREICH - JUBA II
(25 v. Chr. – 23 n. Chr.)
Juba I. war 46 v. Chr. bei Thapsus besiegt worden, aber sein von Octavia erzogener Sohn Juba II. (50 n. Chr. – 23 n. Chr.) wurde der Freund von Augustus, der ihm 25 v. Chr. die Provinz Mauretanien schenkte. Kleopatra Selene, Tochter von Kleopatra VII. und Marc Antoine wurden 30 v. Chr. von Octave verschont, als dieser Ptolemaios XV. (Caesarion) töten ließ. Sie heiratete Juba II. um 19 v. Chr. und starb etwa 5 oder 6 n. Chr. Juba II. überlebte ihn um etwa achtzehn Jahre. Sie ist die Großtante von Caligula und die Mutter von Ptolemaios, dem Nachfolger von Juba II., den sein Cousin Caligula im Jahr 40 in Rom ermordet hatte, um Mauretanien zu annektieren
Datum
c. 27 AC. - 14 BC
Name der Münzstätte / Stadt
Philippes, Macédoine
Metall
Kupfer
Durchmesser
24,5 mm
Stempelstellung
12 h.
Gewicht
10,34 g.
COMMENTS ON THE CONDITION: Zentrierte Münze mit gleichmäßiger Abnutzung. Schönes Revers. Dunkle Patina
CATALOGUE REFERENCES : RPC.1650 - BMC.-
OBVERSE
Obverse legend : COL AVG IVL PHIL IVSSV AVG.
Obverse description : Kopf des Augustus rechts (O°).
Obverse translation : “Colonia Augusta Iulia Philippi Augustus”.
REVERSE
Reverse legend : AVG DIVI F DIVO IVL.
Reverse description : Statuen auf einer Basis: Der göttliche Augustus (links) wird von dem göttlichen Julius Caesar gekrönt.
HISTORICAL BACKGROUND
AUGUSTUS
(BC 01/16/27 - 19/08/14 AD) Caius Julius Cæsar Augustus
Augustus ist nach Actium und der Einnahme von Alexandria der einzige Herr des Römischen Reiches. Er überträgt dem Senat mit 27 Jahren seine Befugnisse und sieht den Ehrentitel des Augustus als Geburtsstunde eines neuen politischen Systems: des Fürstentums. Die nächsten vierzig Jahre werden der Strukturierung und Konsolidierung des von Augustus geschaffenen Systems auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene gewidmet sein. Er wird von Agrippa unterstützt, der ihr Sohn wird, indem er seine Tochter Julia vor 21 J. C- heiratet. und ihm zwei Enkelsöhne, Gaius und Lucius, schenkt. Leider stirbt Agrippa, der Freund und Doppelgänger, vor 12 J. C-. Auf der militärischen Seite wird er zunächst von Drusus unterstützt, gefolgt von Tiberius, beide Sohn von Livia, seiner dritten Frau. Auf der kulturellen Ebene ist der Schiedsrichter Patron Modi, während Virgil erinnert durch seine Epos der Aeneis, neue Ilias und Odyssee, die mythische Geburt von Rom und preist die Tugenden römischen. Augustus, mit einer klugen diplomatischen und militärischen Aktivität, setzt den Limes an der Rhein-Donau-Front, trotz der Katastrophe von Varus im Jahr 9 n. Chr., dank wiederholter Kampagnen von Drusus und Tiberius, und am Ende der Herrschaft von Germanicus, Sohn des Drusus. Der relative Frieden mit den Parthern kam durch die Rückkehr der Zeichen und Gefangenen von Carrhae (53 J vor. C-. ) vor 20 J. C- zustande. Dieses Ereignis hat eine bedeutende Auswirkung. Augustus reorganisiert auch die Provinzen, senatorischen und kaiserlichen. Er behält sich die Verwaltung von Ägypten vor. Die letzten zwanzig Jahre seiner Herrschaft sind der Vorbereitung seiner Nachfolge gewidmet. Nacheinander vor Agrippa starb im 12 J. C-. Drusus in 9 vor J. C-. Und zwei Enkelsöhne, Lucius Caius 2 und 4. Im Alter von 77 Jahren starb Augustus am 19. August 14 in Nola und überließ den Thron Tiberius, dem neuen Ehemann von Julie, die bereits zweimal verwitwet war. Seine Hoffnungen gründen sich auch auf Agrippa Posthumus, während Germanicus entlassen wurde. Nach seinem Tod wurde Augustus vergöttlicht und die Römer gaben dem achten Monat des Jahres im August seinen Namen.
175 €
300 €
Spanischer Barbarenstempel von Julius Caesar. (spätes 1. Jahrhundert v. Chr.) AR (16mm, 2,41g). Beeinflusst von Südportugal. Vorderseite: Kopf der Vesta nach links. Rückseite: BAESVRI -> ESVRI.
Unpublished
Julius Caesar. AE 22 mm. Münzstätte Sinope, Bithynien und Pontus. Geprägt unter der Herrschaft von Nero (?). Vorderseite. DIVO IVLIO. Nackter Kopf des Julius Caesar nach links. Rev. C I F. Pflug links im Kranz. RPC I 2142 (Pflug rechts, 2 Beispiele zitiert); Rec 74 var. (dasselbe). AE. 5,54 g. 22,00 mm. RRRR. Ein hervorragendes Exemplar in exzellentem Erhaltungszustand, mit einem herausragenden postumen Provinzporträt von Julius Caesar. Schöne gesprenkelte tief olivgrüne Patina mit helleren Flecken. Etwa EF.
Diese undatierte Münze mit der Vorderseite von DIVO IVLIO ( Rec 74 : Recueil Général des Monnaies Grecques d'Asie Mineure) ist ziemlich mysteriös. Die Verwendung von CIF anstelle von CFI zeigt, dass sie später als 26 v. Chr. entstanden sein muss. Die eigentümlichen Porträts wurden von Rec versuchsweise als Darstellung des Antonius identifiziert. In Anbetracht des Terminus post ist dies unmöglich. Man könnte vielleicht in Erwägung ziehen, dass das Porträt, das sicherlich das des vergöttlichten Julius Caesar sein soll, mit einigen Merkmalen des Nero verunreinigt wurde; in diesem Fall bieten die Porträts des Augustus, die in Neros Regierungszeit in den Jahren 103 und 113 geprägt wurden, eine Art Kontext für ein Caesar-Porträt; eine engere Parallele bieten die Münzen für Divus Iulius, die in Apamea im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. geprägt wurden. (RPC I 356).
2.650 €
PAPHLAGONIA. Sinope. Augustus mit Divus Julius Caesar (27 v. Chr.-14 n. Chr.). Ae. (20mm 6,85 g) datiert 24/3 v. Chr.. Vorderseite: C I F ANI XXIII. Bekränzter Kopf des Divus Julius Caesar nach rechts. Rückseite: EX D D. Nackter Kopf des Augustus nach rechts. RPC I 2115
565 €
Divus Julius Caesar 14BC 4.69g / 18mm Apamaea Bithynia RPC II 619A.
Divus Julius Caesar, AE17 von Apameia, Bithynien. Geprägt von Augustus (oder Nero), nach 14 v. Chr. DIVOS IVLIVS, nackter Kopf von Julius Caesar nach rechts / GENIVM, Tyche? stehend links, Ruder und Füllhorn haltend. Gut zentriert, gutes Metall und extrem selten (RRRR). Einzige bekannte Münze in privater Hand.
2.500 €
Divus Julius Caesar Æ 21mm aus Apamea, Bithynien. Geschlagen unter Augustus, 27 v. Chr. - 14 n. Chr. DIVOM IVLIVM, nackter Kopf nach rechts / C - I C - A - D - D - geschrieben in zwei Zeilen innerhalb der gestrichelten Umrandung. RPC I -; RG 36 (gleiche Stempel). 5,46 g, 21 mm, 12 h.
Sehr schön. Von größter Seltenheit; nicht bei RPC verzeichnet, ist dies offenbar erst das zweite bekannte Exemplar und das erste, das zur Auktion kommt.
RPC Nummer ab 2025 ???
5.500 €
Bithynien. Apamea. Augustus mit Divus Julius Caesar (27 v. Chr.-14 n. Chr.). Ae. 24 mm. 9,3 g.
C. Cassius C.f., Duovir. Vorderseite: DIVOS IVLIVS C CASSIVS C F IIVIR C I C F C.
Diademierter Kopf des Caesar nach rechts. Rückseite: AVGVSTVS DIV F COS VII IMP (Ähre) IMP C DIES C C RVF.
Lorbeerkopf des Augustus nach rechts. RPC I 2007.
800 €
RRR
Makedonien. Thessalonika. Augustus (31 v. - 14 n. Chr.).
Bronze.
Vs: Kopf des vergöttlichten Julius Caesar rechts.
Rs: Kopf des Augustus mit Lorbeerkranz rechts.
20 mm. 8,56 g.
RPC 1555.
Sehr schön (oben) - 100 €
Vorzüglich (unten) - 250 €
MACEDON. Thessaloniki. Augustus mit Divus Julius Caesar (27 v. Chr.-14 n. Chr.). Äe.
Vorderseite: ΘEOΣ.
Bekränzter Kopf von Julius Caesar nach rechts.
Rückseite: ΘEΣΣAΛONIKEΩN.
Nackter Kopf des Augustus nach rechts; Δ darunter.
RPC I 1554.
Zustand: Sehr schön.
Gewicht: 10,00 g.
Durchmesser: 23 mm.
380.-€
Julius Caesar und Augustus * Doppelköpfig Authentische Antike Römische Bronze Dupondius Münze-Sehr Selten.
MACEDON, Thessaloniki(?). Augustus, mit Divus Julius Caesar. 27 BC-AD 14. Æ (21mm, 7,74 g, 6h). ΘEOC, nackter Kopf des Divus Julius Caesar rechts / CEBACTOY ΘE, nackter Kopf des Augustus rechts. BMC 61; Varbanov 4154; RPC I 5421 (unsichere Münzstätte). Gutes VF, glänzende dunkelgrüne Patina, einige leichte Glättungs- und Reinigungsspuren. Äußerst selten.
Die Zuschreibung an Thessaloniki beruhte auf der allgemeinen Ähnlichkeit mit 1554-5, wurde aber von I. Touratsoglou, Die Münzstätte von Thessaloniki in der römischen Kaiserzeit, S. 43, Nr. 69, zurückgewiesen; der Stil ist anders, ebenso wie die Stempelachse. Wie Touratsoglou vorschlug, sollte das Stück angesichts der ähnlichen Legende vielleicht mit RPC I 5420/5421 in Verbindung gebracht werden; der Stil der beiden Stücke scheint jedoch nicht identisch zu sein, und es bleiben einige Zweifel an der Verbindung. Für eine ähnliche Familiengruppe, siehe Apamea 2010-2010A. Es ist nicht klar, ob sich ΘΕ auf Θεός bezieht (wenn ja, warum die letzten beiden Buchstaben weglassen?) oder Teil eines anderen Wortes ist, z. B. eines ethnischen (daher die ursprüngliche Zuschreibung an Thessaloniki.
450 € (beide zusammen)
BITHYNIA. Apamea. Augustus mit Divus Julius Caesar (27 v. Chr.-14 n. Chr.). Ae. C. Cassius C.f., duovir.
Vorderseite: DIVOS IVLIVS C CASSIVS C F IIVIR C I C F C.
Diademierter Kopf des Caesar rechts.
Rückseite: AVGVSTVS DIV F COS VII IMP (Ähre) IMP C DIES C C RVF.
Lorbeerkopf des Augustus nach rechts; 2 c/ms: Monogramm in kreisförmigem Einschnitt.
RPC I 2007; für c/ms vgl. Howgego 645 & 653.
Zustand: Fein.
Gewicht: 10,07 g.
Durchmesser: 26 mm.
400 €
KORINTHIA. Korinth. Augustus, 27 v. Chr. - 14 n. Chr. (Bronze, 22,5 mm, 5,72 g, 11 h), geschlagen unter den Duovaren Marcus Antonius Hipparchus und Marcus Novius Bassus, 10/9-5/4 v. Chr. [M NOVIO BASSO M ANT HIPPARC] Nackter Kopf des Augustus nach rechts. Rev. IIVIR CORINT Lorbeerkopf von Julius Caesar nach rechts. Amandry Xa-b, S. 142-143. BMC 503. RPC I, 1134. RR. Raue Stelle auf der Rückseite, sonst gut. Posthum!
355 €
Ionien, Magnesia ad Maeandrum, Zeit des Octavian Æ (18 mm, 4,2 g). Ca. 47-27 v. Chr. Euphemos, Magistrat. Lorbeerkopf von Julius Caesar nach rechts, gekrönt von Nike rechts, stehend nach links; B unten / [Ε]ΥΦΗΜΟΣ [ΜΑΓ]ΝΗΤΩΝ, Artemis stehend, Kopf nach rechts, Pfeil aus dem Köcher an der Schulter ziehend und Bogen haltend.
Zeit des Octavian Æ 18mm aus Magnesia ad Maeandrum, Ionien. Ca. 47-27 v. Chr. Euphemos, Magistrat. Lorbeerkopf von Julius Caesar nach rechts, gekrönt von Nike in der Rechten, stehend nach links; B unten / [Ε]ΥΦΗΜΟΣ [ΜΑΓ]ΝΗΤΩΝ, Artemis stehend, Kopf nach rechts, Pfeil aus dem Köcher an der Schulter ziehend und Bogen haltend. S. Schultz, Die Münzprägung von Magnesia am Mäander, vgl. RPC I 2690
Ab 42 v. Chr. entwickelte sich das knabenhafte Bild von Octavian/Augustus während seiner langen Regierungszeit und seines Todes im Alter von 75 Jahren im Jahr 14 n. Chr. auf den Münzen der Provinzen und der Metropolen nicht weiter. RPC 2690 hat fälschlicherweise zwei verschiedene Serien zusammengeführt: Schultz 1-3 (V1-3) mit dem jungen, kahlköpfigen Porträt von Octavian, typisch für seine frühen Jahre als Imperator Caesar Divi filius, und die Serie mit dem Lorbeerporträt: Schultz Serie 5-6 (V4-5). Das Porträt von Schultz 5-6 ist eindeutig das eines reifen Mannes mit markanten Gesichtszügen und Doppelkinn, das nur Octavians Adoptivvater und Namensvetter (Julius) Caesar darstellen kann.
1.100 €
CILICIA. Ägäis. Caligula, 37-41. Tetrassarion (Bronze), unter dem Magistrat Mi... , datiert ΖΠ = 87 = 40/41. Diademierte und drapierte Büste Alexanders des Großen nach rechts. Rev. AIΓAIΩN THΣ IEΡAΣ KAI AΥTONOMOΥ / ZΠ / MI Nackter Kopf von Julius Caesar nach rechts. RPC 4036
Die kilikische Stadt Aegeae (griechisch: Stadt der Ziegen) war offenbar eine makedonische Gründung. In einem fiktiven Brief Alexanders an seine Mutter aus (The Alexander Romance, 23) aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. wird der Ursprung der Stadt darauf zurückgeführt, dass Alexander die Perser bei Issos besiegt hat, indem er Fackeln an den Hörnern von Ziegen befestigte, so dass seine Streitkräfte nachts größer erschienen, als sie waren, und nachdem er so gesiegt hatte, gründete er an dieser Stelle eine Stadt. Auf jeden Fall waren die Städte in Kilikien die ersten, die Alexander auf ihren Münzen abbildeten und oft behaupteten, von dem großen Eroberer gegründet worden zu sein, ob das nun stimmt oder nicht. Im Fall von Aegeae hielt sich die Legende jedenfalls hartnäckig - die Stadt stellte Alexander fast 300 Jahre lang auf ihren Münzen dar, wobei ihr Name an die Hauptstadt des Königreichs Makedonien erinnerte, und ab der Zeit von Caracalla trug sie den Titel "Makedonike" und 228/9 n. Chr. "Alexandroupolis". Die Stadt scheint ihre Autonomie in der Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. verloren zu haben, wahrscheinlich durch Pompeius während des Bürgerkriegs, denn wie Kent J. Rigsby (Asylia: Territorial Inviolability in the Hellenistic World, 1997) feststellt: "Nach Caesar genießt Aegeae eine neue Ära und das Recht, Silber zu prägen". Dass er als zweiter Gründer auf den Münzen der Stadt abgebildet ist, ist bezeichnend und muss dagegen sprechen, dass er die Ursache für den Verlust des alten Rechts der Stadt war (Hansjörg Bloesch, Hellenistic Coins of Aegeae in ANSMN 27, 1982).Es ist davon auszugehen, dass diese Neugründung im Jahr 47 v. Chr. stattfand, als Caesar die Provinz neu organisierte.
Interessanterweise entschied sich Plutarch einige Jahrzehnte später, Alexander und Julius Caesar in seinen berühmten Parallelleben zusammenzubringen.
830 €
Erhaltung: SS | Abkürzungen
Katalognummer: B.101 RPC.621 RPC.621 BMC/RR.108 CRR.309 RCV.1570 (1040$)
Material: Bronze
Gewicht: 17,20 g
OCTAVE UND JULES CÉSAR Sesterz oder Dupondius 38 AC. Rom oder Italien R1 Bronze
Avers: DIVI. F. Nackte Köpfe von Octavian nach rechts; ein Stern unter dem Hals (sidus iulium).
Umkehrung: DIVOS/ IVLIVS Zweizeilige Legende in einem Lorbeerkranz.
Kommentar: Zentrierte Münze. Feine, gleichmäßige Abnutzung. Schönes Revers. Münze mit Kratzern versehen. Grüne Patina
650.-€
Trajan AR Denarius. Restaurationsausgabe von Julius Caesar. Rom, 105 n. Chr. IMP CAES TRAIAN AV[G GER DAC] P P REST Stierkalb stehend nach links; Q VOCONIVS oben, VITVLVS unten / DIVI IVLI, bekränzter Kopf von Julius Caesar nach rechts, lituus dahinter. UBS 78, 1218 (gleicher Stempel); sonst unveröffentlicht. 2,93 g, 19 mm, 5 h.
Sehr schön; tiefer Kabinettton. RRRR; vielleicht nur das zweite bekannte Exemplar dieses Typs.
Mit der Vorderseitenlegende, die allen Ausgaben der Trajan-Restauration gemeinsam ist, basiert dieser Typ auf den Münzen von Q. Voconius Vitulus (Quästor um 40 v. Chr.; Crawford 526/2) und passt problemlos zu den anderen bekannten Ausgaben dieser Serie.
15.000 €
Es gibt drei Restaurations-Aurei (RIC II Trajan 806 / 815 / 816). Leider nicht in meiner Sammlung ;) da der Wert bei ca. 100.000 € für eine Münze liegt. Das Bild stammt freundlicherweise vom Münzkabinett Wien.
BITHYNIA, Apameia. temp. Antoninische Ära. Ca. 138-192 n. Chr. Æ (16mm, 2,81 g, 6h). DIVO IVLIO, nackter Kopf von Julius Caesar links / Cornuciopia. RPC IV.1 Online 4719; RPC I, S. 342, (e). Raue braune Oberflächen, Porosität. Schön. Äußerst Selten, einzig bekanntes Stück in privater Hand.
2.980 € (Hammerpreis + ZOLL)
BITHYNIA. Apamea. Augustus, mit Divus Julius Caesar, 27 v. Chr. - 14 n. Chr. Assarion (Bronze, 23 mm, 4,79 g, 12 h), spätes 1. Jahrhundert v. Chr. bis 2 n. Chr. AVGVSTVS IMP C I C Lorbeerkopf des Augustus nach rechts. Rückseite: DIVOS IVLIVS C I C Lorbeerkopf des Divus Julius Caesar nach rechts. RPC I 2010 (gleicher Stempel). Von höchster Seltenheit, offenbar das zweite bekannte Exemplar. Schön.
810 €
Claudius Æ 26mm aus Philippi, Makedonien. AD 41-54. TI CLAVDIVS CAES AVG P M TR P IMP [P P], nackter Kopf nach links / COL AVG IVL PHILIP, Statuengruppe des Augustus, der von Divus Julius Caesar gekrönt wird, auf dem Sockel zwischen zwei Altären; DIVVS AVG auf dem Sockel in zwei Zeilen eingeschrieben. RPC I 1653-4 var. (Vorderseitenlegende); SNG Kopenhagen 307-9 var. (dasselbe); Pecunem - Naumann 28, 237. 10,11g, 26mm, 5h.
Fast sehr gut; leichte Reinigungsspuren sichtbar. Sehr selten mit dieser Vorderseitenlegende.
120 €
MACEDON, Philippi. Vespasian. AD 69-79. Æ (23 mm, 9,08 g, 5 h). Nackter Kopf nach links / Statue des Augustus, der von Divus Julius Caesar gekrönt wird, auf Sockel, niedriger Altar nach links und rechts. RPC II 343A-B (COS III oder VI, unleserlich); Varbanov 3778 var. (Kopf links, Vorderseitenlegende). Fast fein. Extrem selten, nur ein Exemplar bei CoinArchives, zwei von jeder Sorte bei RPC.
450€
RRR
MACEDON, Philippi. Domitian. AD 81-96. Æ (25,5 mm, 12,70 g, 7 h). Lorbeerkopf nach links / Statuengruppe des Divus Augustus, der von Divus Julius Caesar gekrönt wird, auf zweizeiligem Sockel mit der Inschrift DIVVS/[AVG]; Altar auf beiden Seiten. RPC II 345; Varbanov 3779 var. (Büste). Dunkelbraune Patina, geglättet. Fast VF.
190 €
Für meine Recherchen habe ich folgende Quellen verwendet. Es sind alle online verfügbar:
Weitere Primärquellen:
Caesar: De Bello Gallico
Appian, Bella Civilia (Bürgerkriege)
Cassius Dio, Historia Romana (Bücher 43–47/44–46 je nach Ausgabe)
Cicero, Epistulae ad Atticum / ad Familiares; Philippicae
Plutarch, Caesar, Antonius, Cicero
Sueton, Divus Iulius (für 45 v. Chr. Hispania auch) Bellum Hispaniense (im Corpus Caesarianum)
Geschichte der Feldzüge C. Julius Caesars, Georg Veith, Wien 1904
Numismatische Standardwerke (Crawford, Sear, Sydenham)
Moderne Forschung (gut zitierfähig):
Christian Meier, Caesar (mehrere Auflagen)
Dissertation von Christina Mechtold (2019)
Chronological Tables for Caesar's wars, John T. Ramsey, Kurt A. Raaflaub, 2018
Matthias Gelzer, Caesar. Der Politiker und Staatsmann
Ronald Syme, The Roman Revolution
Adrian Goldsworthy, Caesar / Augustus
Mary Beard, SPQR
Paul Zanker, The Power of Images in the Age of Augustus (für Komet/Ikonographie/Propaganda)